Ein wunderschöner Tag mit Ahni

Ein wunderschöner Tag mit Ahni

In meinen Ferien wollte ich einen Tag zu Ahni gehen. Wir haben es immer so gemütlich zusammen. Leider besuche ich sie viel zu wenig, dafür telefonieren wir oft miteinander. Da sie meist erst kurzfristig weiss, wann die Putzfrau kommt, machen wir unsere Treffen in der Regel kurzfristig ab und so war es auch diesmal.

Wir hatten am Montag abgemacht, dass ich dienstagabends nochmal anrufe, damit wir planen können.
Meine erste Coronaimpfung hatte ich an diesem Tag erhalten und so war klar, dass frühestens der Mittwoch für eine Reise nach Vals in Frage kommt. Das war der perfekte Plan, da die Putzfrau am Dienstag bei Ahni gewesen war.

Und los geht’s

Am Mittwochmorgen habe ich am Milchautomaten Frischmilch geholt, um Ziger zu machen. Ahni liebt diesen, aber noch mehr das Nebenprodukt, das daraus entsteht: Die Schotte (Molke).
Als alles etwas abgekühlt war, wurden noch ein paar Blumen eingepackt und dann machte ich mich auf den Weg.

Erst gab es einen Kurzbesuch bei meinem Vater, der mir sein selbst gemachtes, sehr gutes Sauerteigbrot zum Probieren anbot.

Ein Essen für Könige oder für Bettler?

Angekommen bei Ahni, lud ich erst mal alles ab und bemerkte durch die wegen der Maske angelaufenen Brille gar nicht, dass der Tisch bereits reichhaltig gedeckt war. Da gab es so viele Sachen….Tomatensuppe (auf die kommen wir noch zu sprechen), Brot, Polenta, Käse, Salametti, Rhabarberwähe, Schokoladencreme, Vanillecreme, Himbeeren und Eier standen da. Für mich ein Essen wie für Könige, doch Ahni bezeichnete es eher als Bettlersmahlzeit, da es „nur“ Resten seien.

Den Ziger wollte Ahni natürlich auch gleich probieren und zum Trinken verköstigte sie die Schotte.
Ahni war sich nicht mehr sicher, ob ich Tomatensuppe mag und nach meiner Antwort stellten wir diese zur Seite 😉 und bedienten uns an den wunderbaren Köstlichkeiten auf dem Tisch. Normalerweise isst Ahni nicht so viel, aber heute hat sie kräftig zugegriffen. Wir haben es richtig genossen zusammen zu essen und dabei zu plaudern.
Ahni hat mir eine LandLiebe gegeben, die ich gleich mal durchgeblättert habe. „Kalter Hund„, sagte ich, „kennst du das?“ Zu meinem Erstaunen lachte Ahni und nickte dabei. „Z Platzerahni, z Ahni vo dinem Ennä, het das au äsiä gmacht“, erzählte sie und erklärte wie diese Spezialität zubereitet wird. Ich staunte, da ich von Vals her noch nie etwas davon gehört hatte. Jürg und Sandra hatten mir von diesem Dessert mal berichtet und es uns auch schon zum Probieren gegeben, aber dass Ahni das kennt hätte ich nicht gedacht. Ja, so kann man sich täuschen. Ahni hat in ihren bald 92 Jahren halt schon viel erlebt und so überrascht sie einem immer wieder mit etwas Neuem.

Ein gemütlicher Nachmittag

Nach dem Essen haben wir über Salben gesprochen, selbstgemachte und solche aus dem Muatathal. Ihre Pflanzen haben wir zusammen angeschaut und umgetopft und ich war noch kurz einkaufen, so dass sie sich ein wenig ausruhen konnte. Nach einem kurzen Besuch von Josi haben wir zusammen Triomino gespielt, was richtig Spass gemacht hat und uns volle Konzentration abverlangte.

Beim Zmäränt sind dann meine Eltern noch zu uns gestossen. Sie haben anschliessend ihren Garten umgegraben und ich habe von Ahnis Garten ein paar Rhabarberstängel geholt. Ihre sind trotz des Höhenunterschieds weiter als meine, aber sie hat auch viel mehr davon als ich. Da ich gerne einen Sirup machen möchte, war ich froh ein paar davon mitnehmen zu dürfen. Meine Eltern gaben mir zwei kräftige Lauchstangen mit, die sich über den Winter tief in die Erde gegraben hatten.

Und so machte ich mich bald wieder auf den Heimweg. Im Camperchappeli habe ich noch ein paar Kerzchen angezündet und bin dann zu Antonio gefahren. Mit ihm habe ich auf der Terrasse des Restaurants Krone in Trimmis eine Pizza gegessen und den schönen Tag bei Ahni Revue passieren lassen.

Danke Ahni, das war ein sehr schöner Tag mit dir!

Den Rhabarbersirup habe ich dann am nächsten Tag gemacht 🙂

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