17. April 2024

Irgendwann musste es so kommen – nach 33 Jahren war es soweit

Um es ganz genau zu sagen ist es 33 Jahre, 2 Monate und 8 Tage her, seit das Prophezeite eingetroffen ist.
Ein neues Kniegelenk wurde mir am 10. August 2023 in der Klinik Gut eingepflanzt.
Damals vor langer Zeit, am 2. Juni 1990 um 13:06 Uhr stürzte ich zum ersten Mal mit dem Motorrad und machte mir so richtig weh. In einer leichten links Kurve schaute ich kurz in den Rückspiegel und schon war ich von der Strasse abgekommen.
Das Motorrad kippte dadurch auf die linke Seite, und prallte dann in einen grossen Stein. Dummerweise war mein linkes Bein zwischen Motorrad und Strasse. Die Konsequenz war:
Hüftgelenk angerissen, Oberschenkelbruch und Kniescheibe dreimal gebrochen.

Die OP, noch etwas hinauszögern oder doch nicht? – Teil 1: Die ersten 14 Tage.

Die Folgen des damaligen Unfalls zeigten sich spät, aber nun waren sie eben da.
Vor etwa einem Jahr begannen die Schmerzen (Arthrose) in meinem Knie so stark zu werden, dass ich bei der Arbeit nicht mehr richtig gehen und nachts kaum noch schlafen konnte.

Das war klar der Punkt, an dem ich einen Termin beim Hausarzt benötigte und auch gleich bekam.
Dieser schaute das Knie an und schnell war klar, dass die Arthrose schon ziemlich fortgeschritten ist. Er meinte, dass mir wohl eher früher, als später eine OP bevorstehen würde. Allerdings schlug er vor, dass wir es erst mal mit Spritzen versuchen könnten, die meine Schmerzen lindern könnte.

Natürlich war ich einverstanden und nachdem er mir drei Spritzen ins Knie verpasst hatte, lief ich aus der Praxis, wie,… nein, nicht wie ein junges Reh, aber wie ein Hirsch, fast ohne Schmerzen.

Das Ganze hat fast ein Jahr gehalten, sei es bei der Arbeit wie auch bei Wanderungen, Motorradfahren und Biken. Doch dann verschlechterte sich die Lage wieder, die Schmerzen klopften wieder an.

Die Hoffnung, dass weitere Spritzen nützten würden, verliefen im Sand.
Mein Hausarzt empfahl mir die Klinik Gut in Chur, wo ich, wenn ich bereit sei, selbstständig einen Termin vereinbaren könne, um deren Meinung einzuholen.

Nach einem weiteren Monat meldete ich mich in Chur an.
Ich bekam zeitnah einen Termin und am 1. Mai 2023 wurde geröntgt und ein MRI gemacht.
Das Resultat wurde ein paar Tage später mit Herrn Dr. Hutter besprochen.

Er erklärte mir die verschiedenen Varianten sehr genau und beispielhaft.
Ich habe mich für Variante SUV und gegen die Sportversion entschieden. 🙂

Als ich ihn fragte, wann es denn so weit wäre, meinte er nur, «das entscheiden Sie ganz allein. Wenn Sie nochmals eine Besprechung wollen, rufen Sie mich an, wenn Sie sich für eine OP entschieden haben, rufen Sie direkt in der Klink Gut in Fläsch an, um einen OP Termin zu vereinbaren.»

Kein Stress und kein Druck? – Oh doch, leider von beidem etwas. Ich muss entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist!
Woher weiss ich, wann der ist? – Mein Knie meldete mir dies kurze Zeit später ganz zuverlässig.
Arbeitstechnische Abklärungen mussten getroffen werden, was gar nicht so einfach ist, wenn man in der Region nur zu zweit ist und meine Arbeit auf dem Rücken meines Kollegen hängen bleibt, wenn ich ausfalle.

Die Vorbereitung

Da aber bekanntlich die Gesundheit vorgehen sollte, wollte ich es so schnell wie möglich hinter mich bringen.
So vereinbarte ich einen OP Termin in Fläsch. Dieser wurde auf den Donnerstag, 10. August festgelegt.

Zwei sehr strenge Monate warteten nun auf mich. Ich musste sehr viele Arbeiten vorziehen, heisst, Servicearbeiten, die bis Ende des Jahres geplant gewesen waren, mussten bis zum 10. August abgeschlossen sein, um meinem Kollegen wenigstens diese zusätzlichen Arbeiten zu ersparen.

Ganz ehrlich? Ich war richtig froh, als mein letzter Arbeitstag am 9. August nach mehr als 10 Std. zu Ende war. Die letzten zwei Monate lief ich ziemlich an der Grenze!

Los geht’s

Dann war es so weit; 10. August 2023 um 06:45 Uhr musste ich einrücken.
Silvia war so lieb und hat mich, zusammen mit meinem Schutzengel, pünktlich abgeliefert.

Die Nervosität hatte schon ein hohes Niveau erreicht (bei mir wie auch bei Silvia), Angst und Ungewissheit waren präsent.
Das folgende Video zeigt hervorragend was mich erwartet:

Ich wurde gebeten mich umzuziehen, also auszuziehen und in die OP Kleidung zu schlüpfen.
Nach einer halben Stunde wurde ich abgeholt und in den Vorraum des OP Saals begleitet.
Als ich da so viele Leute sah, wurde mir ganz anders! Doch ich wurde sofort in ein Gespräch verwickelt und wurde so auf das Bevorstehende vorbereitet. So lag ich da und liess es geschehen.

Von oben kam die Sauerstoffmaske auf mich zu, ich solle nun an etwas Schönes denken, mich an einen schönen Ort träumen, tief und ruhig einatmen. Das machte ich auch, spürte, dass ich langsam abtrete und das Letzte, woran ich mich erinnern kann ist, dass ich lächelte. 🙂

Als ob es nur einen Augenblick später war, hörte ich eine Stimme, die mir sagte: «Hallo, alles ist gut gegangen. Wir sind jetzt noch im Aufwachsaal und ich bin bei Ihnen und beobachte Sie.»

Nach insgesamt ca. vier Stunden, inklusive Aufwachraum, wurde ich in mein Zimmer geschoben, wo ich die nächsten Tage verbringen werde.

Geschafft

Dass ich meiner Silvia einen riesigen Schrecken eingejagt habe, erzähle ich hier besser nicht, es war nicht meine Absicht, habe mir nichts dabe gedacht,… (geben wir mal der Narkose die Schuld) Sorry mein Schatz.

Noch war ich mit ein paar Schläuchen versehen, doch es folgte gutes Essen, gute Rundumbetreuung, viel Schlaf und meine Aufgabe, mich so gut wie möglich zu erholen.
Schon am Nachmittag des ersten Tages durfte ich mit Hilfe der Physio und einem Böckli als Gehhilfe ein paar Schritte gehen. Ein sehr merkwürdiges Gefühl, wenn das ganze linke Bein den Anschein macht, nicht zu einem zu gehören. Es war auch nach zwei Tagen immer noch am Schlafen und wurde nur ganz langsam aufgeweckt, indem die Medis reduziert wurden.

Ich habe mich sehr über die unerwarteten Besuche gefreut und vor allem, dass sich mein Schatz jeden Tag die Zeit genommen hat vorbeizukommen, obwohl es bei ihr auch wieder mit der Arbeit losging. Danke euch von ganzem Herzen!

Ab nach Hause

Am sechsten Tag nach der OP wurde der Verband nochmals gewechselt und nach der Kniebewegungstherapie, durfte ich nach Hause. Um 10 Uhr musste ich das Zimmer verlassen haben. Ich war gespannt, ob und wie ich in Silvias Auto einsteigen würde mit Krücken und einem Knie, das nur mit Mühe und Not einen 40° Winkel hinbekommt.

Wir haben es ohne grössere Probleme geschafft, doch ich war froh nach kurzer Zeit wieder aussteigen zu dürfen, war nicht sonderlich bequem.

Fazit nach sechs Tagen in der Klinik Gut und sechs Tagen zu Hause:

  • Mühsam immer auf dem Rücken liegen zu müssen, Seitenlage kommt aber langsam.
  • Kleine Spaziergänge, z.B. in den Garten sind sehr anstrengend
  • Ohne Hilfe für das Alltägliche, wäre es sehr mühsam
  • Schmerzen liegen dank guten Medis in einem erträglichen Rahmen, bin gespannt, wie es dann wird, wenn ich sie absetzen darf/muss/kann
  • Das Bein ist immer noch etwas geschwollen

Teil 2 des Berichts folgt…



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