Ein Wochenende mit Honda Suisse – No ONE und Cachen

Was für ein unerwartetes und cooles Wochenende. 
Ich durfte in Vertretung für Emanuel Elsa vom TOP BIKER MAGAZIN No ONE an der Honda Swiss Summer Tour teilnehmen.

Honda Suisse Summer Tour 2015
Ein volles Programm war angesagt. Nur das Wetter versprach nicht allzu viel!
Als Treffpunkt wurde eine Berghütte beim idyllischen Lac de Taney angegeben in der wir übernachteten und am Samstagmorgen sollte es dann bei Zeiten auf die Testfahrt über diverse Pässe und abwechslungsreiche Strassen nach Aix-les-Bains (F) gehen. Dort übernachteten wir am zweiten Abend. Doch davor ging es auf’s Schiff, wo wir unser Abendessen verspeisen durften.
Der Sonntag war dann ganz der Rückreise gewidmet.
Soweit die Kurzfassung, ach ja, das wichtigste hätte ich fast vergessen.
Zum Test standen folgende Motorräder bereit:

  • GL1800F6B Bagger
  • GL1800 GOLD WING Anniversary
  • VFR800F
  • CB1000RA
  • CB650F (im Lieferwagen)
  • CBR1000RA MARQUEZ
  • CBR600RA
  • VFR1200XD Crosstourer
  • VFR800X Crossrunner

Ich freute mich so sehr an diesen Anlass teilnehmen zu dürfen, auch wenn ich die meisten Testfahrer gar nicht kenne, dass ich mir den ganzen Freitag freigenommen habe.
Ich durfte mir sogar ein Motorrad aussuchen, mit dem ich die Anreise antreten durfte.
Nun ja, da gab es zwei Kriterien, das eine war das Wetter, eher schlechte Prognosen, das andere die lange Anfahrt.
Nun kommt’s, wer mich kennt weiss eigentlich, dass ich eher auf Sportmaschinen oder Naketbikes stehe also sitze. Für diese Fahrt habe ich mir aber die GL1800 GOLD WING Anniversary ausgesucht. 
Noch nie hatte ich das Vergnügen mit so einem riesen „Schiff“ zu fahren. Dementsprechend hoch war auch der Respekt, oder war es gar Angst?
Jedenfalls hab ich die Wahl getroffen und der Tag war da; ich musste die Gold Wing beim Motorbike in Chur abholen.
Mann war ich nervös, da half auch die moralische Unterstützung von Emanuel nicht viel.
Und da stand sie nun, das Flaggschiff von einer Honda.  Mir wurden alle wichtigen und weniger wichtigen Knöpfe, Hebelchen und Schalterchen erklärt und schon konnte es losgehn.

Ja, wenn sie einmal rollt, geht das ganz gut, jedenfalls bin ich problemlos ums erste Eck gekommen. Natürlich konnte ich nicht sofort nachhause, eine kleine Kennenlernrunde musste schon noch sein.
So steuerte ich das fahrende Sofa durch die Stadt und verlies diese dann Richtung Lenzerheide.

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Oh ja, bequem ist sie, da kann man aber gar nichts sagen und eben, wenn sie einmal rollt, dann geht das kinderleicht. Erstaunt war ich tatsächlich wie leicht sich die Maschine um die ersten engen Kurven führen liess.
Auf der Lenzerheide testete ich dann die Heizungen, Sitz/Griff und Fuss, perfekt.

Wieder zuhause angekommen kam die nächste Herausforderung. Ein Parkmanöver in der Tiefgarage war angesagt. Irgendwie spürte ich mein Herz mehr klopfen als sonst!  Aber alles ging gut. Das halbe Auto konnte auf dem Zentralständer abgestellt werden.
Weil es so schön war, wollte ich meinem Schatz das GoldWing Erlebnis nicht vorenthalten und wir beschlossen eine kleine Runde zu drehen.
Sie fühlte sich anfangs recht wohl darauf, halt wie auf dem Stubensofa 
Als es dann wieder aufwärts ging, meinte sie ganz trocken: „Duuu… das isch aber scho as bitzli langwiilig“  und das, notabene, wegen geringer Bodenfreiheit in den Kurven, was ein Rasterkratzen nicht verhindern lies! 
Tja, ist ja auch irgendwie verständlich, denn bei mir macht das Töfffahren erst in den richtigen Kurven Spass.

Am Freitagmorgen ging’s dann los Richtung Berghütte beim Lac de Taney bei Miex oberhalb von Vouvry.
Das Wetter wollte nicht so richtig, es war bewölkt und ich wusste nicht, ob es bald zu regnen beginnt. Ich hatte zwei Optionen um ans Ziel zu kommen.

  1. Über die Autobahn Zürich/Bern/Lausanne/Mounteux/Miex oder
  2. über den Oberalp/Furka/Martigny/Miex

Ich hab mich natürlich für Variante 2 entschieden.
Ein Regenkombi musste ich mir zur Sicherheit noch kaufen, man weiss ja nie.
Um ca. 11:00 Uhr machte ich mich also auf den Weg. Immer wieder gab es ein bisschen Regen, doch nie so viel, dass es sich lohnen würde das neu erworbene Regenkombi auszupacken.

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Ich tuckerte also wie es sich mit einer Gold Wing gehört, erstmal über den Oberalppass.
Es war nicht ganz einfach für ein Kurvenjunkie wie ich einer bin, mit einer so geringen wie möglicher Schräglage um die Bögen zu fahren. Doch was sein muss muss sein. Natürlich hörte man hin und wieder das eine oder andere komische Geräusch von den Fussrastern oder so… 

Von Andermatt  aus ging’s dann zügig über den Furka. Das war wieder eine andere Erfahrung. Noch engere Strassen und dementsprechend auch Kurven.
Das war aber auch kein Problem.
Nun kam ein riesen Plus für den Luxusdampfer zum Zug, denn auf dem Furka wurde es so kalt, dass ich alle zur Verfügung stehende Heizungen eingestellt habe.
Am Hospiz gab es eine kurze Pause, ja klar, ein Geocache wollte von mir noch gefunden werden. Der befindet sich auf einem Wanderweg einige Meter unter einem Hotel. Furkapass Geocache Trail – 2. GC4G63M

Hotel Furkablick
Also nutzte ich auf dem Weg die Gelegenheit mein mitgebrachtes Mittagessen zu verspeisen. Ich wollte ja so schnell wie möglich den Schneeflocken aus dem Weg gehen.
Den Cache fand ich schnell und als ich wieder oben auf dem Parkplatz angekommen war, war mein Sandwiches auch verspeist.

Nun aber schnell weg hier…
Ab Ulrichen war dann die Temperatur wieder angenehm und um so weiter ich ins Wallis kam desto wärmer wurde es.

Ich machte noch einen kurzen spontanen Stop bei einer verlassenen Kirche, ich hätte wetten können, dass da auch ein Büxli versteckt sein müsste. (Bei uns im Bündnerland wäre das der Fall gewesen) doch hier nicht, ,nichts, nada! Trotzdem sehenswert der alte verlassene Lost Place. 

Kirchen Lost Place

Kaum zu glauben, aber ab Brig hatte ich nur noch Schweissausbrüche. Es wurde immer wärmer, irgendwann sah ich eine Temperaturanzeige mit 27°!
So, und nun behaupte ich mal, dass der Windschutz von diesem Motorrad nicht gerade förderlich ist im Hochsommer, da man ja anständige Schutzbekleidung trägt.

Trotz der Hitze sehnte ich mich nach einem Kaffee, doch auf den musste ich noch sehr lange warten. Hab einfach nichts Ansprechendes gesehen.
Das hatte zur Folge, dass zuerst der Benzintank was zu trinken wollte.
Mittlerweile war ich schon fast am Ziel. Also was soll’s, einen Tankstopp eingelegt und die letzten paar Kilometer unter die Räder genommen.
Die nächste Herausforderung wartete bereits auf mich, ich musste bis zum Parkplatz eine enge steile Bergstrasse hochfahren. Nur das schon war wieder ein Erlebnis für sich, doch von Vouvry rauf nach Miex lief es tip top.
Am Parkplatz angekommen, sah ich schon zwei andere Hondas, eine CB 1000 und die NC750D INTEGRA.
So stellte ich „meine“ GL1800 GOLD WING Anniversary so ab, dass ich am anderen Morgen auch ohne grössere Manöver losfahren kann. 

Nun wählte ich die Telefonnummer des Taxsis, welches mich zur Berghütte hochfahren sollte.
Es sei die steilste Bergstrasse der Schweiz! Na da war ich aber gespannt wie ein Regenschirm.
In Graubünden hab ich schon einiges an steilen Strassen gesehen.

Na bravo, am anderen Ende des Telefons antwortete mir nur der Telefonbeantworter und das natürlich auf Französisch! 
Die Sprache war noch nie mein Ding, sodass ich meinen Wunsch abgeholt zu werden auf Deutsch äusserte. Angeblich ist mit einer Wartezeit von min. 30 Minuten zu rechnen, du glaubst es nicht, aber kaum hatte ich aufgelegt stand das 4×4 Taxi mit Differenzialsperre, Untersetzung aber ohne Ketten neben mir.
Wenn das kein Service ist 

Ich muss zugeben, die Strasse ist wirklich sehr steil.
Oben angekommen war es so, als ob man in einer anderen Welt angekommen wäre, einfach nur herzig diese kleine Alp. Der See rundete das ganze ab, einfach idyllisch hier (fast wie bei uns in Graubünden) 

La Vouivre Lac de Tanay
Vor der Berghütte sassen schon Mischa und Simon bei einem kühlen Getränk.
Die Begrüssung war herzlich, Mischa kannte ich ja schon von einem Vergleichstest in Südfrankreich im Januar.
Die Hüttenwartin zeigte mir mein Zimmer und ich durfte eins von den zwei Einzelzimmern aussuchen. Das war einer der Vorteile für meine frühe Ankunft.
Dann gab es da oben noch einen einzigen Geocache (Lac de Tanay 1410m GC4M2CA) zu suchen, am anderen Ende des Sees.
Den musste ich einfach holen, aber erst nach einem sehnsüchtig erwarteten Kaffee und dazu einen mit schwarzen mit Kirschen bestückten Kuchen 

Nach der Zwischenverpflegung gleich mal raus aus dem Lederkombi und ab unter die Dusche.
Als das erledigt war, machte ich mich auf um den See zu umrunden, ich sag’s euch, einfach nur herrlich.

Das Büxli hab ich auf halben Weg eingesammelt und mich im Logbuch verewigt.
Nachdem ich ein paar Bilder geschossen hatte, ging’s wieder zurück in die Berghütte, wo mich ein feines Bier erwartete. 

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Wir drei mussten noch lange auf die anderen Teilnehmer warten, bevor wir endlich unsere knurrenden Bäuche mit einem super Nachtessen füllen konnten. Um ca. 20:00 Uhr war der Tisch komplett.

Nach dem Kaffee und Dessert wurde noch jede Menge gequatscht bevor es dann ab in die Koje ging. Ein strenger Tag wird uns erwarten.

Samstag 20.6.2015

07:00 Uhr Tagwach,
07:30 Uhr Frühstück,
08:00 Uhr Abfahrt mit dem Taxi

Das war so vorgesehen, doch es kam ein bisschen anders, alles wurde nach hinten verschoben.
Ich gehörte zu der ersten Fracht mit dem Taxi ins Tal. Unten angekommen sah es aus wie in einem Bienenhaus, so viele Menschen am Parkplatz. Sie stellten ihr Gepäck und sogar komplette Taucherausrüstungen auf den Boden.
Natürlich auch genau vor die GoldWing.
Mittlerweile ist auch unser Begleitfahrzeug mit einem Ersatzmotorrad angekommen.
Eine Honda CB650F.
Eigentlich sollten wir die Motorräder untereinander austauschen, doch niemand wollte meins ausprobieren. Um die 650er aus dem Transporter zu laden, war die Zeit viel zu knapp!
So beschlossen wir, dass ich bis zum ersten Halt (Kaffeepause und Fototermin) die GoldWing fahren werde.

Ist ja OK, so konnte ich mir Gedanken machen, mit welcher Gruppe ich danach weiterfahren will, die welche dann ein paar 100 Kilometer weiter fahren (Hasi Gruppe) oder die mit dem eher direkten Weg  (Schildkrötengruppe) zum Hotel Adelphia in Aix-les-Bains (F) 

Aber eins nach dem andern.
Die zügige Fahr über die mal breiten, mal engeren, mal schnellen, mal langsameren Landstrassen hat Spass gemacht. Die GoldWing und ich sind mittlerweile schon fast so was wie dicke Kollegen geworden.
Dennoch musste ich mir eingestehen, dass es für die Hasi Gruppe kaum reichen würde, da wären wir wieder bei dem Thema Bodenfreiheiten. 

Nach ein paar Std. sind wir dann am Col de Ramaz angekommen, wo der Fotograf auf uns warten sollte (ist aber eine andere Geschichte).
Wir waren auch hier im Rückstand, dennoch konnten wir unsere verdiente Kaffeepause absitzen.
Aber eben, wir sind ja nicht zum Vergnügen hier! Fotoshooting ist angesagt und als die Location dann gefunden war, konnte es losgehen.
Ich sag euch, das war jetzt Schwerstarbeit, denn ich musste das Schiff mindestens 5 mal auf der Strasse wenden! Trotz Retourgang war das echt anstrengend.

HONDA GL 1800 GoldWing GoldWing Anniversary

Als alle Bilder im Kasten waren ging’s wieder den Berg hoch zum Restaurant.
Und da hat Hans bereits die CB 650 aus dem Lieferwagen geladen um dann die Dicke reinzustellen. 

Nun hatte auch ich die Gelegenheit eine andere Maschine zu testen.
Mir wurde dann gleich die CB1000RA angeboten, was mich natürlich sehr freute, denn vor ein paar Jahren war ich sehr nahe dran auch so eine zu kaufen.

CB1000 CB650F CB1000RA

Als es dann weiter ging, hoffte ich mich direkt hinter Mischa einzureihen zu können, den er ist ein super Fahrer.
Und ja, der Zufall wollte es, dass meine Hoffnung in Erfüllung ging, doch! Oh Schreck!  Ich kam mit der CB1000 gar nicht zurecht nach den vielen Kilometer mit der GoldWing! Ich bereute für einen Augenblick das ich an zweiter Stelle war.

Also mal ehrlich, wer wechselt schon von einer GoldWing auf eine CB1000 und denkt dabei es sei kinderleicht? 
Na ich natürlich! Ich brauchte zwei drei Kurven um mich einigermassen wohl zu fühlen, und am Fusse des Col de Ramaz war es dann klar, ich fühlte mich wie Zuhause 
Wir mussten sogar einen Moment auf die andern warten. Mann war das eine coole Fahrt!

Das Vergnügen zog sich über viele Kilometer weiter und es machte echt Spass.
Die Routenwahl war abwechslungsreich und forderte wie immer volle Konzentration.

Und wieder mit etwas Verspätung sind wir in Saxel angekommen, wo wir sehnsüchtig zum Mittagessen erwartet wurden.
Kaum sind wir von den Maschinen abgestiegen meinte Mischa nur:
„Ich hatte immer ein blaues Männchen im Rückspiegel, das lies sich einfach nicht abschütteln, das blaue Männchen das blaue“  Wen er wohl damit gemeint hat? 

Nach dem leckeren Mittagessen stellte Mischa die Frage aller Fragen…

„Wer Interesse an einer längeren Tour hat, der soll es jetzt sagen!“
Ich glaube mir hat man am breiten Grinsen angesehen, dass ich subito dabei sein werde. 

Alle andern wollten lieber eine „Cappuccinofahrt“  machen, welche ein paar 100 Kilometer kürzer ausfallen wird.

Ich bin ja da, um Spass zu haben und um die Hondas zu testen, also war klar: Helm auf und zu zweit weiterfahren.

Aber welches Motorrad soll ich denn nehmen?
Die Wahl viel auf die CB650F. Es war eine Gute Wahl. Ihr muss man natürlich ein bisschen mehr Sporen geben als bei der CB1000, aber der Fahrspass ist auch hier garantiert. 

Als die Töffwahl abgeschlossen war, ging’s ab wie ds‘ Bisiwetter.
Das blaue Männchen klebte am Heck von Mischa über viele coole Kilometer.
Die kleine Honda 650er und ich sind gute Freunde geworden und ich behaupte mal zu sagen, dass auch sie grossen Spass mit mir hatte. 

Nach einigen Stunden intensiver Freundschaftspflege sind wir gegen Abend ca. eine Stunde vor dem nächsten Termin in Aix-les-Bains (F) angekommen. So blieb uns noch genügend Zeit um die zwei Maschinen für den nächsten Tag voll zu tanken, zu duschen und einen Aperò im Hotel zu geniessen.
Als wir beim Hotel angekommen waren, wollten wir die Feuerstühle in die Tiefgarage stellen, was dann von hinten kam, erstaunte uns schon ein bisschen, die Cappuccino- oder auch Schildkrötengruppe ist auch gerade angekommen!  und das obwohl wir zwei eigentlich eine gemütliche „Rollerfahrt“  hatten

Aix-les-Bains Hotel Adelphia

Jonu, jetzt Zimmerschlüssel fassen und bereitmachen für den Abend.
Ein schönes grosses Zimmer erwartete mich, die Dusche tat sooooo gut und das „Feierabend“ Birchen im Hotel erst recht.

Gegen 20:00 Uhr mussten wir am Hafen einchecken. Denn wenn das nicht klappt, gibt es kein Nachtessen auf dem Schiff während der Fahrt auf dem Lac du Burger, ganz einfach oder?
Aber da wir ja von der schnellen Truppe sind, klappte alles bestens.

Wir wurden sehr freundlich auf dem Kahn erwartet und nach kurzer Zeit ging die gemütliche Reise mit Abendessen los. Das Ganze dauerte ca. dreieinhalb Stunden.

Abendstimmung Aix-les-Bains ein palazzo Schiffsrundfahrt

Als wir dann wieder festen Boden unter den Füssen hatten, machten wir einen kurzen Stop an der Seepromenade um den Tag nochmals revue passieren zu lassen. Doch mich beschäftigte da noch was, ein grünes Geocachbüxli war ganz in der Nähe (Luftlinie!) am Steg versteckt.

Ich dachte, dass es ein schnelles Spiel werden würde und schlich mich „kurz“ weg.
Ich näherte mich zwar, aber ich war auf der falschen Seite des Stegs.
Also umgedreht und um den ganzen Hafen gelaufen um dann von der richtigen Seite her an den 0 Punkt zu gelangen. War ja nicht schlecht so ein Verdauungsspaziergang, aber das dann gleich eineinhalb Kilometer daraus resultierten hätte ich nicht erwartet. Ich hatte dann auch noch meine grösste Mühe das Büxli aus dem Versteck zu ziehen, ein Kugelschreiber musste dabei sein Leben lassen!

Die Töffkollegen waren noch alle im Restaurant, doch schon bald ging’s ab ins Bett.

Sonntag 21.6.2015

Dieser Tag war ganz der Rückreise gewidmet. Jeder konnte seinen Tag selber einteilen.
Für mich war klar, zuerst mal gemütlich mit den übriggebliebenen Motorradfahrern frühstücken, dann packen, dann heimfahren.
Doch nun stellte sich die Frage mit was für einem Motorrad? Die, welche eigentlich mit zurückkommen sollte, war gar nie zu uns gestossen. Der Teilnehmer mit der Honda GL1800F6B Bagger hatte sich abgemeldet. 
Ich hatte die Qual der Wahl. Ich nominierte die CB1000RA mich zu begleiten.

Also wurde diese mit meinem Gepäck beladen und, wir waren schon wieder sehr spät dran. Die meisten von uns beschlossen so viele Kilometer wie möglich auf den Französischen Strassen zu fahren und folgten dabei dem besten Guide, nämlich Mischa.
Unsere Gruppe wurde immer kleiner, da wir alle andere Ziele hatten.
Am Ende blieben nur Mischa und ich noch übrig. Wir beschlossen ab Genf die Autobahn zu nehmen, denn sonst wären wir nie nachhause gekommen.
Irgendwann nach Lausanne trennten sich dann auch unsere Wege, er Richtung Bern und ich, ja ich wollte doch nicht alles auf der Autobahn fahren, wäre viel zu schade gewesen mit so einem Moped unter dem Allerwertesten 

Also ab durchs Wallis. In Visp hab ich nochmals vollgetankt und hab mir ein Eis gegönnt. Danach konnte es schon wieder weiter gehen.
Das Wetter meinte es zwar gut mit mir, doch es wurde immer kühler!
Kurz vor Ulrichen musste ich mir überlegen, welche Passstrasse ich in Angriff nehmen will. 
Variante 1: Furka – Oberalp
Variante 2: Nufenen – Gotthard – Oberalb
Variante 3: Nufenen – Luckmanier
Variante 4: Nufenen – San Bernardino oder
Variante 5: Nufenen – San Bernardino – Splügen – Maloja – Albula?
Es gäbe da noch mehr, doch es war schon 16:00 Uhr, so beschloss ich Variante 2 zu nehmen, Nufenen – Gotthard – Oberalb. Nicht nur weil es coole Pässe sind, nein, auch weil auf dem Nufenen und dem Gotthard noch je ein MoCache versteckt sind, die noch in meiner Sammlung fehlen 
Bevor es aber rauf ging, musste ich mir eine Jacke überziehen, es war nämlich Saukalt und da ich keine GoldWing mit Windschutz und Heizungen mehr hatte, gab es nur diese Lösung.

Auf dem Pass angekommen zweifelte ich, dass ich hier ein Büxli finden würde, so viel Schnee wie hier noch liegt!
Doch dem war nicht so, ein kurzer Spaziergang über ein Schneefeld brachte mich zum 0 Punkt und ich konnte auch hier unseren Namen im MoCache Nufenen verewigen. 

Geocache Nufenen MoCache Nufenen

Zum Glück ging es nun runter, denn das bedeutete, dass es wieder wärmer wird. Dem war auch so, wobei ich schon vorher recht warm bekommen hatte, als ich einem ausländischen Fahrzeug mit dem Schild, das mir klar machte, dass die Fahrerin noch nicht viel Praxis hat, folgte.
Das, weil sie in einer 90° Rechtskurve viel zu schnell war. Wow, dachte ich mir, das kommt nicht gut.  Die Situation ist dann zum Glück doch gut ausgegangen und die nächste Linkskurve hat sie auch noch irgendwie erwischt. Ich war dann erleichtert als ich sie auf der nächsten Geraden überholen konnte. 

In Airolo machte ich eine Dorfbesichtigung und dann gleich den Gotthard rauf.
Ist immer wieder schön diese alte Passstrasse. Auch der CB1000 hat es gut gefallen.
Am Hospiz dann wieder eine kurze Motorrad Cache Pause. Heisst ja MoCache Gotthard 
Auch diese grosse Büxe konnte ich schnell finden und die Sonne schaute mir zu. Herrlich die Stimmung hier oben.

MoCache Gotthard

So, jetzt noch zum Endspurt, runter nach Andermatt und über den Oberalp nach Hause wo mich nach ca. zwei Stunden mein Schatz mit einem feinen Abendessen erwartete. 

Dieses Wochenende wird mir in ewiger positiver Erinnerung bleiben. Wenn nicht, dann kann ich es ja hier immer wieder nachlesen.
Vielen Dank an Honda Swiss und an das Biker Magazin No ONE für alles.

Vielleicht bis ein andermal.

Antonio

 

 

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