17. Februar 2026

OP und Geburtstag – was für ein Tag!

Der 10. Juni 2025, ein Tag, an dem sich alles irgendwie vermischt hat: Vorfreude und Nervosität, Klinikluft und Geburtstagsduft, OP-Tisch und Überraschungsessen.
Während Silvia mit Zöpfen und einer Fleischplatte zur Arbeit aufbrach, machte sich Antonio mit Krücken und einem 1. Klasse-Billett auf in Richtung Oerlikon, zu einem Eingriff, der hoffentlich endlich Linderung bringt.

Ein Zug-Erlebnis der besonderen Art

Antonio fuhr zum ersten Mal in seinem Leben mit dem Zug. Also gut – nicht zum allerersten Mal, aber zum ersten Mal alleine in der 1. Klasse nach Zürich. Ganz ohne Silvia, denn die musste arbeiten und durfte gleichzeitig ihren runden Geburtstag feiern.

Was hat das mit einer OP zu tun?

Seit Antonio im August 2023 ein neues Knie bekommen hat (zum Bericht), macht ihm das Gelenk immer wieder Probleme. Nicht die Prothese an sich, sondern das umliegende Gewebe. Eine Überproduktion weisser Blutkörperchen sorgt für Schmerzen und zu viel Wärme.

Vieles wurde schon ausprobiert, ohne Erfolg. Also stand heute ein Eingriff an: eine Embolisation im Medizinisch Radiologischen Institut (MRI) in Oerlikon.

Vollmond, Geburtstag, OP, das kann doch nur ein gutes Omen sein, oder?

Getrennte Wege, gemeinsames Ziel

Am Morgen trennten sich unsere Wege:
Silvia ging zur Arbeit, im Gepäck fünf frisch gebackene Zöpfe von Antonio und eine Fleischplatte von der Metzgerei Schrofer.
Antonio machte sich mit dem ÖV auf den Weg Richtung Zürich. Zum ersten Mal mit einem 1. Klasse-Billett. Der Gedanke dahinter: Nach der OP sicher sitzen, mit genug Beinfreiheit.
Um 09:08 Uhr startete er ab Chur. Noch schnell das Valserwasser austrinken, denn ab 11 Uhr musste er nüchtern bleiben.

Zufallsbegegnung mit Geocaching-Kollegin

Im Zug traf Antonio zufällig eine Geocaching-Kollegin, die ebenfalls nach Oerlikon unterwegs war. Perfekt! Sie kannte sich am Zürcher HB aus, so musste Antonio ihr nur folgen, um zur S-Bahn zu gelangen. Stressfrei!

Die OP kann kommen

Pünktlich und mit vorsorglich eingepackten Krücken unter dem Arm kam Antonio an. Im neunten Stock des Instituts wurde er freundlich empfangen und in sein Zimmer gebracht. Umziehen war angesagt, in ein eher unsexy Outfit, aber das gehört halt dazu.

Kurz darauf folgten Instruktionen, ein Zugang für die Infusion wurde gelegt, und dann ging’s ab in den OP.

Was passiert bei einer Embolisation?

Bei diesem Verfahren wird ein dünner Katheter über eine Arterie ins Kniegelenk eingeführt. Unter Röntgenkontrolle werden gezielt Blutgefässe mit kleinen Partikeln verschlossen, um den übermässigen Blutfluss und die Entzündungsreaktion zu reduzieren. Ziel: weniger Schmerzen und bessere Funktion.

„Hmmm… ich kann euch hören.“

Nach der Narkose wurde Antonio langsam wieder wach, und bekam einiges mit. Die Stimmung im OP war gelöst, ein Teammitglied sang ein Lied aus dem Radio (zum Glück ist er kein Sänger geworden ;-), und der Operateur suchte gerade eine störrische Vene.

Antonio meinte trocken: „Hmmm… ich kann euch hören.“ Was ein kollektives Gelächter auslöste.

Zurück im Zimmer – und wieder auf den Beinen

Zurück im Zimmer durfte er sich zwei Stunden nicht bewegen. Er bekam auf Wunsch Wasser, einen Milchkaffee und ein Salamibrötchen. Liegen und essen ist gar nicht so einfach, aber es ging.

Nach einer Weile durfte er aufstehen, sich anziehen und, da es ihm gut ging, sich bereits verabschieden. Vor der Heimreise gab’s noch Schmerzmittel, denn das Knie tat doch noch ziemlich fest weh.

Heimwärts zum Geburtstagskind

Zum Glück lag der Bahnhof direkt neben der Klinik, und das Klinikpersonal hatte den Fahrplan im Blick, so ging’s ohne grosse Wartezeit ab in Richtung Chur!
Dort wartete Silvia schon sehnsüchtig auf ihren Schatz. Was für eine herzliche Begrüssung!
Zusammen ging’s in die Apotheke, ein paar Medikamente holen, doch das war noch nicht alles.

Überraschung zum runden Geburtstag

Antonio hatte einen Tisch im Restaurant VaBene reserviert. Was Silvia nicht wusste: ihre Eltern warteten dort ebenfalls!
Die Überraschung war gelungen und Silvia staunte nicht schlecht.
Alle entschieden sich für ein feines Drei- oder Viergangmenü, das Essen war hervorragend, die Bedienung aufmerksam, und der Abend wurde in vollen Zügen genossen.


Fazit: Ein besonderer Tag voller Gegensätze

Ein Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden: OP, Überraschungen und Geburtstagsfreude.

So seltsam diese Kombination auf den ersten Blick auch erscheinen mag, so stimmig fühlte sich der 10. Juni 2025 für uns an: Ein bisschen Abenteuer, ein wenig Aufregung, etwas Schmerz, und ganz viel Liebe, Freude und Lachen.

Wir hoffen sehr, dass die Embolisation die gewünschte Linderung bringt und Antonio bald wieder mit voller Energie unterwegs ist. Sei es beim Wandern, beim Geocachen oder beim Töfffahren.

Und Silvia?
Sie feierte ihren runden Geburtstag auf ganz besondere Weise: Mit Überraschungen während und nach der Arbeit, vielen lieben Menschen, die an sie gedacht haben, gutem Essen und den Liebsten an ihrer Seite. Ein Tag voller kleiner Wunder.

Manchmal schreibt das Leben eben die schönsten Geschichten.

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