Ungewollt kalte Füsse bekommen, war es das wert?

Ungewollt kalte Füsse bekommen, war es das wert?

Wie heisst es immer so schön?
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt
Geplant ware
n nur zwei Wartungen von unseren Caches durchzuführen, doch wie gesagt, es ist noch mehr dazu gekommen und ungefährlich war es obendrein auch noch!

Los ging es mit dem E-Bike um bei ein paar unserer eignen Caches eine Wartung zu machen.
Von Trimmis nach Untervaz zum Weisst du was ich war? #19, da bekamen wir gestern die Meldung, dass eventuell das Büxli gemuggelt sei.
Am Rhein entlang ging es zum ersten Ziel, natürlich ausgerüstet mit einem Ersatz.
Als dieser wieder platziert war, steuerte ich das zweite Ziel an. Der Golf Domat Ems N°3 wurde vor einer Weile von einem Hund gefunden. Die Muggelhundefrau war so nett und hat mich angerufen und ihn mir wieder zurückgegeben. So steuerte ich mit einer kurzen Kaffeepause in Domat-Ems den Cache an.
Natürlich war das Bänkli besetzt, ich lies mich aber nicht davon abhalten kurz ins Gebüsch zu hüpfen um den Golf N°3 wieder zu verstecken.

So, das war’s, nun ab nach Hause – denkst du!

Da ich nicht den selben Weg nehmen wollte, fuhr ich auf der rechten Talseite wieder Richtung Trimmis.Am Ende des Dorfs von Domat-Ems sah ich den Wegweiser rechts abbiegen Richtung Chur und Juchs. Chur passt ja, dass es aber doch recht aufwärts ging erstaunte mich zwar, aber hab ja ein E-Bike.

Dann kam auch die Abzweigung, links Chur, rechts Juchs.
Da kamen auch noch zwei Biker runter… ok, dachte ich mir, da gibt es doch noch einen Cache!
Die Karte verriet mir ca. 500 Meter bis zum Cache Ausblick IV – Juchs. Zugegeben… Luftlinie!

Also warum nicht und schon war ich wieder unterwegs.
Schon bald war die Strasse mit Schnee bedeckt, da fragte ich mich schon, wo denn die Biker hergekommen waren!
Also schob ich mein Fahrrad über den ersten Schnee, ich hab ja das Ende gesehen (noch).
Dann kam nochmals so ein Stück schneebedeckte Strasse, die weit um eine Kurve reichte. Da sprangen auch noch drei Rehe vor mir den Hang hoch.

Als dann noch sehr viel mehr von dem weissen Zeugs auf der Strasse lag, dachte ich schon das erste oder war es das zweite mal, ans Umkehren.
Ein Blick auf die Karte liess mich an mir zweifeln! Immer noch 500 Meter!
Ok, so geht es nicht, da es von Juchs aus im Moment keine andere Routenalternative gibt, liess ich mein Fahrrad am Wegesrand stehen und machte mich zu Fuss weiter.

Das war relativ ungünstig, immer wieder liess der Schnee nach und ja, ich hatte nur normale Halbschuhe an! Dann musste ich auch noch Lawinenkegel durchlaufen. Immer wieder fragte ich mich, ob das eine gute Idee sei. Doch so nah war ich noch nie.
Der erste Versuch mal nach Juchs zu fahren ist schon ein paar Jahre her und auf halben Weg kam eine FTF-Nachricht rein, die mich dazumal zur Umkehr zwang.

Also war klar, weiter geht’s. Ich glaubte die Kartenanzeige sei defekt!

Die Meter wollen einfach nicht weniger werden! Mittlerweile war es auch schon 17:45 Uhr und ich stapfte immer noch mühsam hinauf.
Plötzlich hörte ich vor mir lautes grollen, Steinschlag! Als ich dann um die Kurve kam ,war mir auch klar wo sich die Felsmassen gelöst hatten. Genau vor mir. Nun war der Moment gekommen! Umdrehen? Ja, nein vielleicht?
Nein noch nicht!

Ich fasste meinen ganzen Mut zusammen und überstieg die frisch riechende Fels-Erdmasse.
Sehr speziell! Und ab da war ich sehr wachsam, wenn ich in der Nähe von Felsen war.

Was war ich froh als die Karte mir „nur“ noch ca. 300 Meter anzeigte.
Das kleine Häuschen auf dem Weg merkte ich mir gut, spielte mit dem Gedanken da eventuell die Nacht zu verbringen, falls ich es nicht schaffen sollte!

Dann um 18:29 Uhr den Nullpunkt erreicht, total erschöpft mit nassen und kalten Füssen.
Werde ich den Cache auch finden? Das Spoilerbild war nicht sehr nützlich. Doch nach kurzer Suche das Büxli gefunden. Was für eine Erleichterung.

Unser Name ins Logbuch geschrieben, wieder versteckt und dann doch noch die paar Meter bis nach Juchs unter die Füsse genommen. Ganz schön idyllisch hier oben.

Die Jacke angezogen und zügig wieder zurück, war nicht minder anstrengend abwärts durch den zum Teil knöcheltiefen, nassen Schnee!

Ich war sowas von froh als ich wieder beim Fahrrad war, da wusste ich, dass es nur noch ein paar Schneepassagen zu überwinden gab.

Mit Vollgas ging’s nun nach Hause, denn mein Schatz hat zwar schon gegessen, aber dennoch wartete noch was Feines auf mich.
Der Fahrradakku hat mich grade so nach Hause gebracht, 3 km Reserve hätte ich noch gehabt.
Nach dem Essen gab es eine heisse Dusche und um 20:45 Uhr lag ich fix und fertig im Bett und schlief auch sofort ein!
Was für ein Abendteuer.
Ja das war es Wert und ich spendiere einen Favoritenpunkt obendrauf.

Das war unser 10’982 stes Büxli welches wir am 30.03.2021 um 18:29 gefunden und geloggt haben.

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