16. April 2026

Dritter Versuch, falscher Lift, richtiges Ziel – Antonios Oerlikon-Odyssee

1. Ein Gelenk mit Eigenleben

Willkommen in der medizinischen Chronik eines Körperteils, das offensichtlich beschlossen hat, seine eigene Agenda zu verfolgen. Alles begann im August 2023 in der Klinik Gut in Fläsch mit einer neuen Knieprothese (zum Bericht) – eigentlich ein Routineeingriff, um die Freiheit auf zwei Beinen (und zwei Rädern) zurückzugewinnen. Doch das Gelenk dachte gar nicht daran, Ruhe zu geben.

Nachdem auch die Nuklearmedizin im KSGR im September 2024 keinen Erfolg brachte, stand fest: Das Problem ist nicht das Metall, sondern das Fleisch drumherum. Eine Überproduktion weisser Blutkörperchen sorgt für eine Hitze und dauerschmerzen im Gelenk, die jeden Töffmotor im Hochsommer alt aussehen lässt. Mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor im Gepäck startete Antonio also seine Odyssee der Embolisationen in der Medizinisch Radiologischen Institut (MRI) in Oerlikon.

2. Der erste Feldzug: Luxus, Lieder und Geburtstagskuchen (Juni 2025)

Am 10. Juni 2025 hiess es zum ersten Mal: „Abfahrt Richtung Oerlikon“. Während Silvia mit währschaften Zöpfen und einer Fleischplatte der Metzgerei Schrofer zur Arbeit zog, bereitete sich Antonio auf seinen Solo-Feldzug vor.

Checkliste der Vorbereitungen:

  • Die Anreise: Erstmalig im Leben solo im 1. Klasse-Billett (man gönnt sich ja sonst nichts, ausser Knieschmerzen).
  • Der Support: Glückliche Zufallsbegegnung im Zug mit einer Geocaching-Kollegin, die Antonio sicher durch das Labyrinth des Zürcher HB lotste.
  • Die Disziplin: Das letzte Valserwasser vor 11:00 Uhr, danach war „nüchtern bleiben“ angesagt.
  • Das Accessoire: Krücken als treue Begleiter unter dem Arm.

Im OP des MRI Oerlikon herrschte eine Stimmung wie am Churer Fest. Wärend der auwachphase trällerte ein Teammitglied fröhlich zum Radio mit.
Antonio, ganz der trockene Bündner, quittierte das Ganze mit einem: „Hmmm… ich kann euch hören.“ Das Gelächter war kollektiv. Der Tag endete jedoch nicht im Spitalbett, sondern mit einem emotionalen Paukenschlag:

„Antonio hatte einen Tisch im Restaurant VaBene  reserviert. Was Silvia nicht wusste: Ihre Eltern warteten dort ebenfalls! Die Überraschung zum runden Geburtstag war perfekt, und beim feinen Znacht wurde die Klinikluft schnell durch Feststimmung ersetzt.“ –> Blogeintrag von 11. Juni 2025

3. Die harte Landung: Zweite Runde in der „Holzklasse“ (August 2025)

Der Erfolg vom Juni war leider so flüchtig wie ein Sommergewitter. Am 19. August 2025 stand die Revanche an. Dieses Mal blieb das 1. Klasse-Billett im Automaten; Antonio wählte die bodenständige 2. Klasse. Auch das „sexy“ OP-Outfit – diese unvergleichlichen Spital-Chleider, die wirklich niemandem schmeicheln – feierte sein Comeback. –> (Blogeintrag 20. August 2025)

Stimmung im OPPostoperative Folgen („Teuflisch“)
Phänomenales Gedächtnis: Das Team rief im Chor: „Ahhh, der 40. Geburtstag!“ Man hatte Antonios Story vom Juni nicht vergessen.Benommenheit pur: Antonio war so „niedergeschmettert“, dass er sein Zvieri-Salamibrötchen erst um 16:30 Uhr essen konnte.
Lockerer Rank: Man scherzte über SBB-Fahrpläne, während die Nadel beim zweiten Anlauf sass.Fentanyl-Nächte: Ohne das zweite starke Pflaster war an Schlaf nicht zu denken; die Schmerzen waren dieses Mal extrem aggressiv.
Routine: Der Zugang wurde professionell gelegt, Antonio war bereit für die Narkose-Tauchstation.Haut-Terror: Jede kleinste Berührung der Haut führte zu sofortigen Schweissausbrüchen und Rötungen.

4. Das Navigations-Debakel: Der Orientierungslauf vom 17. März 2026

Man sollte meinen, beim dritten Mal finde das Knie den Weg von alleine. Doch der 17. März 2026 artete in einen komödiantischen Orientierungslauf aus, der jedes Geocaching-Abenteuer in den Schatten stellte:

  1. Die HB-Falle: Totale Verwirrung beim Umsteigen am Zürcher Hauptbahnhof – die S-Bahnen spielten Verstecken.
  2. Der Oerlikon-Irrweg: Kaum aus dem Zug, marschierte Antonio mit traumwandlerischer Sicherheit genau in die entgegengesetzte Richtung.
  3. Das Lift-Drama: Nach einem mühsamen Marsch landete er in einem staubigen Baustellenlift. Im 6. Stock die Ernüchterung: Alles gesperrt, nur Dreck und Leere.
  4. Der Retter in Weiss? Im 5. Stock erschien schliesslich ein Herr im weissen Anzug – ein Bauarbeiter, der genauso verdutzt schaute wie Antonio. Die Lifttür schloss sich von alleine und brachte den verlorenen Bündner schliesslich ins EG.

5. Routine im OP: „Ich tauche dann mal ab“

Nach dem unfreiwilligen Lifteln ging es endlich zur Sache. Routine pur: Venen-Zugang, Kopfhörer auf, Musik an. Mit einem knappen „Ich tauche dann mal ab“ verabschiedete sich Antonio ins Reich der Träume.

Das kulinarische Nachspiel war dieses Mal eine echte Geduldsprobe. Erst um 14:40 Uhr gab es den mittlerweile kalten Kaffee, aber das Salami-Sandwich war nach der langen Nüchternheit trotzdem ein wahrer Gaumenschmaus – auch wenn der Kiefer vom Dämmerschlaf noch etwas schwerfällig war.

6. Der Heimweg: Krücken als Accessoire

Die Rückreise nach Chur fühlte sich fast schon wie ein kleiner Feierabend an. Das Knie hielt den Belastungen stand, und die Krücken dienten eigentlich nur noch als dekoratives Accessoire für den seriösen Patienten-Look. Im Zug traf Antonio auf bekanntes SBB-Personal, die Stimmung war gelöst und die Fahrt kurzweilig.

In Trimmis wurde er von Silvia überrascht, die an der Bushaltestelle auf ihn wartete. Die Odyssee des Tages war geschafft.

7. Ausblick: Das grosse Finale in der Schulthess Klinik

Wie geht es weiter mit dem sturen Gelenk? Der Status quo vom 19. März lässt hoffen, doch das „Happy End“ braucht noch ein Kapitel.
Die Marschroute steht fest: Anfang April wartet der Termin in der renommierten Schulthess Klinik. Dort sollen die hartnäckigen Vernarbungen operativ entfernt werden, damit das Knie endlich Ruhe gibt und nicht mehr heissläuft und schmerzfrei bleibt.

Antonios Vision für den Sommer ist glasklar: Sobald das Knie den Frieden akzeptiert, geht es wieder ab auf den Geiss-Weg zum Wandern und – natürlich – zum ausgiebigen Töfffahren durch die Bündner Berge.

8. Anhang: Wichtige Termine auf einen Blick

DatumEreignisOrtResultat
August 2023Knieprothesen-OPKlinik Gut, FläschUrsprung der Odyssee
13. Sept. 2024NuklearmedizinKSGRKein Erfolg
10. Juni 20251. EmbolisationMRI OerlikonKurzzeitige Linderung
19. Aug. 20252. EmbolisationMRI OerlikonTeuflische Schmerzen, kaum Besserung
17. März 20263. EmbolisationMRI OerlikonErfolgreich trotz Navi-Chaos
08. April 2026NarbenentfernungSchulthess KlinikDas geplante Finale


Und hier noch ein Podcast mit der Zusammenfassung der gesamten Geschichte.

Zitat:
Manchmal schreibt das Leben eben die schönsten Geschichten.

2 Gedanken zu „Dritter Versuch, falscher Lift, richtiges Ziel – Antonios Oerlikon-Odyssee

  1. Wie sagt man so schön, mit Humor geht alles etwas leichter… Freue mich für dich, dass es besser geht und drücke die Daumen für den (HOFFENTLICH) letzten Terrmin im April…

    Übrigens, könnte mal jemand einen Cache in beim MRI in Örlikon und der Schulthess Klinik legen? Wäre dann viiiiiiel einfacher zu finden…? (Nicht nur für Antonio)

    Gruass us Davos und alles guati
    nuggetpete/Peter

    1. Hallo Peter

      Vielen Dank für deinen Kommentar – und absolut, mit Humor geht vieles leichter 🙂

      Ein Cache beim Medizinisch Radiologisches Institut Oerlikon wäre für mich definitiv eine grosse Hilfe gewesen. 😉

      Und ein paar Caches auf dem Weg zur Schulthess Klinik wären auch nicht verkehrt – quasi eine medizinische Cache-Route mit eingebauter Navigation.

      Wie es dort weitergeht, erfährst du dann im nächsten Schulthess-Bericht 😉

      Gruass zrugg nach Davos,
      Antonio

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