24. Januar 2026

Das Klausen bei der KAB in Chur

Die stillen Helfer des Samichlaus

Es heisst, der Samichlaus mit seinem weissen Bischofsgewand sei ein weiser Mann. Doch kaum jemand weiss, dass hinter seinem sanften Auftreten viele fleissige Helfer stehen – Menschen, die im Hintergrund wirken und die Magie überhaupt erst möglich machen.

Man erzählt, dass diese Helfer schon lange vor dem Winter erwachen. Wenn die ersten Blätter fallen, beginnen sie heimlich zu nähen und zu schneidern: Mit geschickten Händen pflegen sie das leuchtend weisse Gewand, kämmen den langen Bart und polieren den Stab, bis er funkelt.

Andere sind die Hüter der Vorbereitung: Sie schreiben Briefe, planen Wege, organisieren Touren und wissen genau, welches Kind wo auf den Besuch wartet. Manche kochen warmen Tee für kalte Abende, andere schminken die Kläuse, damit sie so aussehen, wie die Kinder sie aus Geschichten kennen.

Wenn der grosse Abend kommt, stehen weitere Helfer bereit: Fahrer, die die Wege kennen, Schmutzlis, die treu an der Seite des Samichlaus gehen, und stille Begleiter, die im Hintergrund alles im Auge behalten. Gemeinsam ziehen sie durch verschneite Strassen und bringen Wärme in die Stuben.

Man nennt sie «Helfer» – doch in Wahrheit sind sie die unsichtbare Kraft dieser alten Tradition.

Sie sind diejenigen, die seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass der weisse Samichlaus Jahr für Jahr in voller Würde erscheinen kann. Und ohne sie, so sagt man, würde seine Mitra nicht so hell glänzen wie heute.

Die Geschichte des Samichlaus – der echte Nikolaus hinter der Tradition

Hinter dem Samichlaus steckt nicht einfach eine Weihnachtsfigur, sondern ein echter Mensch: Sankt Nikolaus, Bischof von Myra. Er lebte vor vielen Jahrhunderten in der heutigen Türkei und war bekannt dafür, dass er sich besonders um Kinder, Arme und Benachteiligte kümmerte.

Er war niemand, der strafte oder drohte. Er hörte zu, spendete Trost, half im Stillen – und genau diese Haltung hat ihn zum Schutzpatron der Kinder gemacht.

Mit der Zeit entstanden rund um Europa ganz verschiedene Figuren:

• der fröhliche, amerikanisierte Santa Claus,

• der «Bölimaa», der vor allem an Partys auftaucht,

• und eben der echte Nikolaus, der in seinem weissen Bischofsgewand unterwegs ist.

Unsere Samichläuse verkörpern genau diesen ursprünglichen Nikolaus: gütig, bärtig, ruhig – ein Besucher, der Wärme und Menschlichkeit mitbringt.

Er klopft an Türen, setzt sich zu den Familien, hört zu, lobt, gibt ehrliche Hinweise und verschenkt kleine Aufmerksamkeiten wie Nüsse und Mandarinen. Nicht als Erzieher, sondern als Begleiter.

Und genau darum ist er bis heute so beliebt:

Der Samichlaus erinnert uns jedes Jahr daran, dass Freundlichkeit, Zuhören und ein offenes Herz manchmal das grösste Geschenk sind.

Die Geschichte des Schmutzlis – vom missverstandenen Waldarbeiter zum treuen Begleiter

Es war einmal, tief im dunklen Wald von Chur, ein stiller Waldarbeiter. Er lebte allein zwischen Tannen und Schnee, und obwohl er den Menschen fleissig Holz brachte, hatten viele Angst vor ihm. Sein Gesicht war vom Wind gezeichnet, seine Kleidung rau und dunkel – und so hielten die Leute Abstand.

Das machte den Waldarbeiter traurig. Er tat so viel Gutes und bekam doch nur misstrauische Blicke zurück. Also blieb er meist in seiner kleinen Hütte, wo nur der Wind an die Fenster klopfte.

Eines kalten Winterabends kam der Samichlaus durch den Wald. Er suchte einen warmen Platz, um sich vor seinen langen Kinderbesuchen auszuruhen – und fand die Hütte des Waldarbeiters. Der freute sich über den ungewöhnlichen Gast, bereitete ein Feuer und teilte, was er hatte.

Während sie drinnen sprachen, passierte draussen etwas Wundersames: Beim Esel lösten sich leise zwei Säcke, und eine Spur aus Nüssen, Mandarinen und Äpfeln rieselte in den Schnee.

Als der Waldarbeiter später Holz holen wollte, fand er die funkelnde Spur. Er hob die kleinen Schätze auf, folgte dem Glitzern im Schnee und brachte alles dem Samichlaus zurück.

Der lächelte – warm und dankbar. Und in diesem Moment wusste er: Dieser einsame Mann war kein Unheimlicher, sondern ein guter, treuer Helfer.

Von da an nahm der Samichlaus ihn jedes Jahr mit auf seine Reise. Und die Menschen sahen den Waldarbeiter endlich so, wie er wirklich war: ein Freund des Nikolaus, ein Beschützer der Kinder, und der liebe Schmutzli, der Licht in die dunklen Wintertage bringt.

Quelle:
vgl. www.kab.ch

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