16. März 2026

Sexy Outfit, teuflische Schmerzen

Manchmal wünscht man sich, eine Geschichte wäre nach dem ersten Kapitel zu Ende. Doch Antonios Knie sieht das anders. Seit der Knie-OP im August 2023 macht ihm das künstliche Gelenk immer wieder Probleme – nicht die Prothese selbst, sondern das umliegende Gewebe. Eine Überproduktion weisser Blutkörperchen sorgt für Schmerzen und Hitze.
Mit Krücken unter dem Arm, nervöser Vorfreude und einem Hauch von Abenteuer im Gepäck fuhr er nach Zürich – bereit, sich in die berüchtigte „sexy“ OP-Kleidung zu zwängen und dem Knie ein für alle Mal Grenzen aufzuzeigen.

Die Chronologie der Versuche

  • 10. August 2023: Ein neues Kniegelenk wurde in der Klinik Gut in Fläsch eingesetzt.
  • 13. September 2024: Ein nuklearmedizinischer Eingriff im KSGR – leider ohne Erfolg.
  • 10. Juni 2025: Erste Embolisation in der Medizinisch Radiologischen Institut (MRI) in Oerlikon.– auch sie brachte nicht den erhofften Effekt.
  • 19. August 2025: Zweite Embolisation – der hoffentlich letzte Versuch.

Dieses Mal verzichtete Antonio auf den Luxus der 1. Klasse und fuhr ganz bodenständig in der 2. Klasse nach Zürich. Praktisch, unkompliziert, und immerhin konnte er sich dabei etwas ablenken, denn da gibt es immer Interessantes zu sehen.

Ein zweiter Versuch

Im Medizinisch Radiologischen Institut (MRI) in Oerlikon lief alles reibungslos. Eine sympathische Dame kümmerte sich um den Zugang – zwei Anläufe waren nötig, bis die Nadel sass. Danach durfte Antonio in die „sexy“ OP-Kleidung schlüpfen 😉 Ein Outfit, das eindeutig nicht für den Laufsteg gedacht ist, aber halt zum Programm gehört.

Mit den letzten Instruktionen ging’s ab in den OP. Die Stimmung war locker, das Team gut gelaunt, und Antonio mittendrin.

Als der Arzt Antonio fragte, ob er wisse, wann die Züge nach Chur fahren, verneinte er – fügte aber schmunzelnd hinzu, dass er dieses Mal keine Eile habe wie beim letzten Mal. Da entfuhr der Belegschaft fast im Chor ein: „Ahhh, genau! Der Geburtstag der Freundin, der 40.!“ Antonio war erstaunt – er hätte nicht gedacht, dass sie das noch wissen.

Zurück im Zimmer – und benommen

Zurück im Zimmer dämmerte Antonio immer wieder weg. Obwohl er das letzte Mal am Vorabend um 19 Uhr gegessen hatte, nahm er das bereitstehende Salamibrötchen erst gegen 16:30 Uhr zu sich – das zeigt, wie benommen er noch war.

Die Schmerzen waren teuflisch – diesmal richtig intensiv. Trotzdem: Nach dem Aufstehen, Anziehen und einem kleinen Schmerzmittel-Vorrat durfte Antonio sich auf den Heimweg vorbereiten.

Heimweg mit Empfangskomitee

Am Abend holte Silvia Antonio am Bahnhof Chur ab. Etwas wacklig auf den Beinen, aber froh, wieder in bekannten Gefilden zu sein, liess er sich dankbar ins Auto sinken.

Ausblick

Die zweite Embolisation soll nun endlich Ruhe ins Knie bringen. Und falls nicht… dann bleibt immerhin genug Stoff für weitere Geschichten, schräge OP-Outfits und teuflisch gute Anekdoten für den Blog 😉

Nachtrag vom 22. August 2025

Dieser zweite Eingriff war viel heftiger als der erste vom 10. Juni 2025, das hat zur Folge, dass Antonio dieses Mal sehr starke Schmerzen hat.

Die Nächte vom Dienstag auf Mittwoch und von Mittwoch auf Donnerstag hat er sehr wenig geschlafen, und wenn, dann nur kurz und nur auf dem Rücken – alles andere ging überhaupt nicht.

Am Donnerstagabend hat er sogar das zweite Fentanylpflaster aufgeklebt, was schon einiges über die Schmerzen aussagt.

Die Hautoberfläche beim Knie ist extrem sensibel, die Rötungen sind ausgeprägter, und die kleinste Berührung hat Schweissausbrüche zur Folge.

Nach Rücksprache mit der Klinik wurde mir versichert, dass ein solcher Verlauf durchaus möglich sei, da der zweite Eingriff extremer war.

Nun bleibt einfach zu hoffen, dass die Schmerzen diesmal genauso plötzlich verschwinden wie beim letzten Mal – von einem Augenblick zum andern.

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