13. Juni 2026

Pfingsten 2026 – Silvia denkt, Antonio lenkt…

Pfingsten, drei freie Tage und kein Plan. Eigentlich die besten Voraussetzungen für ein gelungenes Abenteuer. Während Silvia noch überlegte, wohin die Reise gehen könnte, stand für Antonio bereits fest, dass das Chalet rollen würde. Drei noch unbesuchte Landkreise rund um Garmisch-Partenkirchen lieferten schliesslich die grobe Richtung – alles Weitere ergab sich unterwegs. Ganz nach unserem Pfingstmotto: Silvia denkt, Antonio lenkt.

Dieses Motto wurde uns am Vorabend beim Hock beinahe aufgezwungen. Wohin die Reise führen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.

Erst am Freitag wurde tatsächlich nachgedacht. Nach der Arbeit widmete sich Silvia dem Schmieden eines Plans. Drei Landkreise rund um Garmisch-Partenkirchen fehlten uns noch auf unserer Geocaching-Karte, also war die grobe Richtung schnell bestimmt.

Tag 1 – Entspannt ins Allgäu

Freitag, 22. Mai 2026 (Trimmis – Eglofs)

Nach dem Abendessen verluden wir den benötigten Hausrat für die nächsten drei Tage ins Chalet und machten uns auf den Weg. Dem Stau entgegen – so lautete der Plan, und dieser ging zunächst auch auf. Gemächlich tuckerten wir bis über die Grenze. Dann holte uns doch noch ein kurzer Stau ein. Ursache war ein schwerer Unfall auf der Gegenfahrbahn. Sogar ein Helikopter stand auf der Autobahn. Hoffen wir, dass es schlimmer aussah, als es tatsächlich war.

Plötzlich fanden wir uns in einer ländlichen Gegend voller Natur und Ruhe wieder. «Willkommen im Allgäu» begrüsste uns eine Tafel auf dem Kreisel eines kleinen Dorfes. Diese Umgebung lädt zum Entspannen ein – ja, hier gefällt es uns.

Der Übernachtungsplatz war zwar etwas unromantisch direkt vor einem Schwimmbad, dafür offiziell für Wohnmobile ausgewiesen. Antonio schnappte sich seine neu erworbene Drohne und liess sie gleich in den Himmel steigen, solange es noch hell genug war. Silvia verfasste derweil das Brichtli bis hierhin.


Tag 2 – FTF, Burger und Bad Tölz

Samstag, 23. Mai 2026 (Eglofs – Taubenberg)

Um etwa 08:00 Uhr waren wir bereits wach, und auch Silvia schlüpfte bald aus den Federn. Zum Frühstück gab es einen Leitplankencache, (GC5BRTD) der von uns einen Favoritenpunkt erhielt. So etwas hatten wir noch nie gesehen.

Ein Earthcache (GC9BF5C) in Seeg forderte uns ziemlich heraus, und am Soier See trauten wir uns im Naturschutzgebiet kaum an die Dose heran. (GC77G96)
Dafür liessen wir am Ufer noch etwas die Seele baumeln. In Bad Kohlgrub fanden wir schliesslich richtig leckere Burger im S’Wirtshaus Adam&Eva.
Silvia genoss einen Ziegenkäseburger mit Preiselbeeren, Antonio einen Pulled-Pork-Burger. Mann, waren wir satt nach diesen riesigen Brocken!

Etwas träge, da sämtliches Blut in den Verdauungsorganen beschäftigt war, überlegten wir, wohin die Reise weitergehen sollte. Doch plötzlich waren die Geister hellwach. Fast wie ein Wecker riss uns ein FTF aus der Ruhe. (GCBQCM8)
Und dann ging alles ganz schnell: Zehn Minuten später standen wir am Nullpunkt, und nach kurzer Suche hielten wir den Nano in den Händen. Jaaaa – FTF! Wenn das keine gute Nachspeise ist …

Ein paar Dosen später landeten wir in Bad Tölz. Woher kommt uns dieser Name so bekannt vor? Vielleicht vom Bullen von Tölz? Wer weiss. Jedenfalls ist das Städtchen wunderschön, und auch das richtige Dessert – ein Eis – schmeckte hervorragend. Nach dem Flanieren legten wir uns noch eine Weile an die Isar und genossen den aufziehenden Sommer.

Am Taubenberg hätten wir gerne den Aussichtsturm bestiegen. Da dieser geschlossen war, musste die Drohne Bilder aus der Höhe liefern. Und so war es – ganz nach unserem Motto, wie bereits am Vortag: Silvia denkt und schreibt das Brichtli, Antonio lenkt die Drohne.


Tag 3 – Lost Places und Alpenrosen

Sonntag, 24. Mai 2026 (Taubenberg – Kühtai)

Silvia hörte in der Nacht Musik, die nicht eindeutig zuzuordnen war. Entweder waren es einfach Jugendliche mit lauter Musik oder eine nächtliche Pfingstprozession zum Taubenberg. Zum Glück standen wir weit genug entfernt.

Rosenheim war der letzte Landkreis, den wir auf diesem Pfingsttrip besuchen wollten. Dort absolvierten wir eine coole Letterbox mit grandiosem Finale. GC7V0E5

Auch der nächste Cache war sehr interessant. Er führte uns zu einem alten Betriebswerk – ein Lost Place ganz nach unserem Geschmack. (GCA3J6Z)
Für Silvia besuchten wir anschliessend noch einen Kaugummiautomaten-Cache, GC8P66B bevor wir in der Kunstmühle zu Mittag essen wollten.

Hm … dort assen alle gerade Frühstück. Als wir Mittagessen bestellen wollten, erfuhren wir, dass dies erst ab 12:00 Uhr möglich sei. Also noch 15 Minuten warten – oder doch frühstücken?

Warum eigentlich nicht? Kurze Zeit später stand das Frühstück «Amore» vor uns. Da wir ausnahmsweise für Marlies (äs liabs Grüassli an dieser Stelle) einen Aperitif bestellt hatten, durften wir den zum Frühstück gehörenden Prosecco gegen einen grösseren Orangensaft eintauschen.

Nun musste Silvia ihre Denkzellen erneut aktivieren, denn es galt zu entscheiden, wie die Reise weitergehen sollte. Über Österreich zurück – und weil Antonio lenkt, durfte er entscheiden, ob mit oder ohne Autobahn. Lieber ländlich. Also tuckerten wir durch kleine Dörfer, vorbei an idyllischen Mischwäldern, frisch gemähten Wiesen, Hügeln und Bergen, ein Telefonzellen Cache GCAYEHE, bis wir schliesslich in Innsbruck landeten.

Dort gestaltete sich die Suche nach einer Gelateria überraschend schwierig. Die eine hatte eine viel zu lange Warteschlange, die nächste sprach uns nicht an und die dritte war geschlossen. In einem Café gab es schliesslich einen Affogato, der uns aus unserer heutigen Trägheit befreite.

Immer wieder hielten wir für ein Döschen an und suchten anschliessend nach einem Schlafplatz – was in Tirol echte Knochenarbeit ist. Ähnlich wie zuvor bei der Glacesuche brauchten wir mehrere Anläufe und viel Geduld. Irgendwann fanden wir schliesslich einen Platz, der sogar richtig schön war. Auf 1’980 m ü. M. war es zudem deutlich angenehmer als unten im Tal. In Innsbruck war das Thermometer auf 30 Grad geklettert, hier oben hatte sich die Temperatur beinahe halbiert.

Kurz vor Sonnenuntergang kam Silvia auf die grandiose Idee, noch schnell den Cache dort oben zu holen. GC7JP33 «Sind ja nur 278 Meter.» Diese hatten es allerdings in sich: steil, matschig, unwegsam und voller Alpenrosen. Etwas verschwitzt, aber zufrieden erreichten wir die fast schneefreie Piste, und auch das Böxli zeigte sich rasch. Noch schnell ein Selfie – und dann wieder hinunter, solange die Sonne noch ein paar Strahlen schickte. Gerade noch geschafft.


Tag 4 – Heimfahrt über Pässe und Umwege

Montag, 25. Mai 2026 (Kühtai – Trimmis)

Was für ein himmlisches Konzert dieser vielfältigen Vogelwelt! Nach einem Morgenspaziergang zu einigen Caches machten wir uns gemütlich und ohne Autobahnen auf den Heimweg.
(GC2F0JW) (GC670M4) und ein Cache, den wir vor mehr als 10 Jahren nicht gefunden hatten, ging es heute an den Kragen. (GC4T22K)

Antonio hatte die Idee, noch über Samnaun zu fahren und dort zu Mittag zu essen. Zu unserer Überraschung hatten wir allerdings kaum Auswahl. Nur ein einziges Lokal war geöffnet. Also bestellten wir zu stattlichen Preisen etwas, das satt machen sollte. Es war in Ordnung – mehr aber auch nicht. Wenigstens war das Dieseltanken günstig: Für CHF 1.51 pro Liter konnten wir dem Chalet noch eine preiswerte Stärkung gönnen.

In Scuol bestaunten wir den Alpin-Circle-Cache, (GCBFQBZ) vertraten uns kurz die Beine und kurvten anschliessend über den Flüelapass. Auf dem Weg durchs Prättigau beschlossen wir, das verlängerte Wochenende mit einem kleinen Coup abzuschliessen. Im Forum im Ried war die Auswahl zwar nicht gross, dafür war es auf der schattigen Terrasse ausgesprochen gemütlich.

Fazit

Drei Tage, drei Landkreise, zahlreiche Dosen, ein FTF, spektakuläre Aussichten und jede Menge spontane Entscheidungen – genau so mögen wir unsere verlängerten Wochenenden. Ob Burger, Affogato, Alpenrosen oder Drohnenflüge: Die Mischung aus Geocaching, Natur und gemütlichem Unterwegssein hat einmal mehr perfekt gepasst. Und eines hat sich definitiv bestätigt: Wenn Silvia denkt und Antonio lenkt, kommt am Ende fast immer ein gelungenes Abenteuer dabei heraus.

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