10’000 Caches und die Flucht vor der Hitze nach Vals

Seit acht Jahren gehören wir nun schon zu den Geocachern. Wie so viele andere, die dieses Hobby betreiben, sind auch wir etwas verrückt. Vielleicht muss man das einfach sein, wenn man dieser Freizeitbeschäftigung über längere Zeit nachgeht. Allerdings lohnt sich das auch, denn nur so kann man all diese tollen, lustigen, waghalsigen, bereichernden und unvergesslichen Abenteuer erleben.

Am Samstag, es war der erste Tag der offiziellen Sommerferien, haben wir uns entschieden, etwas spezielles zu unternehmen. Unser Ziel war es, unseren 10’000sten Geocache zu loggen.
Dafür brauchten wir noch fünf Dosen. Schon vor einiger Zeit hatten wir uns überlegt, welche Dose wir für dieses Jubiläum aussuchen.

Kurz vor dem Mittag machten wir uns auf den Weg nach Trin. Dort lagen auch die vier Dosen, die vor der grossen Zahl noch gefunden werden wollten. Auch da waren ein paar spezielle Exemplare dabei, die man nicht allzu häufig antrifft.

– Planta da figs ( GC88DPQ )
– Il vin da Viturin ( GC88DJR )
– Verstrickt und zugenäht ( GC7VK83 )
– Was ist denn das? ( GC6G1NV )

Dass wir total verstochene Beine von den Brennnesseln, Disteln, Himbeeren und was da sonst noch so rumstand hatten, gehört halt zum Hobby-Risiko. Dafür konnten wir alle gesuchten Boxen finden. Bei der dritten wussten wir, dass es ein Weilchen dauern würde, bis der Log fertig „geschrieben“ ist und so planten wir dort die Mittagspause ein. Der Platz lag wunderbar im Schatten, worüber wir bei diesen „Ü30-Temperaturen“ sehr froh waren.

Der Weg zur vierten und letzten Dose vor dem grossen Finale war wohl hauptverantwortlich für die schmerzenden, kratzenden und beissenden Beine. Aber gel, nach so vielen Funden sollte man eigentlich ja auch wissen, dass man in solchem Gelände nicht mit kurzen Hosen auf Tour geht. Und sus isch ma halt eifach nu selberschuld!

Die Dose selber bzw. der Ort an dem sie wohnte, entschädigte für alle Schrunden und Wehwechen. Das man sowas hier antrifft, ja das hätten wir nicht gedacht. Passte uns aber gut um kurz ein wenig „Kühle“ zu tanken.

Tja und dann war es so weit. Ein wenig nervös waren wir schon. Denn wir hatten uns doch tatsächlich einen Multi ausgesucht, die Cacheart, um die wir sonst meist eher einen Bogen machen. Na da sind wir mal gespannt, ob wir das nicht bereuen werden.

Nachdem die fahrbare Zweitwohung abgestellt war, mussten wir uns erst mal orientieren. Ah, da geht’s lang. Also los! Die erste Station zeigte sich schnell und wir haben sogar geschnallt, wir man zur nächsten kommt. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns immer näher an den finalen Punkt heran. Sogar das sympathische Fräulein von der Cache-Hotline durften wir kennenlernen, wobei…..von irgendwoher kommt uns diese Stimme bekannt vor…. 😉

Nach der vorletzten Station standen wir plötzlich bei der letzten – dem Finale. Wow, jetzt müssen wir nur noch zum Logbuch kommen. Das wird ein Spass! Loslachenfrau liebte früher in der Schule Basketball, hat aber seitdem nie wieder gespielt. Das war ein Fehler, wie sich herausstellte. In einer Sekunde der Schwäche, drängte sich für eine Hunderstelmillisekunde der Gedanke in Antonios Kopf auf, dass man das auch anders machen könnte. Neeeeeeeneeeeeeeee, aber ganz sicher nicht, hörte er da schnell von Silvia, den Spass lassen wir uns nicht nehmen; bis zum bitteren Ende! Und so gab es jedes Mal ein Jubelruf, wenn…..und lachen mussten wir auch immer wieder 🙂 Nach elf Treffern, zweifelten wir ganz kurz daran, dass das wirklich klappten kann, doch nach einem mehr erinnerten wir uns daran, wer den ganzen Plan entwickelt hatte und wurden überzeugt davon, dass es des Konstrukteurs würdig funktionierte.

Angelangt beim Logbuch waren wir glücklich und zufrieden. Ein schöner Moment, den wir mit ein paar Föteli festhalten mussten, auch wenn er uns auch so für lange Zeit in Erinnerung bleiben wird.

Danke lieber büpo, für diesen tollen und würdigen Cache, NICHTS IST UNMÖGLICH (GC71Y24) der uns grossen Spass bereitet hat.
Danke auch an alle, die uns in den letzten acht Jahren bzw. 10’000 Caches begegnet sind. Viele Kollegen und Freunde haben wir während dieser Zeit gewonnen, wofür wir sehr dankbar sind. Wir hoffen, auch in Zukunft noch viele tolle Erlebnisse und Abenteuer mit diesem speziellen Hobby geniessen zu dürfen.

Und irgendwann kommt der Moment, in dem man merkt, dass man soeben ein grosses Ziel erreicht hat. Es ist dann an der Zeit, sich zu überlegen, was man als nächstes macht. Was ist das nächste Ziel? Ehm…..ein komischer Moment. Doch lange brauchten wir nicht um aus dieser Sekundenkrise zu kommen, denn wir erinnerten uns daran, dass wir den Cache, den dokfrank und Co zu unserem 1000sten Fund gemacht hatten, Hängebrücke Trin-Kein schneller FTF ( GC3N95R ) kontrollieren mussten.
Vor Ort haben wir erkannt, dass es wohl ein Zeichen ist, dass wir gerade jetzt hier sind und es Zeit ist, diesen ins Archiv zu schicken und platz für Neues zu machen. Natürlich nicht einfach so. Der Grund war, dass vor Ort eine kleine Gedenkstätte für einen Verstorbenen aufgebaut wurde. Genau beim Nullpunkt. Wir überlassen daher den Platz ihm, damit ihm dort gedacht werden kann, ohne dass man von Cachern gestört wird.

Da die Hitze noch immer da war, setzten wir uns als nächstes Ziel, dieser zu entweichen. Also, ab nach Vals. Dort packten wir Silvias Vater ein und überwanden noch ein paar weitere Höhenmeter. In der Hängelahütte feierten wir bei einem feinen Plättli unseren Erfolg. Also beide Erfolge – den 10’000sten Cachefund und die Flucht aus der Hitze. Man glaubt es wohl kaum, aber uns fröstelte fast ein wenig. Was für ein schönes Gefühl, wenn man unten in über 30 Grad schmachten muss. Ja bei 17 Grad zeigt sich langsam Hühnerhaut.

Übernachtet haben wir dann etwas tiefer, aber immer noch bei angenehmen 19 Grad weit über dem Dorf. Zufrieden genossen wir den Abend auf dem Maiensäss. Erst lange nach dem der Sternenhimmel sich zeigte, legten wir uns schlafen. Antonio entfernte die Spinne, die unser Zimmer bewacht hatte noch schnell und schon waren wir bereit fürs Land der Träume.

Nicht, dass wir besonders gut geschlafen hätten, aber gut fühlten wir uns trotzdem, denn es wehte ein angenehmes Lüftchen. Wir genossen es, einfach noch ein wenig vor dem Haus zu sitzen und im Schatten rumzuliegen….bis dann die Arbeit rief. Thymian musste noch gesammelt werden. Also machten wir uns auf den Weg den Hügel hinauf. Bei jedem Stein untersuchten wir die Pflanzen. Jeder Thymianstock riecht anders. Silvia ist da absolut heikel. Nur die besten Kräuter schaffen es in ihre Küche.

Nachdem eine Auswahl getroffen war und auch ein Blumensträusschen für Silvias Mami gesammelt war, machten wir uns auf den Weg ins Tal. Dort wurde zuerst z Ahni geholt, welches schon beim Eingang wartete. Nach einem kurzen Schwatz mit Michael, setzte sich z Ahni ins Auto. Allerdings nicht so, wie wir es erwartet hatten. Einfach hinten rein, an den Boden mit ausgestreckten Füssen. So wollte sie bleiben, denn sie mag es nicht, immer auf diese hohen Sitze steigen zu müssen. Silvia setzte sich auch gleich dazu und so chauffierte Antonio uns zu Silvias Eltern, die bereits das Mittagessen zubereitet hatten.

Genüsslich assen wir das köstliche Mahl im Schatten hinter dem Haus. Schön, dass wir alle zusammen dort waren. Z Ahni wurde nach dem Essen wieder nach Hause gebracht.

Wir hatten noch keine Eile um wieder in die Hitze zu kommen und so machten wir einen Halt beim Tüüfelstei. Dort hatten wir den kühlen (um nicht a….kalten zu sagen) Valserrhein ganz alleine für uns. Ein wunderschönes Örtchen um zu geniessen und einfach zu sein.

Bevor die trügerische Sonne, deren Hitze man hier nicht vollständig wahrnahm, uns verbrennen konnte, fuhren wir wieder zurück ins Dorf. Im Café Schnyder führten wir uns einen Coup zu Gemüte und anschliessend kauften wir noch ein paar Spezialitäten im Terralpina Genussmarkt.

Jetzt erst machten wir uns wieder auf den Heimweg. Die Temperatur stieg immer höher und wir hofften, dass das Thermometer nicht platzt bei diesen fieberhaft hohen Zahlen. Zu Hause angekommen hatten wir eine Idee, die unsere Nachbaren verständlicherweise nicht ganz nachvollziehen konnten. Wir schwangen uns aufs E-Bike und warteten die Trimmis-Chur Cachetour. Da einige Dosen im Wald sind, ging das erstaunlich gut und als wir zurück waren kühlten wir uns mit einer wohltuenden Dusche wieder ab.

Wieder mal ein spezielles Wochenende, das uns viel Spass gemacht hat.

2 Gedanken zu „10’000 Caches und die Flucht vor der Hitze nach Vals

  1. Tobias Reinhard

    Ich lese immer wieder gerne Deine interessanten und aufheiternden Blogs. Auf diesem Weg Euch beiden nochmals recht herzliche Gratulation zu Euren wahnsinnigen 10000 Dosen! Ob ich das je schaffen werde, lasse ich im Raum stehen … Auf jeden Fall war es mir eine Ehre bei etwas mehr als 400 Dosen in Frankreich mit Dir unterwegs gewesen zu sein …!
    Machs guat und ein lieber Gruss
    Tobias

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    1. Antonio

      hoi tobi
      danke viel mal für die wünsche 🙂
      ich darf die komplimente auch an silvia weitergeben denn ohne sie hätte es nie 10’000 büxli gegeben und auch die brichtli gehen meist auf ihr konto.
      liebe grüsse und bis bald, vielleicht bei einem etwas grösseren power trail 😉
      antonio und silvia

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