Es gibt Menschen, die ihre Ferien am Strand verbringen. Und dann gibt es uns.
Mit einem Büssli, einer endlosen Geocaching-Liste, jeder Menge Neugier und einer grossen Portion Spontanität machten wir uns auf den Weg quer durch Deutschland. Das grosse Ziel? Die letzten fehlenden Landkreise “einsammeln”. Alles andere durfte sich unterwegs ergeben.
Dass dabei ausgerechnet Antonio fährt und Silvia denkt, hat sich inzwischen bewährt – meistens jedenfalls. Ob bei imposanten Felslandschaften, geheimnisvollen Lost Places, kuriosen Cacheverstecken, überraschenden Restaurantfunden oder spontanen Planänderungen: Langweilig wurde es jedenfalls keine Minute.
Also steigt ein, schnallt euch an und begleitet uns auf drei Wochen voller kleiner Pannen, grosser Erlebnisse, viel Gelächter und der einen oder anderen Portion Glace.
Ach ja… und wer unseren Reisebericht aufmerksam liest, hat auch dieses Mal wieder die Chance, beim Gewinnspiel mitzumachen. Irgendwo im Bericht hat sich nämlich wieder ein TB-Code versteckt.
Auch dieses Mal gibt es nicht nur TB-Tags zu gewinnen: Der Erstgezogene darf sich zusätzlich über einen tollen Geocoin freuen, und auch der Zweite und Dritte gehen nicht leer aus – für sie gibt es jeweils einen TB-Tag!

Viel Glück beim Suchen!
Samstag, 27.06.2026
Ferienstart mit Streetart, Glace und einem ganz besonderen Esel
Das Streetartfestival, welches sich neuerdings Wandfestival nennt, wollte Silvia sich nicht entgehen lassen. Also tuckerten wir trotz erdrückender Hitze nach Chur und bewunderten die Kunst der Sprayer, als uns plötzlich ein Esel, ah nein, eine hübsche junge Dame anlachte. So schön, dass wir uns getroffen haben und dann gemeinsam den Nachmittag mit Kunst, quatschen, trinken, Glace essen und Eseln bzw. lachen verbracht haben (Insider).
Im Rosenhügel gewöhnten wir uns langsam an die vielen Restaurantbesuche der nächsten drei Wochen ein, bevor wir dann das kurze Abendgewitter von zu Hause aus bestaunten.








Sonntag, 28.06.2026 (Trimmis – Hesselbach)
Endlich unterwegs – erste neue Landkreise und 38 Grad Hitze
Die Blumen haben noch eine kräftige Portion Wasser bekommen, bevor wir endlich alles verstaut hatten und unser Abenteuer beginnen konnten. In Hohenems landeten wir im Spice of India, was wirklich eine zu empfehlende Wahl war.


Ansonsten war für uns vor allem eines angesagt: Kilometer maChen. Wir fuhren einfach hoch in Richtung Norden, bis wir die ersten Landkreise erreichten, die für uns noch unberührtes Terrain waren. Auf einen Latte Macchiato und einen Brownie zwischendurch in einem – zugegebenermassen eher schmutzigen – McDonald’s in Giengen an der Brenz konnten wir dann aber doch nicht verzichten.
Anschliessend ging es weiter bis nach Schweinfurt. Wir schlängelten uns gemütlich durch das Städtchen und machten dabei eine kuriose Entdeckung: Ein Stadtteil dort nennt sich «Zürich». Wir haben gelernt, dass der Name in diesem Zusammenhang für Tierkot steht, da dort früher jeweils das Vieh gehalten wurde. Hm… ob unsere Stadt Zürich wohl denselben Ursprung hat? Ein weiteres Rätsel blieb für uns allerdings ungelöst: Warum es in Schweinfurt halbe Hausnummern gibt, dem sind wir nicht auf die Schliche gekommen.




Nach dem Abendessen im ROSIE ROSE – Café & Tagesbar Weinbar, zeigte das Thermometer noch immer drückende 38 Grad an. Also kühlten wir uns erst einmal mit einem Glace ab, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen – schliesslich stand noch die abendliche Suche nach einem passenden Schlafplatz an.






Montag, 29.06.2026 (Hesselbach – Mittweida)
Kunstvolle Wälder, Lieblingsstellplatz und Drohnenflug über die Kornfelder
Geschlafen wie Steine, liessen wir weder vom Hundeler, noch durch die neue DashCam, die irgendwelche Geräusche von sich gab, stören. Gemütlich liessen wir uns durch Caches von einem Landkreis zum nächsten treiben. Gestern beim Inder, heute machten wir einen Abstecher zum Griechen ins Restaurant Delphi so bleiben wir schön international.




Bei Grumbach wurden wir in einen äusserst speziellen Wald geführt, GC3QMWP unter dessen Bäumen sich ein kunstvolles Dörfchen hatte, natürlich wohnte in einem davon der von uns gesuchte Cache. Bei Saalburg lernten wir, was es mit der Steinernen Rose auf sich hat. Sieht fast aus, wie das vertänerte Gesicht eines Ungeheuers, wenn die Fantasie dazu reicht. Auch in Schleiz beim Pfadihäuschen haben wir wieder einen Favoritenpunkt verloren. GC6RRCH
Das kommt davon, wenn man die hochdotierten Dosen ansteuert.







RFür den ausgewählten Schlafplatz mussten wir nach dem letzten Fund noch ein paar Kilometer fahren. Obwohl es dort ganz schön windig war, lohnte es sich: ein kunstVoller Wasserturm, weit und breit nichts ausser Kornfelder, ja ok, der Zug, aber davon lassen wir uns nicht stören und so konnte Antonio endlich mal wieder seine Drohne steigen lassen und alles auch von oben her erkunden. Und als ob das nicht schon genug an Perfektionismus wäre, wurde uns auch noch ein Cache geboten, ein einfacher Multi GC1WX68 in Spatziergangnähe, was will man mehr?!
Vielleicht lag es daran, dass der Temperaturunterschied zum Vortag 17 Grad tiefer lag, dass Silvia leichte Halsschmerzen verspürte und das, obwohl sie doch erst gerade wieder gesund geworden ist. Naja, morgen sind die hoffentlich wieder verschwunden.





Dienstag, 30.06.2026 (Mittweida – Wünschendorf)
Die Bastei begeistert – trotz Regen und vielen Wolken
Die Bastei stand heute auf dem Programm. Um 6:00 Uhr aufstehen, damit wir auf dem PP noch einen Platz bekommen. So der theoretische Plan. Die Realität sah etwas anders aus. Schliesslich war auch das Wetter nicht so wirklich zum Wandern geeignet. Den Multi vom Vorabend haben wir im Regen nicht gefunden, nass wurden wir trotzdem.
Ein Webcamcache lockte uns noch in die Innenstadt, wo uns ein paar sehr coole Caches über den Weg liefen, oder waren wir es, die ihnen nachliefen?
Mystery: GC7AVG5
Tradi: GC32VKV
Webcam: GCPXVQ
und diverse LAB-Caches
In Pirna beim Mittagessen im Brauhaus „Zum Giesser“, fand Silvia das Bier, das zu ihr passt: Schlafmützchen.






Danach schafften wir es tatsächlich zur Basteibeücke und den imposanten Sandsteinfelsen, die uns an Meteora in Griechenland erinnerten. Irgendwie waren wir froh, dass das Wetter den Tränen nahe war, wie viele Leute hätten sich wohl bei Sonnenschein durch die schmalen Wege gezwängt? Nachdem alle Caches gefunden, alle Fragen beantwortet, alle Fotos geschossen und jeder Felsen bestaunt worden war:
Mystery: GC8XV8J
Tradi: / GC8P6Q4 / GCB15P7 / GCWQNT
Earth: GC1V22T / GC88DKB
Virtual: GC9P7KN
und Multi: GCA4W4J setzten wir uns ins fast leere Panoramarestaurant und genossen die Aussicht und die Ruhe.
Antonio hat versehentlich auf Polarsteps ‚Fränkische‘ statt ‚Sächsische Schweiz‘ geschrieben – das gab direkt einen Satz heisse Ohren!
Beim Abendessen im Büssli erfuhren wir, dass Team birkli, popfex und Team fiddly auch ganz in der Nähe beim Cachen sind. Zufälle gibt‘s! Getroffen haben wir sie aber nicht.
Bei einem desinfizierenden Gläschen Whisky haben wir weitere Pläne mit neuen Ideen geschmiedet und uns dann von den Grillen in den Schlaf zirpen lassen.









Mittwoch, 01.07.2026 (Wünschendorf – Neustadt in Sachsen)
Lost Place, Bunkerlabyrinth und Basaltsäulen wie in Irland
Nachdem wir gestern von bloeterli den Tipp bekommen hatten, dass sich unweit über der tschechischen Grenze ein interessanter Lost Place befindet, GC28G7E haben wir uns heute auf den Weg zu diesem gemacht. Vor Ort fertigten wir noch schnell eine Skizze an, damit wir uns im Bunker orientieren können. Dann aus dem Auto, den Anweisungen folgen wollen und uns bereits auf den ersten Metern verirrt. Na das fänGt ja schon mal gut an, wie soll denn das drinnen werden, wenn wir schon draussen lost sind.
Irgendwann standen wir vor einem Eingang, merkten aber bald, dass dies eigentlich nicht der richtige wäre. Egal, denn wir wussten sofort, was zu tun ist, da wir irgendwie direkt beim Final gelandet waren. Im Dieseltank fand Antonio nichts, nochmal raus, alles gelesen, er muss da drin sein. Zusammen nochmal rein und da schlüpfte er plötzlich aus seinem Versteck.









Na dann gleich weiter zur nächsten Mission GC7Z12H im gleichen Labyrinth. Die Skizze half extrem gut und so sammelten wir eine Zahl nach der anderen. Faszinierend, wie hier so viele Dieseltanks gelagert werden konnten, von denen heute gerade noch zwei da liegen.




Plötzlich sprang Silvia wieder zurück: „Da ist ein Licht!“, jemand kommt. Lampe löschen? Weiter gehen? Im Dunkeln warten? Hm…. Wenn wir das tun, bekommt der andere einen Herzinfarkt, wenn er uns sieht. Also normal weiter gehen. War eine ganze Familie auf Erkundungstour. Dann kam eine Deutsche Cacherin, die schon etliche Male hier drin war und wir erfuhren, dass wir wohl von der falschen Seite her eingestiegen waren. War angenehmer so, wie wir später feststellten.
Wieder im Freien merkten wir, dass im Innern weder Hunger noch Zeit eine Rolle gespielt hatten. Ob wir um ein Uhr FÜNFzig noch was zu essen bekommen?




Tatsächlich fanden wir ein Restaurant, „Beim alten Krämer„, das uns problemlos etwas anbot. Und zack, sass wieder die Deutsche vom Bunker neben uns. Sie sei oft hier und so gab sie uns noch einen Tipp für einen echt coolen Earthcache. Basaltorgeln GC41J21, fast wie in Irland.
Da gab es für Silvia kein Halten mehr. Staunend standen wir vor diesen eindrücklichen Felsformationen, völlig abseits von Tourismus und Troubel. Einfach nur wir und dieses grandiose Phänomen.




Nachdem auch Silvia sich endlich satt gesehen hatte, schlugen wir den Rückweg nach Deutschland ein. Nicht mehr durch die touristische Elbsandschlucht, sondern durch Dörfer mit wunderschönen, mehrheitlich Lost Place Hausern und Villen, Fabriken und Hallen.
Silvia, wie eine Jugendliche bei TikTok, in Cachelistings versunken, saugte sich die Infos einer Radonquelle ein und hatte gar nicht wahrgenommen, dass Antonio schon lange eine Kaffeepause einlegen wollte. Diese wurde dann, als ihre Gedanken nach dem Earthcachebesuch wieder frei waren, auch gemacht.
Und dann ging alles ganz schnell; über die Grenze, ins die Mariba Freizeitwelt in Neustadt und gleichzeitig auf den Stellplatz. Im Bad war alles vereint; Silvia konnte ein paar Längen schwimmen, dann etwas sprüdele, im Wellenbad probierte Antonio auf einem Reif zu stehen, was nicht klappte, aber saumässig lustig war und dann rutschten wir um die Wette. Ja, Antonio hat gewonnen – jedes Mal.
Der letzte Rest vom leckeren Zopf wurde dann im Bus noch vertilgt, dazu ein Schlafmützchenbier und schon war wieder ein Tag vorbei. Einer, an dem alles etwas anders kam als ursprünglich gedacht, genau darum planen wir nicht verbindlich voraus.




Donnerstag, 02.07.2026 (Neustadt in Sachsen – Leipzig)
Leipzig überrascht mit kreativen Caches und spannenden Geschichten
Nun steuerten wir einfach mal den nächsten Landkreis an, den wir noch nicht becached haben, und so reisten wir bis nach Grossmehlen-Frauwalde, wo wir tatsächlich noch ein Deutsches Restaurant fanden, das Dorfkrug heisst. Für Silvia gab es heute Zunge und für Antonio wieder mal ein Schnitzel 😉


Kurzfristig änderten wir die Richtung und fuhren nach Leipzig. Dort führten uns verschiedene Cachetypen durch das Zentrum. Zuvor gab es aber noch Kaffee und Kuchen. Ein LAB Cache schickte uns in einem Sportgeschäft herum und forderte uns ganz schön heraus. Da waren wirklich kreative Aufgaben dabei. Auch eine Letterbox ‚Globetrotter‘, die dazugehörte, war toll gemacht. Einer Demo bei ‚Abus’ konnten wir gerade noch entkommen. Gelernt haben wir auch, dass Johann Sebastian Bach hier begraben ist. Allerdings war die Thomaskirche, in welcher seine Gebeine aufgebahrt sind, bereits geschlossen.
Etwas ausserhalb der Stadt konnten wir uns gerade noch einrichten, bevor der Regen auf das Büssli prasselte. Also lassen wir das mit dem Spaziergang um den See erst mal bleiben.











Freitag, 03.07.2026 (Leipzig – Magdeburg)
Hundertwasser, Dom und ein Sonnenuntergang zum Tagesabschluss
Beide hatten wir etwas frisch in der Nacht, da wir uns für die dünnen Decken entschieden hatten. Am Morgen machten wir eine Runde um den See. Neben den Enten und Schwänen war es auch lustig, den Spielgruppenkindern zuzuschauen, die wild umherwatschelten und immer wieder eingesammelt werden mussten von den ganz schön auf Trab gehaltenen Betreuerinnen. Silvia hat sich da wohl anstecken lassen. 🙂




Uns führte der Weg weiter von Challenges GC5MN7K im stinkigen Wasser über kleinere Lostplaces bis nach Magdeburg. Zwischendurch landeten wir noch bei einem Inder im Indian Bollywood Restaurant zum Mittagessen und was Süsses liessen wir uns auch nicht entgehen.





In Magdeburg warf Silvia einen Blick in den Dom, in welchem es auch ein Kerzchen für Ahni angezündet wurde, während Antonio die Umgebung becachete. Gemeinsam erkundeten wir das Hundertwasserhaus. Oh, ein Leguanoshop ist auch noch da drin. Allerdings warf die Frau uns schon fast raus, da sie bald zu machte. Aber so leicht wird man uns nicht los. Leider hatten sie die Schuhbänder für Mami nicht in der passenden Farbe. Nach ein paar weiteren Dosen verliessen wir die Stadt wieder, denn irgendwie packte sie uns nicht so. Der Stellplatz etwas ausserhalb hingegen war recht gemütlich und die LABs und andere Dosen lockten uns auf einen ausgedehnten Abendspaziergang durch den Park, mit Sonnenuntergang.






Samstag, 04.07.2026 (Magdeburg – Ketzin/Havel)
Erinnerungen an Ahni und die Jagd nach den Waldmöpsen
Vor drei Jahren waren wir in Hof. Silvia hatte kurz zuvor noch ein Kerzchen angezündet, als uns die Nachricht erreichte, dass Ahni ihre Augen ein letztes Mal geschlossen hat. Drei Jahre ist es nun her. Im Herzen wird sie immer, immer, immer bei uns sein. Inzwischen haben wir ein altes Telefon zu Hause, fast so eins wie sie hatte, und wenn Silvia sie mal wieder ganz fest vermisst, dann nimmt sie einfach den Hörer ab und spricht mit ihr. Gestern kroch ein Marienkäferchen auf der Windschutzscheibe herum, für uns ein Zeichen von ihr.
Die Nacht war etwas unruhig. Das ist halt auf Plätzen, an denen noch andere sich niedergelassen haben…
Das heutige Programm war von den Schuhbändeln vorgegeben. Diese hatten wir am Vortag in Magdeburg gekauft und am Abend festgestellt, dass nur einer drin ist. Also wieder zurück in den Leguanoshop und diese zurückgebracht. Und wenn wir schon mal wieder da beim Hundertwasserhaus sind, buchte Silvia gleich zwei Plätze für die Führung um 11:00 Uhr. Da haben wir einige interessante Infos zum Künstler und zur Architektur bekommen und durften sogar eine Wohnung besichtigen und die Turmterrasse besteigen. Auch, dass ein Kindergarten im Haus ist und die Tiefgaragenplätze mit Mosaikbildern statt Nummern versehen sind, haben wir erfahren.











Das Mittagessen im Bralo House – The best steaks for you neben dem Dom war ok. Silvias Hähnchen an Honigsenfsauce überzeugte sehr, Antonios Hüftsteak war etwas zäh, worauf der Kellner meinte, dass Hüftsteak halt etwas zäh sei…. Bitte was?!…..Die anderen beiden Stücke (Entrecote und Filet) waren etwas besser, auch wenn das eine davon mehr aus Fett als Fleisch bestand.
Bei kühlen 13,5 Grad und leichtem Regen ging’s weiter in Richtung Brandenburg, die Stadt der Möpse. Nein, nicht diese Möpse. Die Waldmöpse von Loriot.



Silvia wollte ein Kerzchen für Ahni anzünden und verschwand in einer… sie kam zurück und wollte, dass Antonio mitkommt. Grinsend führte sie ihn in….ein Café. Die vermeintliche Kirche war ein ehemaliges Rathaus, das nun als Café diente: Der Ratskeller. So kann man sich täuschen.



Dann jagten wir Möpse, also eben diese kleinen gehörnten von Loriot erfundenen Waldmöpse mit ihren unschuldigen Glubschaugen, die in der ganzen Stadt verteilt oder eben versteckt sind. GCBJ6M5 / GC90ZWY
Am Abend hatten wir genug von den Dingern. Die Domkirche war geschlossen wegen einer Abiturfeier und so musste das Kerzchen von gestern für Ahni reichen. Wir suchten etwas ausserhalb einen abgelegenen Platz, auf dem wir die Ruhe der Natur geniessen konnten.





Sonntag, 05.07.2026 (Ketzin/Havel – Wustermark)
Sanssouci, knifflige Caches und ein Reh als Nachbar
Ein paar Jugendliche hätten uns gerne geschüttelt diese Nacht, doch glücklicherweise haben sie sich dagegen entschieden und sind weitergegangen.
Am Morgen begrüsste uns der Regen. In Potsdam zeigte sich das gleiche Wetter. Nach den ersten paar Dosen konnte sich die Sonne doch noch durchsetzen. Also schnell in den Sanssouci Park. Wahnsinn, wie prunkvoll und riesengross dieses Anwesen sich präsentiert. Darin haben sich auch ein paar Mysteri und LAB Caches versteckt, GC7Z7NK, GC953V6 denen wir auf der Spur waren.






Im Redo Wiener Café & Restaurant assen wir etwas, bevor es in die Innenstadt ging. Dort erkundeten wir dann die Nikolaikirche und anschliessend die kleine Insel.
Auf letzteren suchten wir verzweifelt nach einem Cache, als eine Familie ankam. Wir setzten uns unauffällig auf eine Bank und beoBachteten, wie auch sie erfolglos jede Ecke durchsuchten.
Irgendwann halfen wir doch wieder mit und erst als alle aufgeben wollten, machte Antonio den Griff aller Griffe und zog die Dose unter dem versteinerten Stück Holz heraus.
Für Antonio waren manche Leute auf der Insel wohl etwas zu nackt…







Die Sonne, kombiniert mit dem Wind, machte unseren Köpfen etwas zu schaffen. Mit den Cafés hatten wir etwas Pech. Im ersten musste man ewig anstehen. Im zweiten wurden wir nach der Platzierung gar nicht bedient. Im dritten gab es kein Eis. Erst in der Genusswerkstatt kamen wir zu unserem Genuss.
Wieder beim Bus wollten wir nochmal nach einem Mystery Stadtkanal Potsdam GC1Q5CG suchen, denn wir hatten es schon zuvor nicht gefunden. Ein Cacherpärchen half bei der Suche. Sie waren es, die unseren Denkfehler aufdeckten und wir so doch noch ans richtige Ziel kamen. Hups.



Dann verliessen wir die Stadt wieder und fanden beim Riesennano GCAZKE5 unter den Windrädern ein gemütliches Plätzchen. Plötzlich stand ein Reh neben unserer Residenz, konnte sich wohl nicht erinnern, dass hier ein Haus steht ?
Nach ein paar Runden UNO Flip träumten wir uns zu den Sternen.






Montag, 06.07.2026 (Wustermark – Wittenberge)
Regenwetter, Curry und schwereloses Schweben im Salzwasser
Am Morgen begegneten wir ganz in der Nähe wieder einem Reh, war aber nicht das Gleiche wie am Vorabend.
Es regnete, Antonio hatte am Vorabend noch ein paar Puzzles gelöst; eine Herzmysterierunde. Love is all we need #1 GC92ZE9 Diese führten wir heute ganz frech mit dem Büssli ab und bei der einen oder anderen Dose waren wir froh, dieses als Tool dabeizuhaben.
Es war kurz nach 12:00 Uhr, als wir die letzte Dose gefunden hatten. Silvia las vor, was es für Restaurants im Dorf gibt: Vietnamese, Dönerbude, Pizzeria, Sushirestaurant, Imbissbude, India House, … mein Deutsches Restaurant suchten wir vergeblich und so machten wir wieder einen indischen Ausflug. Im India Haus gabs für Silvia Safranlamm und Früchte-Curry Hähnchen für Antonio.
Das Essen war sehr gut, der Preis mit Suppe, Hauptspeise, Wasser, Dessert und Kaffee 35.-€ für alles. Wir dachten erst, er hätte sich verrechnet, doch das war der Mittagsmenupreis.





Am Nachmittag regnete es noch immer. Wir holten nur grad in jedem Landkreis, den wir durchstreiften, einen Cache und steuerten zielstrebig auf die Kristall Kur- und Gradier-Therme Bad Wilsnack zu. Diese beeindruckte mit verschiedenen Salzbädern (1,5%, 5%, 12 % und 24 % Salzgehalt).
Im letzten drehte man sich einfach automatisch um die eigene Achse und wenn man versehentlich Salzwasser in die Augen bekam, war die Bademeisterin mit einer Flasche da und spritzte einem etwas davon ins Gesicht.
In der Mitte ein riesiger Schwarzdornbaum, der zeigte, wo Salz früher abgebaut wurde (genau wie in der Saline ausserhalb). Der Boden bestand aus abgerundeten farbigen Kieselsteinen. Zwischen den Badegängen ruhten wir uns in der Ruhegrotte aus und genossen vorher noch fast schon obligat Kaffee und Kuchen.(Leider kein Foto). So macht das Ganze auch bei Regen Spass.
An der Elbe fanden wir irgendwo im nichts ein schönes Plätzchen für die Nachtruhe.






Dienstag, 07.07.2026 (Wittenberge – Boizenburg)
Störche, Spielwaren und eine Fähre mit Tiefgangproblemen
Ausgeschlafen machten wir uns heute auf den Weg in Richtung Lüneburg, allerdings mit Umwegen, um noch die fehlenden Landkreise zu besuchen.
In Wittenberge cachten wir noch etwas durchs Dorf, doch statt der erwarteten Sonne begleiteten uns Regen und Wind, sodass wir uns bald wieder ins Büssli zurückzogen.
Die Störche liessen sich vom Wetter nicht vertreiben. Uns zog es weiter nach Ardensee, wo wir ein wunderbares Festmahl im Deutschen Haus geniessen durften.
Antonio wollte dann unbedingt noch ins Spielwarengeschäft, da drin war es sowas von unaufgeräumt. Wir haben uns zwei Spiele gekauft, obwohl wir unsicher sind, ob uns diese Spass machen – wer nicht wagt, der nicht gewinnt…






Ein Aussichtsturm. Da versteckt sich sicher ein Cache. Nein, leider nicht. Und noch doofer, der war sogar gesperrt, was Silvia gar nicht cool fand.
Also weiter durch Landkreise, Bundesländer, an Strassen entlang und durch Wälder… immer mit etwas Regen oder Wind, nur die Sonne liess auf sich warten.
Also probierten wir’s mit Kaffee und Kuchen, auch dafür mussten wir kämpfen in der locker besiedelten Gegend.
Als wir dann die Elbe mit der Fähre queren wollten, ist mal was anderes, dachten wir, liess diese uns einfach im Stich. Niedrigwasser hiess es. Jenu, dann halt wieder zurück und eine dieser raren Brücken suchen, aber erst morgen.
Hinter einem Damm, aber trotzdem alles andere als windgeschützt, stellten wir unser Chalet ab und liessen den Abend ausklingen.









Mittwoch, 08.07.2026 (Boizenburg – Bad Bevensen)
Ein Biber, Lüneburg und spannende Salzgeschichte
Stooop, da ist ein Markt. In Boizenburg deckten wir uns somit gleich mit Esswaren ein, bevor weitergecached wurde.
Das erste Mal wohl, haben wir einen Biber in freier Wildbahn gesehen. Gemütlich schwamm er unter uns durch. Dann endlich hatten wir es geschafft, in Lüneburg anzukommen.
Um das Mittagessen draussen zu uns zu nehmen in der Mälzer Mühle , war es zu windig, aber die Sonne zeigte sich seit langem mal wieder. Wirklich schön, die Altstadt. Dass der Drehkran am Alte Hafen GC8A60R und die Holzboote für den Salztransport von entscheidender Bedeutung waren, erfuhren wir erst später im Salzmuseum.
Nachdem wir alles erkundet hatten, stellten wir uns in Bad Bevensen ans Ufer der Elbe.











Donnerstag, 09.07.2026 (Bad Bevensen – Neindorf)
Soletherme, Spaghettieis und Biber Nummer zwei
Wiedererwarten war auch heute kein Kleidchenwetter und so beschloss Silvia, dass wir die Jod-Sole-Therme von innen begutachten.
Im Städtchen haben wir dann noch im Restaurant Feuer&Stein Mittag gegessen und ein paar Dosen gesucht. Silvia war so vertieft in die Beantwortung der Fragen zum Earthcache GCA37FR, dass sie nicht bemerkte, dass Antonio verschwunden war. In alle Richtungen blickend, war er nicht auszumachen. Sie setzte sich auf die Bank und begann zu loggen, als sie sein geheimes Pfeifen wahrnahm. Er sass frech in einem Café und hatte sich ein Spaghettieis bestellt.





Nach dem Gaumenschmaus steuerten wir Wolfsburg an. Vorbei an einer Erdöl- und Gasförderanlage, die wir noch kurz inspizierten, ja, wieder für einen Earthcache GC7EXP6, den Silvia machen wollte. Auch ein Bauerncafé, Rölings Hof an dem man sich über den Schweizernesuch sehr freute, kreuzte unseren Weg.





Dann endlich kamen wir in Wolfsburg an. Von den streikenden VW-Mitarbeitern haben wir nichts mitbekommen. Glück gehabt. Dafür begegneten wir wieder einem Biber. Dieser baute seine Burg mitten im Fluss unter der Brücke, unter welcher wir einen Cache suchten. Schüchtern scheinen diese Tiere nicht zu sein.
Bei der Suche eines Schlafplatzes brauchten wir ein paar Anläufe, bis wir zufrieden waren und da bekamen wir besuch von einem Hasen.




Freitag, 10.07.2026 (Neindorf – Braunlage)
Braunschweig in Farbe und Vorfreude auf den Brocken
Die ganze Nacht schon hatten wir ein leichtes Pfeifen im 10-Sekunden-Intervall gehört, doch irgendwann schliefen wir trotzdem ein.
Das Navi war wegen der vielen Strassensperren ganz schön gefordert, brachte uns dann aber zuverlässig nach Braunschweig. Dort staunten wir ab dem bunten Rizzihaus, das einfach so die Stadt mit Farbe aufmischt.
Beim Erathcache frischte Silvia ihr Wissen über die Liesegangschen Ringe auf, von denen sie in Bad Bevensen das erste Mal gehört hatte. Mit all den vielen Cachetypen, Virtual, Tradis GCAJG45, Webcam, Earth, Multi, Mysteri und einige LAB-Caches waren wir bis zum Mittag beschäftigt. Im Genuss-Tresor assen wir und nutzten das freie Internet aus. Wie richtige Internetjunkys hingen wir an den Geräten.







Am Nachmittag erkundeten wir noch ein paar weitere Ecken der Stadt, bevor wir weiterzogen. In Salzgitter am Endlager für radioaktiven Müll vorbei, wird aber erst 2030 oder so in Betrieb genommen.
Dann weiter durch eine Kreidesabbaustätte in Söhlde mit einem Earth Cache GC20CQE und schliesslich nach Hildesheim. Dort wollten wir die Webcam GCPK2M erwischen, die nur alle 30 Minuten ein Foto macht, und so hechteten wir aus dem Bus , die Treppe hinauf aufs Schachbrett und blickten gespannt umher, ob wir es wohl noch geschafft hatten. Tatsächlich waren wir auf dem Foto, juhu. Es aktualisiert alle paar Sekunden, haben wir dann rausgefunden. Naja, lieber so als umgekehrt.
Das nächste Ziel lag im Harzgebirge. Antonio wollte auf den Brocken. Silvia entschied, dass es zu Fuss da hoch geht. Also suchten wir uns in der Nähe einen Platz, um dann am Morgen ready für die zweistündige Wanderung auf den 1142 Meter hohen Brocken zu sein.






Samstag, 11.07.2026 (Braunlage – Tanne)
Auf den Brocken – mit Muskelkraft zum höchsten Gipfel des Harzes
Kurz nach 8:00 Uhr waren wir bereits startklar für die Wanderung. Steil und anstrengend hiess es sein der Weg. Tatsächlich war es etwas anstrengend, über die riesigen Gesteinsbrocken und dann wieder die spitzen, ungeschickt platzierten Granitsteine zu steigen.
Teilweise ging es durch ein Bachbett, das ebenfalls mit Gesteinsbrocken bestückt war. Aber von Stein zu Stein zu hüpfen machte irgendwie auch Spass. Wie angegeben, standen wir ziemlich genau zwei Stunden später auf dem „Gipfel“. Einige LABs hatten wir auf dem Weg bereits gemacht und hier oben gab es echt viel Arbeit: Eine Webcam, die wir fast vergessen hatten, ein paar Tradis, Multis, Mysteries, Virtuals, Earthcaches und tonnenweise LAB-Caches. Auf der grossen Fläche war es so windig, dass Silvia sich wieder warm einpackte. Antonio störte die milde Brise nicht.






Weit in die Ferne konnten wir sehen, obwohl es durchschnittlich gut 300 Nebeltage pro Jahr gibt, alles Flachland, nur in der direkten Umgebung die Gebirge des Harzes. Traurig, wie viel Wald hier abgestorben ist. Klimaerwärmung, Monokultur und Schädlingsbefall haben dazu geführt.





Beim Brockenwirt haben wir SchniPo und Pulled Burger gegessen. War recht gut, für die Massenabfertigung. Immer wieder konnten wir die Dampflokomotive hören und ab und zu auch sehen. Entsprechend nahm auch die Menge an Leuten zu. Kurz vor dem Abstieg erinnerte Antonio daran, dass wir eigentlich wegen der Webcam hier waren und eben diese hätten wir um ein Haar vergessen.
Wir hatten uns gerade auf den Rückweg gemacht, als zwei Feuerwehrautos, ein Rettungswagen und später noch die Bergrettung mit Blaulicht angebraust kamen. Was los war, haben wir nicht erfahren. Erstaunlich gut kamen sie durch diese seit dem Morgen extrem angestiegene Menschenmasse zu ihrem Ziel.
Auf dem Abstieg erfuhren wir durch den Cache Venedigsteg GC28HPK, dass hier früher die Venediger Manganoxyd für die Glasherstellung gesucht hätten. Begleitet wurde der Fund vom faszinierenden Gesang einer Mönchsgrasmücke (Vogel).








Der Abstieg war für die Knie nicht besonders angenehm, doch wir haben es geschafft und mit etwas Süssem abgerundet. Irgendwie müssen die verbrauchten Kalorien ja wieder reingefuttert werden.
Zum Abschluss wagten wir uns ins nahegelegene Waldfreibad Elend. Elendkalt war das Wasser, tat aber gut nach der Wanderung. Von Elend über Sorge bis nach Tanne, wer auch immer sich diese Namen ausgedacht hat, kamen wir zu unserem Schlafplatz in Heringsthal (Tanne).






Sonntag, 12.07.2026 (Tanne – Wechmar)
Kühe auf der Strasse, Weimar und ein neuer Sommerhut
Träumen wir noch, oder sind das wirklich Kühe, die hier auf der Kreuzung rumspazieren?
In Ellrich hätte es uns schon gereizt 100 Meter vom Turm in der HEX Erlebniswelt runterzurutschen. Aber 16€ pro Person war uns zu viel und der Rest des Parks interessierte uns auch nicht, also liessen wir das bleiben und tuckerten dem Trabi und den Töfflibueben hinterher, die uns fast vergiftet hätten mit ihren Abgasen.
Übrigens ist heute endlich mal Kleidchenwetter. Auch die Sonnenblumen strahlen bei 29 Grad.





In Sömerda besuchten wir einen kleinen Lost Place, GC8X609 der zu DDR Zeiten als Lager für allerlei notwendiger Waren gebraucht wurde.



In Kölleda füllten wir unsere Bäuche und wurden dabei mehr als nur satt im Hotel & Restaurant Alte Molkerei. Vor allem Antonio, der noch ein Coup bestellte, obwohl wir nicht mal die Schnitzel aufgegessen hatten.



In Weimar waren wir auf Göthes und Schillers Spuren, erfuhren warum der Ginkobaum hier hoch gefeiert wird und Shakespeare scheint hier auch nicht ganz unbekannt zu sein, zumal sein einziges Denkmal auf dem europäischen Festland hier steht.
Silvia hat sich einen Hut gekauft, auch wenn Antonio ihn etwas hochnäsig findet, so gefällt er ihr ganz gut. Und vor allem passt er, was bei ihrem kleinen Kopfumfang (nicht dem Inhalt) oft ein Grund gegen einen Kauf bildet.




Nach der obligaten Zvieri-Pause (oder so ähnlich 😉 ) machten wir uns langsam auf die Suche nach einem Schlafplatz. Dieser war schnell gefunden und Antonio hatte richtig Freude daran – warum? Weil die Strecke zu unserem Plätzchen, an dem wir uns schliesslich niederliessen, immerhin ein kleiner Offroad-Teil war!
Anschliessend packte er die Drohne aus und erkundete die Gegend, bis die Akkus leer waren. Er chillte gerade ein bisschen am See, als Silva zu ihm kam und meinte: „Die elektrische Seitentür geht nicht mehr zu!“
Das waren natürlich keine schönen Neuigkeiten. Also machte sich Antonio direkt auf die Fehlersuche. Nach etwa 30 Minuten und dem Kontrollieren aller Sicherungen funktionierte sie zum Glück wieder. Vermutlich lag es einfach nur an einem Aufhänger des Systems. Jedenfalls sind wir heilfroh, dass alles wieder läuft. So konnten wir am Ende doch noch ganz entspannt den Sonnenuntergang geniessen.






Montag, 13.07.2026 (Wechmar – Neustadt in Hessen)
Ein besonderes Cachejubiläum und ein trauriger Vogel
Bereits früh in den Morgenstunden war der Verkehr zu hören. Später nötigte die Hitze der Sonne uns zum Aufstehen.
Auf dem Weg trafen wir auf ein eingeschüchtertes Vögelchen, das wir als Mönchsgrasmücke identifizierten. Den Gesang hatten wir neben jenem des Zilpzalps bereits wahrgenommen, doch dieses arme Tierchen hatte sich vermutlich den Flügel gebrochen und konnte nicht mehr fortfliegen. Leider konnten wir ihm nicht helfen.
In Eschwege suchten wir nach einem Restaurant. Schon vorher in der Gegend war nichts Offenes zu finden gewesen und auch hier hatten nicht alle auf GoogleMaps gelisteten Lokale auch wirklich auf. Ein Gyrosteller und ein Salat, von einer eher unfreundlichen Bedienung in der Pizzeria San Remo serviert, dafür war es aber lecker.
Ein Glace, eine Joghurtfrappe und eine Latte gab es für uns dann im Eiscafe Venezia, gegenüber vom Glockenspiel, bei welchem wir einen Cache bergen durften.
Nach dem Gang in einen ‚Schissdrecklada‘, wie Silvia diese Billigwarengeschäfte immer nennt, setzten wir unsere Reise fort. Ach ja, also nein, erst feierten wir noch unseren 17‘000sten Cachefund. Wobei ein solches Jubi nicht mehr der gleiche Wert wie früher hat, da die LABs eigentlich gar nicht richtig dazu gehören. Wir haben 1201 davon. Somit haben wir eigentlich erst 15799 richtige Funde. Gut, zugegeben, die LABs sind teilweise schon recht informativ, vor allem in Städten kann man durch sie doch einiges lernen und entdecken, was einem sonst verwehrt bleiben würde.






Bei Bebra standen wir vor einem sehr herausfordernden Cache. Kennst du das? Eigentlich weisst du genau, wonach du suchst, aber du findest es einfach nicht! – So ging es uns, bis Antonio einen anderen Blickwinkel einnahm und so das gute Stück ins Sichtfeld bekam. Im Städtchen gab es eine kurze Getränkerückgabepause und dann noch ein Glace, weil‘s so heiss ist. Inzwischen über 30 Grad (wobei es andernorts noch weit höhere Temperaturen herrschen).
Unser Tagesziel, welches wir soeben festgelegt hatten, befand sich in Neustadt in Hessen. Dort gibt es einen Stellplatz direkt vor einem Freibad, das kommt uns gelegen, da beides unsere aktuellen Bedürfnisse stillen könnte.




Dienstag, 14.07.2026 (Neustadt in Hessen – Sulzbach am Main)
Grimms Märchen, grosse Hitze und ein Exitgame im Büssli
Obwohl am Morgen einiges los war bei acht Wohnmobilen auf dem Platz, schnarchte Antonio ganz schön lange vor sich hin.
Vielleicht hat er von Papi geträumt, der heute seinen 95. Geburtstag im Himmel feiert. Drei Jahre ist er nicht mehr unter uns und doch bleibt er in unseren Herzen immer da und wir denken fest an ihn.
Nachdem wir aus den Federn gekrochen waren, erkundeten wir das Dörfchen, was dann auch schnell mal erledigt war.


Weiter ging’s nach Hanau, der Stadt, in welcher Napoleon seine letzte Schlacht auf deutschem Boden gewonnen hat. Ausserdem sind die Gebrüder Grimm hier geboren.
Bevor wir aber mit dem Cachen loslegten, haben wir noch ein Restaurant gesucht und ein passendes gefunden, auf das wir richtig Lust hatten: Steakhaus Römerhof.


Nach dem Essen gings los, plötzlich wurden wir von einem Mann und seiner Tochter angesprochen und als Geocacher entlarvt, kein Wunder, wer vermisst sonst mit einem Massband eine Statue auf einem Platz? – Jedenfalls haben sie uns einen Tipp für einen sehr coolen Cache gegeben. (GC9541M)





Bei einem Glace und weit über 30 Grad studierten wir, ob wir uns das bei diesen Temperaturen antun wollen. Schauen kann man ja mal…also los und erst mal ein Schattenzelt gebaut.
Geduld hat‘s vor allem am Anfang gebraucht, bis wir verstanden haben, wie der Hase läuft. Dann hat‘s richtig Spass gemacht. 39,5 Grad zeigte der Tacho an, als wir wieder ins Büsli stiegen. Sank dann aber bald wieder auf 33 Grad runter.
In Aschaffenburg sei Ernst Ludwig Kirchner GC7B8GG geboren, erfuhren wir durch einen Cache. Darauf brauchten wir noch mal ein Glace zur Abkühlung und bald schon landeten wir in einer etwas abgelegeneren Umgebung. Dort gefiel es uns besser, um einen Schlafplatz zu suchen als im städtischen Trubel.




Unser zweites Exitgame drohte schon fast in der Schublade zu verstauben und so wurde dieses heute ausgepackt. Leider ist dies eine Version, die nur einmal gespielt werden kann, solche Abfallproduktionen unterstützen wir sonst eigentlich nicht. Nach gut 90 Minuten haben wir aus dem verwunschenen Märchenwald wieder rausgefunden. Bedeutend schneller als beim anderen Rätselspiel, aber Meister sind wir mit solchen Rätseln noch lange nicht.





Mittwoch, 15.07.2026 (Sulzbach am Main – Witzmannsberg)
Schneewittchen, Windräder und eine staubige Bekanntschaft
Das befürchtete Gewitter hat in anderen Teilen Deutschlands wohl ziemlich gewütet. Bei uns blieb es trocken. Lohr am Main war der erste Ort, den wir heute besuchten. Ein herziges Städtchen, in dem überall märchenhafte Gestalten zu sehen sind. Wir hatten NULL Ahnung warum diese hier so präsent waren. Durch Google erfuhren wir, dass der Lohrer Apotheker und Historiker Dr. Karlheinz Bartels 1986 feststellte, dass im Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ einige Parallelen zu Lohr und seiner Stadtgeschichte zu finden sind. Daraufhin stellte er nach intensiven Recherchen die These auf, dass, falls es ein historisches Vorbild für Schneewittchen gab, diese eine Lohrerin gewesen sein muss.



Silvia hat sich seine Thesen genauer angeschaut und hat sich von seinen recht plausiblen Argumenten überzeugen lassen. Aber darauf gehen wir hier jetzt nicht ein, das würde den Rahmen sprengen. Falls es jemanden doch Wunder nimmt, was es damit auf sich hat, der kann es unter folgendem —> Link nachlesen.
Auch Mopper und Snüdel, also die Blutwurst und ihre Schnüre, haben ihre eigene nicht uninteressante Geschichte.


Da wir nun schon so lange herumgeschländert waren, begann der Bauch zu knurren. In der Brauerei Keiler konnten wir dieses Problem beheben.



Einige Landkreise später kamen wir in Mellrichstadt an. Ein Cache und ein kühlendes Dessert und weiter geht‘s.
Auf dem Weg nach Coburg bewunderten wir den Bau eines neuen Windrads. In Coburg bildete der Webcamcache das Hauptziel. Nach einem kleinen Spaziergang durch die schönen Gässchen begann die Suche nach einem Übernachtungsplatz.
Dort angekommen, hat Antonio eine ganz schön anhängliche Freundin gefunden. Allerdings war sie so staubig, dass Silvia sie nicht unbedingt in der Wohnung haben wollte.








Donnerstag, 16.07.2026 (Witzmannsberg – Pfrombach)
Landshut begeistert – und das grosse Ziel ist erreicht
Jede Viertelstunde haben wir gehört, da wir beide nicht schlafen konnten. Keine Ahnung warum? Vielleicht eine Wasserader unter dem Büssli?
Gegen Morgen bekamen wir dann doch noch eine Mütze Schlaf ab und so konnten wir einigermassen fit in den Tag starten. Zweieinhalb Stunden Autofahrt lag vor uns.
Kurz vor dem Mittag kamen wir in Ingolstadt an. Da waren wir zwar schon mal, aber da die Restaurants in der Umgebung eher rar sind, wählten wir die Stadt als sicheren Hafen.
Wie gestern, verköstigten wir uns mit einem Salat, bloss hätte hier im Augustiner Bräu Theresienhof – Illinger Haus auch einer für beide gereicht bei den Monsterportionen. Da er so gut war, haben wir beide aufgegessen.



Silvia wollte noch in einen Baumarkt. Erst waren wir ab den seltsamen Beschriftungen der nummerierten Regale irritiert, doch als sie an der Info ihr Anliegen erklärte, wurde sie auf Regal 94, Fach 13 verwiesen und kam so punktgenau beim Ziel an. Gar nicht mal so übel, wenn man weiss, wie’s funktioniert.
Nach ein paar weiteren Caches Tradi, GC5XHQ2, Virtual GC9P832, GC9P73F, WebCam GCN4N3 und einem After Eight Eis kamen wir in Landshut an. So eine farbige und charmante Flaniermeile hätten wir hier nicht erwartet. Zahlreiche historische, reich verzierte Häuser, die imposant herausragende Martinskirche, die Traunitzburg, das Ländtor zur Stadt und noch viele weitere sehenswerte Bauwerke.






Wir waren nach einer Weile gesättigt von den vielen Eindrücken und wollten uns im Freibad noch etwas abkühlen. Jenes von Landshut hatte weit und breit keinen freien Parkplatz mehr und so versuchten wir es in Moosberg. Dort kamen wir zum Abendtarif rein, da es doch schon 18:30 war und sie um 20:00 schlossen.
Als Silvia wie ein Hühnchen aussah, weil sie so kalt hatte, verzogen wir uns schnell wieder ins Büssli. Stellten uns an den Damm, assen und feierten mit einem Whiskey, dass wir nun in allen 401 Landkreisen von Deutschland mindestens einen Cache gefunden haben.





Freitag, 17.07.2026 (Pfrombach – Trimmis)
Zwischen Gewittern zurück nach Hause
Etwas Respekt hatten wir gestern, als wir im Bett lagen, schon, als ein paar heftige Böen das Büssli bewegten. Glücklicherweise zog der heftige Wind schnell weiter und es regnete nur noch ein wenig. In anderen Gegenden hatte es schlimmer gewütet, wie wir später bei einem Spaziergang durch den Wald in Buxheim festgestellt haben.
Das Wetter war heute viel besser als erwartet. In ganz Deutschland waren starke Gewitter angesagt, doch davon bekamen wir erst mal wenig mit.
Da wir unser grosses Ziel mit den Landkreisen erreicht hatten, stand für heute eigentlich nichts, ausser nach Hause zu fahren, auf dem Programm.
In Buxheim suchten wir uns eine Runde im Wald aus. GC7CDJJ
Vorher gab es aber noch Mittagessen. Beim Cachen sahen wir, dass hier ein heftiger Wind gewütet hatte. Aber auch der Förster hatte wohl einiges zu dem wilden Chaos beigetragen, sodass ein Durchkommen nicht immer so einfach möglich war.
Aber im Gesamten war es recht gemütlich und entspannend, durch den Wald zu schlendern und dabei einige kreative Dosen zu finden. Ganz am Schluss bekamen wir ein wenig Stress. Es donnerte bedrohlich und wurde immer düsterer. Auch die Temperaturen sanken ab, also eilten wir zurück zum Büssli.
Dort angekommen, sahen wir, wie alles oben weg an uns vorbeizieht. Also schon wieder Glück gehabt.










Ein letztes Mal noch, wollten wir ein Café aufsuchen, doch ausserhalb von Memmingen war das gar nicht so einfach. Im Illerhof gab es dann endlich Kaffee und Eis, bevor wir uns definitiv auf den Heimweg machten.


Dort angekommen waren wir, also vor allem Silvia, gespannt, wie es dem Garten geht. Doch erst mal wurden wir herzlich von einer Sonnenblume und einem lieben Kärtchen, das unsere tolle Nachbarin geschrieben hat, begrüsst. So lieb!
Der Garten gab nicht so viel her, wie gedacht, doch für ein leckeres Abendessen reichte es.


Fazit
Drei Wochen, 4’077 Kilometer, 401 Landkreise und unzählige Erinnerungen – unsere Sommerferien 2026 hätten abwechslungsreicher kaum sein können.
Natürlich freuen wir uns riesig, dass wir unser grosses Ziel erreicht haben und nun in allen 401 deutschen Landkreisen mindestens einen Geocache gefunden haben und das nur drei andere Cacher aus der Schweiz dies geschafft haben. Doch wie so oft sind es gar nicht die Zahlen, die bleiben.
Es sind die kleinen Begegnungen, die spontanen Entscheidungen, die überraschenden Entdeckungen, die wunderschönen Landschaften, das gemeinsame Lachen, die vielen feinen Restaurants mit meist gutem, (nicht immer nur gesundes) Essen, die unzähligen Glaces, Kuchen und die ruhigen Abende irgendwo mitten in der Natur, die diese Reise so besonders gemacht haben.
Unser Büssli hat uns – abgesehen von ein paar kleinen technischen Eigenheiten – (dass die elektrische Seitentür einmal nicht mehr zuging und die Elektrobedienung der Rücksitze plötzlich herausgefallen ist) zuverlässig begleitet, wir konnten den grossen Unwettern meist ausweichen und sind gesund wieder zuhause angekommen. Dafür sind wir unglaublich dankbar.
Und weil wir uns selbst am letzten Ferientag schon dabei ertappt haben, neue Ideen für kommende Reisen zu sammeln, ist eines klar:
Nach den Ferien ist vor den Ferien.
Bis zum nächsten Abenteuer!
Ach ja, da war noch was!
Du hast die TB-Nummer gefunden? Perfekt! Das beweist: Die Hitze hat deine Cacher-Sinne noch nicht komplett lahmgelegt!
Jetzt musst du nur noch schnell ins TB-Listing rüberhüpfen und loggen, um dir ein Ticket für unsere Verlosung zu sichern. Einsendeschluss ist der 9. August 2026 – alles, was danach kommt, ist für uns leider mental schon wieder im Ferienmodus. Der oder die Glückliche wird gnadenlos aus dem Hut gezaubert.
Bis bald und viel Glück bei der Ziehung!