Auffahrtswochenende 2020 Motto: CH – Gemeinden sammeln ;-)

Ursprünglich war für dieses verlängerte Wochenende eine Wanderung mit Freunden in Tannheim geplant. Der mächtige Virus (Corona oder Covid-19), der fast die ganze Welt lahmgelegt hat, hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie wohl die grosse Mehrheit der Schweizer, haben wir somit einen Ausflug im eigenen Land geplant, da alle Grenzen geschlossen sind. Gut, geplant wäre wohl übertrieben und zudem weiss man ja, dass es bei uns eh oft anders kommt als gedacht…

Mittwoch, 20.5.2020

Am Mittwoch wollten wir uns auf den Weg in Richtung Wallis machen. Eigentlich dachten wir, dass wir nach dem Mittag losfahren könnten, doch da Antonios Kurzarbeit plötzlich aufgehoben wurde, pressierte Silvia auch nicht mit der Arbeit fertig zu werden.
Am frühen Abend waren dann beide bereit und so startete das Abenteuer.

Über den Oberalppass fuhren wir als erstes und staunten ab den vielen Gleichgesinnten, die sich ein Plätzchen ergattert hatten. Auch für uns war noch eins übrig. Von hier aus hatten wir eine wunderbare Aussicht über Andermatt.

Silvia sammelte ein paar Kräuter und verfeinerte mit einigen davon ihr Salamibrötchen, andere zerquetschte sie und legte sie auf ihre schmerzenden Fieberbläschen.

Als wir die genaue Route für den nächsten Tag planen wollten, bemerkten wir, dass unsere Vorbereitung etwas zu spärlich ausgefallen war.  Furka, Grimsel und Susten – alle geschlossen. Hups! Na dann schauen wir halt mal, wohin der Weg uns führen wird…

Donnerstag, 21.5.2020

Ja wir geben zu, eine Mission hatten wir im Kopf, bloss spielte es für diese gar nicht so eine Rolle wohin wir fahren. Möglichst viele Gemeinden der Schweiz wollen wir sammeln. Also Geocaches in möglichst vielen Schweizergemeinden finden.

Da wir erst etwas über 500 von insgesamt 2227 haben, gibt es da noch reichlich Möglichkeiten Döschen zu sammeln.

Die erste Station war Wassen und so pendelten wir von Gemeinde zu Gemeinde, immer schön sorgfältig überprüft, dass uns ja keine durch die Lappen geht. Gar nicht so einfach, wie wir feststellen mussten, da wir etwas aus der Übung waren mit Suchen. Immer wieder mussten wir an unserer Erfahrung und unserem Können zweifeln und doch wurden wir schlussendlich mit wenigen Ausnahmen fündig.

Manchmal landeten wir in einer Sackgasse und lernten so neue Ecken unseres Landes kennen. Das Mittagessen nahmen wir in Isenthal ein, ein Ort, an welchen wir ohne Cache mit Sicherheit nie gekommen wären, da er sozusagen in einer doppelten Sackgasse liegt. Auf dem Rückweg genossen wir den Ausblick über den Vierwaldstättersee und staunten ab dem Verkehr auf dem Wasser. Auch am Ufer entlang sah es ziemlich überfüllt aus. Irgendwo war auch bonchur mit seiner Familie unter diesen Leuten, doch uns war nicht nach anhalten und so verdufteten wir uns schnell durch den Seelisbergtunnel und hoffen auf ein bisschen mehr Einsamkeit zu stossen. In Beckenried lag eine Kapelle, mit einem Cache vornedran. Dort zündete Silvia ein Kerzechen für Ahni an und eins für alle anderen, die es brauchen. Dort herrschte absolute Stille. Doch schon bald ging die Reise weiter.

In der Nähe von Wolfenschiessen gönnten wir uns einen Latte Macchiato und einen Coup und bald schon war es Zeit sich ein Plätzchen für die Nacht zu suchen. Da wir inzwischen in der Gemeinde Engelberg waren, hatten wir erst nicht viel Hoffnung auf ein abgeschiedenes Plätzchen, doch wie der Zufall es wollte, entdeckten wir einen Pass, der uns in die Höhe führte. Silvia war sehr froh darüber, da der Heuschnupfen nicht so höhentauglich ist. Mit etwas Glück konnten wir noch ein super Plätzchen ergattern. Zwar nicht ganz einsam, aber trotzdem wunderschön. Natürlich konnte Silvia es wieder nicht lassen, ihren neu erworbenen Kräutertick auszuleben und sammelte wieder wild drauflos. Auch Antonio wagte es, sein Sandwich damit zu tunen.

Während wir den Kaffee genossen, rief Ahni an, schöner könnte es nicht sein, denn so war sie mit uns auf dieser Alp, irgendwo bei Engelberg. Wir legten uns auf die Bank neben dem Auto und schauten an den Himmel und erzählten uns gegenseitig was wir in den Wolken sehen. Hätten wir nicht noch etwas Arbeit vor uns gehabt, wäre es ein perfekter Abend gewesen. Doch so haben wir wohl wenigstens ein paar FTF Jägern noch einen schönen Abend bescheren können 😉

Freitag, 22.5.2020

Bei wunderbarem Wetter krochen wir heute aus dem Bus. Geweckt wurden wir von zwei Bikern, die schon am frühen Morgen von Kerns den Berg hinaufgeradelt waren und nun auf dem Bänkli eine Pause machten. Antonio gratulierte ihnen zu der morgendlichen Leistung und schon düsten sie wieder nach unten. Auch wir machten uns wieder auf den Weg. Nach dem ersten Cachefund gingen wir kurz einkaufen und dann wurde der Schacherseppli gesucht. Eine tolle Statue wurde ihm gewidmet, doch der dazugehörige Cache wurde vor uns zweimal nicht gefunden und so hatten wir nicht grosse Hoffnung auf Erfolg. Nach kurzer Suche entdeckte Antonio den kleinen Nano am Boden. Wenn das nicht ein riesen Glück ist! Und so freuten wir uns besonders ab diesem Fund. Von Giswil ging’s weiter über Lungern nach Hasliberg. Da lief es ziemlich harzig. Ja, Harz hatten wir gefunden und Silvia nahm es sogar mit, da sie irgendwelche Salben daraus hexen will, aber der Cache blieb uns verborgen. Um so glücklicher waren wir, als es dann bei einem anderen klappte, denn so wahnsinnig viele Möglichkeiten gibt es hier nicht ohne zu wandern und wandern wollen wir nicht, da wir Menschen momentan lieber meiden. Auch bonchurs spontanes Wanderangebot (da war fast die ganze Tannheimertruppe zusammengekommen) hatten wir schon am Morgen ausgeschlagen. Einerseits wegen der Gruppengrösse, andererseits, weil wir genau in die entgegengesetzte Richtung unterwegs waren.

Von Gemeinde zu Gemeinde kämpften wir uns vor und landeten so an Orten, die wir niemals gefunden hätten ohne diese Challenge. Zum Mittagessen suchten wir uns ein einsames Plätzchen auf der gegenüberliegenden Seite von Meiringen und genossen dort unser Picknick. Einige Gemeinden und somit Caches später, gab’s zwischen Grindelwald und Lauterbrunnen irgendwo in einem Restaurant Linde zum Znacht Heissen Stein. Ja und dann ging die Suche los. Ein Schlafplatz in dieser Gegend zu finden wird bestimmt nicht einfach. Doch heute war uns das Glück vergönnt, auf anhieb ein geniales Örtchen zu finden. Atemberaubende Aussicht auf Eiger Mönch und Jungfrau, einmalig! Und das direkt neben einem imposanten Wasserfall. Alleine waren wir nicht, da auch ein Aargauer und ein Franzose (wie auch immer der bei geschlossener Grenze in die Schweiz gekommen war) die gleiche Idee hatten, doch wir liessen uns nicht von einander stören.

Samstag, 23.5.2020

Am Morgen stand noch ein viertes Auto auf dem Platz, doch dieses war bald schon wieder weg. Antonio spielte noch ein wenig mit dem Hund des Nachbars bevor dieser sich auf den Weg machte. Auch wir blieben nicht mehr lange. Saxeten war unser nächstes Ziel. Ein kleines, ruhiges Dorf durch das wir spazierten um einen Multi zu lösen. Die blühenden Wiesen luden ein, immer wieder ein Foto zu schiessen. Zuhinterst im Tal schossen zwei prächtige Wasserfälle über die Felsen hinunter. Einer der beiden Tradis auf dem Weg lud uns in einen stillen Raum ein, in welchem ein Buch auflag, in dem Künstler sich austoben konnten. Silvia schlug der Heuschnupfen aufs Gemüt, wodurch sie keine Lust hatte kreativ zu werden. Dafür bestaunten wir die Werke anderer.

Nach diesem Abstecher führte uns der Weg wieder zurück ins Tal hinunter. Auf dem Weg noch einen kurzen Stopp eingelegt, um den Tradi zu suchen, der bei einer Bank sein musste. Auf dem Hochweg sass ein Mann drauf, der neben sich eine Tupperdose liegen hatte, war bestimmt ein Cacher dachten wir und so glaubten wir nach einer grossen Box suchen zu müssen. Dies taten wir erfolglos und als wir uns nicht mehr auf diese Idee fixiert hatten, kam ein kleines Dösli zum Vorschein. Also war der Mann kein Cacher, sondern einfach ein Picknicker gewesen. Zufälle gibt’s.

Habskern war eine weitere Gemeinde, die wir auf dem Programm hatten, sie befindet sich genau auf der anderen Talseite. Da wir den Cache nicht auf Anhieb fanden, wollten wir uns bei einem Mittagessen im Bären stärken. Übrigens hat lynx313 einige der Dosen, die wir in den Vortagen nicht gefunden hatten, gefunden, was uns vor Augen führt, dass wir schon ziemlich aus der Übung sind.

Noch bevor das Essen auf dem Tisch stand, wechselten wir von der Terrasse in die Stube. Das Wetter hatte innert kürzester Zeit umgeschlagen. Die anderen Gäste machten uns dies verständlicherweise nach und so war das Stübli aufgrund der Corona-pflichtigen Abstände bald fast voll.

Die Leberli wie auch die Spareribs standen bald vor uns und wir genossen die Köstlichen Speisen. Draussen regnete es noch immer in Strömen und so teilten wir uns noch eine warme Banane, die schnell verputzt war. Nachdem wir unsere Kontaktdaten auf dem Coronablatt eingetragen hatten, bedienten wir uns noch eines Spritzers des bereitgestellten Desinfektionsmittels. Silvia überlegte kurz, dann lachte sie. Kirsch scheint wohl billiger zu sein als Desinfektionsmittel, denn das Wässerchen roch verdächtig danach 😉

Im Gschenklädeli nebenan, das gleichzeitig eine Werkstatt war, schauten wir dem Alphornbauer zu, wie er ein Teil des Instrumentes herstellte und liessen uns bei dieser Gelegenheit gleich erklären, wie man ein solches Objekt herstellt. Ein Waldmeistersirup musste Silvia noch kaufen, da dieser billiger ist als ein Alphorn und ihr gut in ihre Kräuterphase passt.

Es schiffte noch immer wie verrückt. Antonio holte den Bus, während Silvia zum Bushüsli rannte und dort nochmal nach der Dose suchte. Diese zeigte sich diesmal schnell und so neigte sich auch der Besuch dieses Dorfes dem Ende zu. Wieder im Tal unten, wählten wir das obere Seeufers des Thunersees und arbeiteten uns dort entlang von Gemeinde zu Gemeinde vor, bis wir in Thun angekommen waren. Auch der weitere Weg führte uns mit der gleichen Mission Schritt für Schritt voran.

Am Abend waren wir erst in Langnau angekommen, also suchten wir uns dort eine Alp aus, auf der wir stehen bleiben konnten. Dann gab’s Znacht: Zopf, Salami, Käse, Bündnerfleisch, Kaffee, Saft und Waldmeistersirup. Zum Dessert ein Bier und Salznüssli.

Umgeben von einer mystisch, nebligen Stimmung genossen wir den Abend in unserem kuschelig warmen Auto.

Sonntag, 24.5.2020

Schon früh waren wir wach, doch wir dösten noch bis 7:30 Uhr weiter bevor wir endgültig aufgestanden sind. Eine wunderschöne Weitsicht erwartete uns. Nach dem Geniessen, dieses Anblicks setzten wir unsere Reise fort. Der Heimweg stand auf dem Programm. Dazu durchquerten wir noch ein paar Gemeinden. In einer davon, nämlich Truebschachen, stand die Kamblyfabrik mit ihrem Laden. Dort kauften wir viel zu viele Guetzli und bestaunten das kleine Museum, in welchem einem die Geschichte der Familie bzw. der Guetzliherstellung nähergebracht wurde. Wir waren ganz schön beeindruckt von den technischen Finessen, die wir gerne für einen Geocache einsetzen würden 😉

Nun steuerten wir die Autobahn an, damit wir auch irgendwann mal wieder zu Hause ankommen. Der Stau lag, wie gewöhnlich, in der Gegenrichtung, hielt sich aber noch in Grenzen. Nachdem wir alles ausgepackt hatten, tischten wir ein reichhaltiges Frühstück auf. Das tat gut! Und wir freuten uns wieder zu Hause zu sein.

Aktueller Stand 24.05.2020:
550 von 2227 Schweizer Gemeinden besucht.

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