10. Mai 2026

Unser Frühlings-Abenteuer zwischen Lost Places und 4×4-Action und Knie-Reha

Wenn die Knie-Operation den Startschuss für das nächste Abenteuer gibt, dann heisst es für uns: Büssli packen, Velos montieren und ab in den Süden! Unsere Frühlingsferien 2026 waren mehr als nur eine Reise – sie waren der ultimative Härtetest für Antonios Knie.

Wie gut hat das Comeback geklappt? Wo haben wir die besten Lost Places gefunden? Und warum haben uns die E-Bikes manchmal an unsere Grenzen gebracht? Hier kommt unser Rückblick auf eine Woche voller Cache-Abenteuer, italienischem Genuss und purer Freiheit.

Antonios Genesungszeit nach der Knieoperation wurde direkt von den Ferien abgelöst und so machten wir uns am Samstag auf den Weg. Die Velos waren montiert, schliesslich mussten wir testen, ob Antonio bereit für das Auffahrtswochenende ist, und auch alles andere war im Büssli verstaut. Also los…

Übrigens, hier versteckt sich wieder eine TB-TAG-Code!

Irgendwo in diesem Bericht hat sich eine kleine, besonders fiese TB-TAG-Code eingeschlichen. Und weil die Suche dieses Mal so knifflig ist, haben wir den Jackpot erhöht: Es gibt nicht nur den TB-Tag zu gewinnen, sondern zusätzlich noch einen tollen Geocoin!

Wer die Nummer findet, darf sich unheimlich clever fühlen (und sich doppelt freuen) – und wer nicht… na ja, immerhin hast du hoffentlich Spass beim Suchen gehabt! Also Augen auf, Spürnase an und los: Irgendwo lauert sie, die versteckte Kombination. Am Schluss des Berichts findest du den Einsendeschluss.

Von Warnschildern, Lost Places und Froschkonzerten

Samstag, 18.04.2026 (Trimmis – Trino)

In Thusis kam Antonio in den Sinn, dass in Italien möglicherweise andere Gesetze für den Transport von Velos am Heck herrschen. Nach einer kurzen Recherche wurde im Jumbo in Thusis ein weiss-rot gestreiftes Warnschild gekauft.

Kurz darauf stach Silvia ein Multi-FTF ins Auge. Mehr oder weniger auf der Route. Leicht nervös setzten wir die 2,5-stündige Fahrt fort. Vor Ort erwartete uns ein „Lost Place“-Friedhof. Il cimitero abbandonato di Darola GCBN7H1 Dornröschenmässig verwachsen stand die Ruine der Kirche im Dickicht. Zum Glück hatten wir die Dose bereits gefunden und wieder verstaut, als drei Leute sich ebenfalls auf Erkundungstour machten. Ob es auch Cacher sind? Vielleicht sogar FTF-Jäger? – Vermutlich nicht, denn nach uns kam kein Log mehr rein.

Unweit des speziellen Ortes fanden wir einen schönen Platz, um den FTF zu feiern. Safranzopf (mhhhhh, war der lecker!) und was halt noch so zu einem guten Znacht dazugehört. Plötzlich stoppte Antonio die Musik. Da mussten Unmassen an Fröschen sein, ganz nah. Doch bald waren sie wieder ruhig, oder einfach weitergezogen? Vielleicht leben die in den diversen Reisplantagen, die hier überall zu finden sind.

Lost Places, Legenden und der erste Knie-Härtetest

Sonntag, 19.04.2026 (Trino – Madonna delle Rovere)

Antonio machte seine Übungen fürs Knie, Silvia für die Augen. Als beide ready waren, ging es los. Ein „Lost Place“-Waisenhaus mitten in Trino. L’orfanotrofio San Giuseppe GCAK0K9 Einer der wenigen LPs, bei denen noch ganze Glühbirnen vorhanden sind. Selbst die Tafel mit den Gründungsmüttern war intakt geblieben. Ein Ort, bei dem man sich nicht sicher ist, ob man wissen will, wie es damals zuging, als dort noch reger Betrieb herrschte.

Das nächste Ziel lag nur wenige Meter entfernt: eine Kirche, die nicht ganz als LP durchgeht, wie wir vor Ort erfuhren. Chiesa di San Michele in insula GCAD83G Wir studierten die Grabsteine, um die Infos für den Multi zusammenzutragen, als ein netter Mann zu uns kam und fragte, ob wir die Kirche auch von innen anschauen möchten. Klar, gerne! Und schon waren wir inmitten einer sehr ausführlichen Geschichtslektion über die Chiesa di San Michele della Insula. Silvia musste ihre Ohren und ihren Verstand ganz schön spitzen, um wenigstens die Hälfte zu verstehen, während Antonio fast alles mitbekam. Vom Schädel bis zu den Gehörknöchelchen wurde uns alles genauestens gezeigt und erklärt. Jemand habe ihn mal gefragt, ob er nicht Angst habe, hier zu leben, bei all den Toten. Seine Antwort sei gewesen, dass man sich eher vor den Lebenden als vor den Toten fürchten müsse, womit er wohl recht hat. Nachdem wir auch noch alles über die Geheimgänge erfahren hatten, die es früher unter der Kirche gegeben haben muss, machten wir uns wieder auf den Weg.

Nach so vielen Eindrücken (und dem vom Kirchen-Input leicht rauchenden Köpfe!) musste zur Mittagszeit dringend eine Stärkung her. Fündig geworden sind wir im Restaurant ‚La Perla di Trino‘. Absolute Empfehlung – genau das Richtige, um die Batterien wieder aufzuladen!

Ebenfalls bei einer Kirche lag die nächste Dose, doch diese war völlig verlassen und versteckt in einem kleinen Waldstück. cache „lo spartito del diavolo“ GC7FDY7
Erst beim übernächsten Cache Principato di Lucedio GCAFB43 erfuhren wir, was es mit dem Bild der Orgel und der abgebildeten Partitur auf sich hat, das uns in der runden Kirche überrascht hatte. Der Legende nach wurden die Mönche im nahe gelegenen Kloster durch einen Fluch der Hexen vom Teufel besessen. Missbrauch, Ausbeutung des Volkes und Gewalt waren die Folge. In der kleinen Kirche war diese Orgel, die – wenn man ihre Partitur rückwärts spielt – den Teufel heraufbeschwört; spielt man sie richtig herum, verschwindet er. Die Leichen der besessenen Mönche seien in dieser Kirche auf die Bänke gelegt worden, um über die Bösewichte zu wachen.

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn man den Ort zuerst besucht und erst nachher seine Geschichte erfährt…

Uns führte die Reise weiter in Richtung Süden bis nach Canelli. Dort wurden die Velos abgeladen. Läck, sind die staubig! Genau wie das Büssli!

Vier Kilometer und 16 Caches, #01 Scaccomatto GC7P3P6 genau richtig, um vorsichtig zu testen, wie Antonios Knie das so meistert mit den ständigen Biegungen in der Realität. Klappte ganz gut! Hoffen wir, dass es auch so bleibt.

Die letzte Station für heute lud uns zum Sitzen ein. Drei überdimensionale Stühle standen uns dafür zur Verfügung und nicht nur das: Ein Stellplatz lag ebenfalls direkt daneben und dahinter eine alte Kirche. Zum Abschluss stand noch ein Virtual Cache Big chairs of the big family GC890B8 auf dem Plan und dann stellten wir unser Chalet in die Lindenallee und liessen uns vom frischen Wind wiegen, schauten der Sonne zu, wie sie sich in der Ferne verabschiedete, und lauschten dem Kuckuck und zahlreichen anderen Vögeln.

Von kulinarischen Höhenflügen zu dornigen Herausforderungen

Montag, 20.04.2026 (Madonna delle Rovere – Bergolo)

Nach den Morgenritualen waren wir parat für den Tag. Mango war das erste Ziel. Ein kleines Dörfchen, auf dessen Markt wir uns mit Käse und Brot eindeckten. Der einzige Cache war wohl ausgeflogen.

In Neive, ebenfalls einem kleinen Dörfchen auf einem Hügel, zeigte sich das Döschen und Silvia konnte Antonio sogar noch in eine etwas ungewohnte Kirche locken. Von aussen eine ursprüngliche Kirche, die dem heiligen Michael geweiht war, doch drinnen völlig umgestaltet für orthodoxe Mazedonier.

Der nächste Programmpunkt lag in Alba. Vor Jahren hatten wir hier mal Fassone, das piemontesische, butterzarte Rind, genossen, und dieses Erlebnis wollte Silvia auffrischen – im Wissen, dass es vermutlich eher enttäuschend sein würde, da es besser als damals gar nicht mehr sein kann. Es ist gar nicht so einfach, ein Lokal zu finden, welches diese Spezialität anbietet und am Montagmittag geöffnet hat. Doch die akribischen Recherchen haben sich gelohnt und so klappte es bei der zweiten der drei ausgesuchten Optionen in der Osteria del Vicoletto wissend, dass Antonios Essen sowieso nie so gut ist wie Silvias, bestellte er die gleiche Hauptspeise, mit dem klitzekleinen und doch so entscheidenden Unterschied der Garstufe. Silvias Essen war somit auch heute besser.
Allerdings war es einfach ein gutes Rind, das sich nicht wesentlich von anderen abhebt. Auch der Barbera und der doppelt so teure Barbaresco unterschieden sich zwar, aber nicht so extrem, wie vom Preisunterschied her erwartet. Silvia hat nun versprochen, dass sie ihren Frieden mit ihrem Fassone geschlossen hat und Antonio nicht mehr einen ganzen Tag opfern muss, um wieder an dieses Fleisch zu kommen. Dafür gab es auf dem Weg durch die Altstadt noch ein Gelato.

Nun musste ein neues Ziel her und die Wahl fiel auf Bergolo. Warum? Weil es dort ein paar Cacherunden gibt und wir damit die Kniebiegungstauglichkeit von Antonio in Schwung halten wollen. Ausserdem wurde die Tauglichkeit unserer Nerven getestet, als wir die E-Bikes erst durch hartnäckiges Gestrüb und Dornen schieben mussten; dann wurde es so steil und überwachsen, dass wir jedes Bike einzeln zu zweit den Berg hochzerren mussten, bis wir an unsere Kräftegrenzen kamen. Praktischerweise waren wir dann auch endlich oben angekommen. Und die Nerven haben erstaunlich gut durchgehalten (sogar Silvias, im Gegensatz zu ihren Hosen, die von den Dornen zerlöchert wurden). Die Runde #LD01 bis #17 Podalirio GC3JF1C ist nicht mit dem Fahrrad zu empfehlen, ausserdem haben wir von hinten angefangen.

Kurz vor dem Ende wollte Antonios Bike aufgeben. Ein Platten! Zum Glück schafften wir es noch bis zum Büssli. Antonio konnte dort den Schlauch austauschen. Hoffen wir, dass morgen alles klappt, da steht eine längere Tour auf dem Programm.

Schweizer Pünktlichkeit vs. italienische Gelassenheit: Ein Tag in Bergolo

Dienstag, 21.04.2026 (Bergolo)

Um kurz nach neun waren unsere Drahtesel gesattelt. Von Cache zu Cache radelten wir uns durch die Wälder und Täler. Das Wetter wusste nicht so recht, was es machen soll: erst etwas Nebel, dann kurz Sonne, und kurze Zeit später war es kalt und bewölkt. Das Ganze wechselte sich immer wieder ab. Um 12:30 Uhr war der Hunger gross und eine Steinbank lud zur Pause ein. Wir verdrückten unsere Käsesandwiches und stiegen bald wieder auf die Velos, denn zum Rumtrödeln war es doch zu frisch.

Steigungen hoch und runter, Laub, Dornen, Schlamm – nur mit voller Konzentration konnte man hier gewinnen. Die meisten Caches waren gut zu finden, doch irgendwann wurde es harzig. Silvias Lust zu suchen nahm ab. Nur die letzte Schlaufe fehlte noch. Da wir eh wieder im Dorf waren, reservierten wir einen Tisch im einzigen, Albergo Ristorante ‚l Bunet um sicherzugehen, dass wir heute noch was zwischen die Beisserchen bekommen; schliesslich war unser Vorrat aufgebraucht und Geschäfte gibt es hier keine.

Antonio packte die Lust, noch die letzten Caches zu holen, obwohl sein Knie eigentlich gern eine Pause gehabt hätte. Also machte er sich allein nochmal auf den Weg. Silvia legte sich auf eine Bank und genoss die Sonnenstrahlen, die sich zwischendurch mal an den Wolken vorbeizwängen konnten.

Antonio bekam inzwischen vom Owner der Runde eine Antwort auf den Cache, den wir nicht gefunden hatten. Mithilfe des Spoilerbilds und eines zusätzlichen Hints konnte er diesen dann doch noch finden.

Pünktlich, wie Schweizer halt so sind, trudelten wir um 18:30 Uhr im Restaurant ein. Die nette Dame meinte, dass wir zwar schon reinsetzen dürften, aber sie öffnen erst in einer Stunde und wir könnten erst etwas bekommen, wenn der Chef dann komme. Da erst merkte Antonio, dass er sich um eine Stunde vertan hatte.
Ein paar Caches lagen noch im Dorf verstreut und diesen ging es nun an den Kragen vor dem Essen.

Also probierten wir es um halb acht noch einmal. Natürlich waren wir die ersten Gäste und hatten freie Platzwahl.
Essen war bestellt, nun las Silvia sich verzweifelt durch die Weinkarte. Offenausschank gibt es nicht. Also muss ein Treffer her. Schwierig, wenn man nicht einen einzigen Wein der Karte kennt. Immerhin bekannte Weinsorten. Also durchforstete sie die Nebbiolo-Seite und entschloss sich, nach Jahrgang zu wählen. 2021 war, glaube ich, ein guter und so wurde einer von den wenigen herausgepickt. Zwar wurde uns ein 2022er serviert, aber dieser war hervorragend (Langhe, Nebbiolo, Anna Maria Abonna).

Zum Essen: Ja, was sollen wir dazu sagen? – Wie immer war Silvias Wahl besser. Wir lernten, dass Kartoffeln Gemüse sind, und die Hauptspeise war bei beiden nicht so wirklich nach unserem Geschmack. Die anderen Gänge, inklusive Dessert, waren bei Silvia gut.

Kurz vor dem Regen spazierten wir zum Büssli zurück und schafften es gerade noch rechtzeitig. Und schon versanken wir im Land der Träume.

Der ‚Ruhetag‘, der keiner war: Von Fossilien und der Schokoladensalami

Mittwoch, 22.04.2026 (Bergolo – Montenotte)

Eigentlich wollten wir heute nach dem gestrigen anstrengenden Tag nichts tun. Einkaufen mussten wir aber, und noch eine Nacht konnten wir hier wohl auch nicht stehen bleiben. Also düsten wir mal Richtung Süden los. Einkaufen ist in diesem vergessenen Tal gar nicht so einfach. Als wir in die Nähe einer gelösten Mysterierunde kamen, #1 Magic Eye GC7Q6EM zogen wir diese halt mal vor. Zu Fuss gingen wir die kleine Runde an. Mann, war das kalt! Acht Grad, leichter Wind, feuchte Wiesen, schlammige Wege. Aber trotzdem wunderschöne Natur: Orchideen, wohlriechender Thymian, stachliger Wacholder, Tausendfüssler, Fossilien in den Steinen und natürlich die neuen Dosen, die uns führten.

Nasse Füsse, nasse Hosen und nur ein Restaurant in der Nähe. Eins reicht auch, wenn es denn offen hat. Doch wir wurden wieder verschickt. Die Mamma hat Geburtstag, da gibt‘s nichts für Gäste. Na dann…

Das nächste, welches Google Maps empfahl, Il Ristoro di Paolone hätten wir nie betreten, wenn es nicht so gut bewertet gewesen wäre und nicht gerade zwei Arbeiter aus dem verbleichten Industriegebäude gekommen wären. Auch drinnen war unklar, ob das wirklich ein Restaurant ist. Also einen Stock hoch, dem nächsten Arbeiter die Klinke aus der Hand genommen, und schon standen wir mittendrin.

Was es zu essen gibt, haben wir nicht verstanden, auch mit dem Übersetzer brauchte es noch viel Fantasie. Alle gaben sich grosse Mühe, uns mit Händen und Füssen die verschiedenen Speisen zu erklären, und freuten sich, als wir uns für etwas entschieden hatten.

Silvia fielen fast die Augen aus dem Kopf, als sie vom WC zurückkam und den riesen Teller Pasta an ihrem Platz sah. Und das war nur der erste Gang. Il Secondo war zum Glück etwas kleiner. Dass Antonios Fleisch eher trocken war, müssen wir ja wohl nicht erwähnen. Silvias Omelett mit Gemüse, Schinken und Käse war dafür sehr lecker. Fürs Dessert outete sich ein Kellner, dass er mal in Deutschland gelebt hatte, und so musste er uns aufzählen, was es alles gibt. Bei der Schokoladensalami zweifelten wir seine Sprachkenntnisse an und liessen uns davon überraschen. Tatsächlich hiess das so und beide Nachspeisen waren sehr lecker und schnell verputzt.

30 € war der Preis für das alles. Wir konnten es kaum glauben. Arbeiterbeiz halt. Echt cool!

In Montenotte cachten wir noch ein wenig, tankten endlich mal wieder und kamen dann beim Einkaufszentrum an, wo uns eine Frau schon am Parkplatz entgegenlachte. Ein AG-Nummernschild. Kennen wir die? Nein. Aber sie hat uns zum zweiten Mal gesehen und hatte Freude, mal wieder Deutsch zu sprechen, da sie vor Kurzem hier in die Gegend gezogen sind. War lustig, sich hier unterhalten zu können, wie wenn man sich schon ewig kennen würde.

Nun ging es auf die Suche nach einem Schlafplatz, an dem wir noch ein wenig chillen können – schliesslich wollten wir heute ja eigentlich nichts tun. Eine Offroadstrasse und schon war es um Antonio geschehen… dafür hatten wir unseren Platz. Irgendwo im Wald neben einer Kurve. Bei den Strassenverhältnissen rechnen wir nicht mit viel Verkehr. Ein bisschen süsses und dann noch ein UNO FLIP bevor wir uns in den oberen Stock zum schlafen legten.

Natur and Relax‘? Von wegen! – Ein Tag zwischen Urwald, Ruinen und Meer.

Donnerstag, 23.04.2026 (Montenotte – Bergeggi)

Ein paar wenige Autos und ein Bagger fuhren an uns vorbei. Offroad ging es am Morgen wieder zurück auf die normale Strasse.

Natur and relax GC7A90P“ hiess die Runde, die wir uns für heute ausgesucht hatten. Natur bekamen wir mehr als uns lieb war zu sehen, von Relax waren wir weit entfernt. Dachten wir doch, dass die Velo-den-Berg-und-das-Gebüsch-Hochschiebeaktion vor ein paar Tagen hart war, doch das heute übertraf alles. Hätten wir doch dem Forstwart geglaubt, der uns noch sagte, dass die Strasse in ein paar hundert Metern endet. Aber nein, wir dachten, dass wir das kurze Stück schon irgendwie überbrücken könnten. Pha! Kurz? Kurz war hier gar nichts. Durch wilden Urwald, tiefe Gräben, knietiefes Laub, umgestürzte Bäume, Schlamm, Bäche, Steine, Abgründe, Löcher… und das kilometerweit ohne Besserung in Sicht. Zurück war keine Option, doch voraus sah es auch hoffnungslos aus. Boah, war das hart! Kurz überlegten wir uns, die Bikes stehen zu lassen und dann in der Zivilisation neue zu kaufen. Und das kam von Antonio, nicht von Silvia (sie hat es nur gedacht und sich sogleich wieder ein Lächeln ins Gesicht gepflanzt).

Was waren wir froh, als endlich wieder eine einigermassen passierbare Strasse unter unseren Füssen lag. Antonio wollte eigentlich unbedingt in einem Restaurant zu Mittag essen, doch die Zeit zeigte, dass dieser Plan nicht aufgeht. Noch zehn Caches bis zum Auto. Dort verköstigten wir uns um 14:45 Uhr endlich mit unserem Vorrat, der vorzüglich schmeckte.

Um den Nachmittag etwas delikater ausklingen zu lassen, gönnten wir uns noch ein paar Lost Places. Ein Fort, Lo sbarramento di Altare – Forte Tecci GC7MHE4 und Forte Cascinotto GC6ZQHE zu welchem die Zufahrt recht abenteuerlich war. Dann irrten wir durch die Gänge, Räume und Treppen, bis wir irgendwann in einem Innenhof standen. Von dort aus durch ein Loch in der Wand viele Stufen nach unten, bis wir irgendwo ganz anders rauskamen. Ah, da ist der Tradi, den wir eh auch noch im Visier hatten. Irgendwo fanden wir den Zugang zum nächsten Fort und irrten auch dort wild umher, um dann wieder in einem Innenhof zu landen. Hoffentlich finden wir den Rückweg wieder.

Den Cache fanden wir in einem Raum voller Fledermäuse. Ganz vorsichtig schlichen wir zur Dose, wir wollen die Bewohner ja nicht aufscheuchen. Dann suchten wir den Rückweg und waren froh, dass jeder sich an etwas orientieren konnte. Für Antonio, der sich auf dem Weg noch den Fuss verdreht hatte, war der Rückweg besonders weit und anstrengend.

Als Sahnehäubchen besuchten wir noch die Villa Bordoni. Palazzo Bordoni GC9X58F Ein Lost Place mitten in Altare, der einfach so zugänglich ist. Allerdings kracht er schon fast zusammen und bedarf daher besonderer Vorsicht beim Betreten. Die Finaldose wollte sich uns nicht zeigen, aber das Gebäude an sich war sehr beeindruckend.

Da wir schon mal hier sind, fahren wir doch gleich noch bis ans Meer. Eigentlich nicht mal des Meeres wegen, sondern weil Silvia einen 4×4-Übernachtungsplatz ausgesucht hatte. Erst gibt’s aber noch Abendessen. Die erste Adresse führte an ein geschlossenes Lokal, und der Weg von dort zum nächsten war doch etwas zu abenteuerlich, so dass wir auf halbem Weg umdrehen mussten.

Al Portico hiess die neue Adresse. Uns wollte man nur Pizza servieren, jenu, nehmen wir halt eine Pizza. Silvia wurde dann eine Farinata angeboten, eine lokale Spezialität, die sie gerne probierte. Und so bekam sie ihre Pizza Bresaola auf einem hauchdünnen Fladen. Wunderbar, wirklich sehr zu empfehlen!

Nun stand die abenteuerliche Fahrt zum 4×4-Übernachtungsplatz an. Antonio meisterte das mit Bravour und auch der Veloträger samt Last sind noch dabei. Lohn dafür: Blick aufs Meer von oben, mitten in der Natur. Mal sehen, ob die beschriebenen Wildschweine (wäre nicht das erste, haben heute schon mal eins gekreuzt) und Wölfe, von denen wir lasen, noch auftauchen in der Nacht.

Für heute haben wir definitiv mehr als genug Abenteuer erlebt. Da haben wir einiges zu verarbeiten in der Nacht. Na dann los. Gute Nacht.

Monte Mao, Meeresrauschen und eine Weinprobe mit Überraschung

Freitag, 24.04.2026 (Bergeggi – Baraccone)

Tiere haben wir in der Nacht keine gehört. Vielleicht haben wir einfach tief und fest geschlafen. Am Morgen hörten wir etwas, vielleicht ein Wildschwein, aber gesehen haben wir es nicht, dafür ein schöner Sonnenaufgang.

Silvia machte sich kurz vor dem Mittag auf den Weg zum Monte Mao, die Aussicht oben war herrlich! Der Cache monte Mao GC6AXAN eher grusig. 🙁
Antonio schonte seinen lädierten Knöchel und übte ein bisschen mit der Drohne.

Nachdem Antonio das Chalet wieder auf normale Strassen gebracht hatte, suchten wir gegen 13:30 Uhr das von Silvia ausgesuchten Restaurant Le Prime auf – man lernt ja schliesslich: In Italien isst man nicht früh 🙂
Und was sollen wir sagen… das Essen war genial. Aber mit 70€ auch eine andere Liga als unsere bisherigen kulinarischen Schnäppchen.

Da wir so spät dran waren und das Restaurant um 15:30 Uhr schliesst, ging’s danach direkt zurück Richtung Auto. Mit einem kleinen… nennen wir es mal „Zwischenstopp“: Wir haben es tatsächlich geschafft, bei zwei verschiedenen Gelaterias jeweils zwei Portionen Glacé zu kaufen.
Ja. Insgesamt vier. Für jeden von uns. Hintereinander.
Im Nachhinein betrachtet… vielleicht ein Hauch übertrieben, aber hey – man lebt nur einmal, und Glacé geht bekanntlich immer.
Kurz badeten wir unsere Füsse im Meer, bevor wir langsam aber sicher wieder den Weg in Richtung Norden einschlugen.

Bei Alba verdrückte sich Silvia in einen Supermarkt, während Antonio einen Latte trank und den interessanten Gesprächen der älteren Herren lauschte.

In Barbaresco wollten wir eigentlich schlafen, doch Silvia huschte noch schnell in ein Weingeschäft. Als sie nicht mehr zurückkam, schaute Antonio irgendwann nach dem Rechten. Sie hatte schon den halben Laden durchdegustiert, doch kein Wein war zu ihrer Zufriedenheit. Antonio probierte auch noch zwei und einen nahmen wir dann, aber so richtig überzeugte uns keiner. Dafür waren die teuren Haselnüsse, die wir aus Anstand kauften – wenn er uns schon so viel Wein zu verkosten gab –, überraschend gut.

Übernachten konnten wir in Barbaresco nicht, aber ganz in der Nähe fanden wir ein ruhiges Plätzchen, von dem aus wir den Sonnenuntergang während des Abendessens bestaunen konnten.

Heimreise: Von Fasanen, Grenzgeschichten und italienischen Genüssen

Samstag, 25.04.2026 (Baraccone – Trimmis)

Am Morgen zeigte sich das edle Tier, dessen Rufe wir zuvor bereits gehört, aber nicht zuordnen konnten: ein Fasanenpärchen. Er bunt, stolz, prachtvoll. Sie braun, unauffällig, gut getarnt.

Wir brachen auf. Das erste Zwischenziel war ein Mystery 3 immagini 1 parola GCB3N5Z in der Nähe von Vercelli in Orfengo. Zwei Reissilos, die mit ihren Mosaiken an historische Ereignisse des Ortes erinnern. Einerseits an den Heiligen Donato, Bischof von Arezzo, andererseits an Carlo Alberto, der nach der Schlacht von Novara auf dem Weg ins Exil hier einen Halt machte.

Antonio gönnte sich hier neben einem Espresso auch noch ein richtig italienisches Gipfeli, bevor die Reise uns weiter in Richtung Schweiz führte. Kurz vor der Grenze assen wir unser letztes Mittagessen im Ausland im La Giara Ristorante Pizzeria.

Nach der Grenze steuerten wir die Gemeinde an, die ihre Grenze verschoben hat, so dass uns auf der Statistik wieder eine Gemeinde fehlte. Die erste Dose konnten wir nicht finden, bei der zweiten Chiesa di San Biagio GCAT6H5 hatten wir mehr Glück.

Noch ein Gelato in der Gelateria Artigianale in Vezia und dann noch ein Stop im Swiss Lachs Shop in Lostallo dann war es so weit, wir fuhren nach Hause. Schwelgten in den schönen Erinnerungen und konnten noch von den mitgebrachten Köstlichkeiten zehren.

Fazit: Mehr als nur ein Knie-Härtetest

Was bleibt nach dieser Woche zwischen piemontesischen Hügeln, ligurischen Küsten und unzähligen Geocaches? Wenn wir auf die vergangenen Tage zurückblicken, war diese Reise weit mehr als nur eine „Reha“ für Antonios Knie. Es war ein Eintauchen in das, was wir am Reisen mit dem Büssli so lieben: die absolute Freiheit, das Unvorhersehbare und das gemeinsame Meistern von Herausforderungen.

  • Comeback geglückt: Mission erfüllt! Trotz mancher Steilpassage, dornigem Gestrüpp und den Strapazen der E-Bike-Touren hat Antonios Knie durchgehalten. Das gibt uns ein grosses Stück Zuversicht für alle kommenden Abenteuer.
  • Völlig verrückte Wege: Wir haben gelernt, dass „Natur and Relax“ manchmal genau das Gegenteil bedeutet – und genau das macht es unvergesslich. Ob wir nun durch knietiefes Laub stapften oder in verlassenen Ruinen auf Fledermäuse stiessen: Wir haben es genossen, unsere Komfortzone zu verlassen.
  • Piemontesischer Gaumenschmaus: Von der „Arbeiterbeiz“ über das Fassone-Rind bis hin zur unerwarteten Schokoladensalami – wir haben uns durch den Frühling probiert und wieder einmal gelernt, dass die besten Erlebnisse oft die ungeplanten sind.
  • Müde, aber glücklich: Wir kehren mit schweren Beinen, vielen neuen Caches in der Statistik, ein paar Kratzern an den Hosen (und am Büssli) und vor allem mit einer grossen Portion Dankbarkeit zurück.
  • Herzlichen Dank an die Natur: Wir sind extrem dankbar für die Zeit zu zweit und die Freiheit, einfach loszufahren.
  • Auf zum nächsten Abenteuer: Das Knie ist bereit für mehr – und wir sind es auch!

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Tschüss und viel Glück 🙂

2 Kommentare zu „Unser Frühlings-Abenteuer zwischen Lost Places und 4×4-Action und Knie-Reha

  1. Hoi ihr 2
    Sooo coole Bilder und Erlebnisse.
    Dass das Knie so gute Fortschritte gemacht hat, freut mich sehr.
    Dem Knöchel wünsch ich gute Besserung!
    In Neive haben wir auch schon mal übernachtet. Und in Barbaresco und Alba waren wir auch schon. Lustig war in letzterem ein Eselrennen 🙂
    Liebe Grüße Renate

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