Ja ja, im Nachhinein kann ich dazu nur Folgendes sagen … Ich hätte da ein paar günstige Teile meiner Suzuki GSX-R 750 K6 zu verkaufen:
- Hinterrad samt Nabe und kompletter Bremsanlage.
- Batterie, erst 3 Monate alt und absolut neuwertig.
- Diverse Einzelteile – ideal für alle, die viel Geduld haben und gerne ein Puzzle zusammensetzen.
Das Problem an der Sache: Das Hauptteil fehlt natürlich, um überhaupt mit dem Wiederaufbau beginnen zu können. Nach dem harten Aufschlagspunkt ist der Rest schlichtweg Schrott – viel Brauchbares ist da nicht übrig. Ganz ehrlich: Ein Aufbau lohnt sich absolut nicht mehr, der Arbeitsaufwand wäre viel zu gross. ![]()
Und der Töff von meinem Kumpel Röbi, der direkt hinter der Kurve liegt, sieht leider auch nicht mehr viel besser aus ![]()

Was ist eigentlich geschehen?
Das Wetter war gestern nicht gerade einladend, es waren überall Gewitter gemeldet. Eigentlich wollte ich gar nicht auf Tour gehen, doch nach einem Anruf von Röbi liess ich mich zu einer spontanen Runde überreden. Er kam zu mir und wir beschlossen, erst einmal über den Julierpass zu fahren, um dort den Himmel zu studieren und das weitere Wetter abzuschätzen.
Die Entscheidung war schnell gefällt: Es ging weiter über den Berninapass. Ich fuhr hinter ihm her. Normalerweise ist es umgekehrt – die meisten Biker wollen, dass ich vorausfahre –, aber an diesem Tag hatte ich einfach keine Lust dazu.
Der Unfall am Bernina
Auf der Südseite des Berninapasses, kurz unterhalb des Grenzübergangs in einer doppelten Rechts-Links-Kurve, ist es dann passiert: Röbi kam in der Linkskurve zu Fall, weil irgendetwas auf der Strasse lag.
Als ich das funkensprühende Motorrad vor mir sah, habe ich total falsch reagiert. In voller Schräglage zu hart zu bremsen, sollte man nun wirklich tunlichst vermeiden. Was passiert, wenn man es trotzdem tut? Das Vorderrad verabschiedet sich und man fliegt ab. Der Aufprall meiner „Susi“ an der Mauerecke tat ihr gar nicht gut – da ging die Suzuki komplett in Brüche. ![]()
Während meines eigenen Sturzes hoffte ich nur inständig, keinen harten Schlag abzubekommen – sei es durch mein eigenes Motorrad (das nach dem Aufprall an der Mauer nur Zentimeter an mir vorbeigeflogen sein muss) oder durch die Leitplanke. Noch während des Rutschens stand ich auf und versuchte mich zu orientieren, wo ich überhaupt war. ![]()
Gott sei Dank: Ich konnte stehen und alle Glieder bewegen – uff, was für ein Glück im Unglück! ![]()
Mein Baby lag etwas weiter oben, völlig demoliert. Aber wo war Röbi? Ich drehte mich um, und da kam er mir schon auf den eigenen Füssen entgegen. Er hielt sich den rechten Arm und meinte sofort, dass dieser gebrochen sei.
Na ja, das Wichtigste ist schliesslich, dass wir beide noch leben.
Die Rettung und das Abschlepp-Chaos
Der Griff zu meinem Handy ging ins Leere – das war weg! Also nahm ich das von Röbi und telefonierte der 144. Die Sanität organisierte dann den Rest. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die Ambulanz auftauchte – eine verdammt lange Zeit, wenn man solche Schmerzen hat wie Röbi.
Ein guter Rat am Rande: Ich bin unglaublich froh, dass ich eine Lederkombi getragen habe. Röbi hatte eine Goretex-Bekleidung an. Uiuiui, seine Kleider sahen im Vergleich zu meiner Kombi absolut furchterregend aus.
Er wurde vom Notfalldienst aus Poschiavo bestens versorgt und anschliessend mit dem Krankenwagen zur Untersuchung nach Samedan gebracht. Ich half währenddessen dem Pannendienst, die beiden Wracks aufzuladen. Der Abschlepper ging nicht gerade zimperlich mit den Motorrädern um – das hat garantiert noch ein paar Kratzer mehr gegeben,
was bei dem Totalschaden aber auch schon egal war. ![]()
Als alles aufgeräumt war, durfte ich im Polizeiauto nach Poschiavo mitfahren, um das Protokoll zu schreiben. Nach drei Stunden war der Papierkram erledigt. Die Motorräder nach Chur zu transportieren, wäre reine Zeit- und Geldverschwendung gewesen – die kann man direkt vor Ort auf den Schrottplatz bringen. Der Polizist fuhr mich netterweise noch zur Garage, wo ich die Nummernschilder und Röbis persönliche Sachen abholen konnte. Die Helme (sowohl meiner als auch Röbis) liess ich gleich dort, die waren ohnehin nicht mehr zu gebrauchen.


Die Heimfahrt mit Hindernissen
Wie kam ich nun wieder nach Hause? Mit dem Zug! ![]()
So hatte ich zumindest die Gelegenheit, die schöne Landschaft am Berninapass zu geniessen.
Langsam machten sich jedoch die Schmerzen bemerkbar. ![]()
Den Ellbogen hatte ich zwar sofort nach dem Unfall gespürt, aber anfangs als nicht so schlimm eingestuft. Doch nun tat er weh, und auch das linke Fussgelenk fing während der Zugfahrt an, immer heftiger zu pochen.
In Samedan legte ich einen Zwischenstopp ein, um Röbi im Spital zu besuchen und ihm seine Sachen vorbeizubringen. Der 15-minütige Marsch in voller Töffmontur und mit schmerzendem Fuss zum Spital war extrem anstrengend! Mein Kumpel lag noch in der Notfallstation. Ich durfte zu ihm und war erleichtert, ihn trotz allem „so gut gelaunt“ anzutreffen. Seine Schulter war ausgerenkt und ein Daumenbruch musste am nächsten Tag operiert werden.
Nach einer Stunde Aufenthalt ging es für mich wieder zurück zum Bahnhof – also nochmals 15 Minuten laufen. Das Züglifahren ging weiter, und mir wurde schnell klar, dass auch ich direkt ins Spital gehen musste, um meinen Fuss checken zu lassen. Emanuel war so lieb und holte mich in Domat/Ems ab, um mich nach Hause zu fahren, da die Verbindungen von Chur aus am späten Abend katastrophal waren.
Diagnose und ein spätes Abendessen
Zuhause angekommen, zog ich zum ersten Mal die Motorradstiefel aus, da ich vor der Untersuchung noch duschen wollte. Oh weh! Die Schuhe hatten mir den ganzen Tag über eine unglaubliche Stabilität gegeben. Es sind meine neuen Stiefel mit eingebauter Sicherheits-Schiene, die ich erst am letzten Donnerstag nach einer kleinen Reparatur abgeholt hatte. Ich will mir gar nicht ausmalen, was mit meinen alten Stiefeln passiert wäre …
Nach der Dusche war klar, dass ich unmöglich selbst Auto fahren konnte. Emanuel erklärte sich sofort bereit, Taxi zu spielen. Im Spital wurden mein Ellbogen und das linke Fussgelenk geröntgt. Das Resultat nach zwei Stunden Aufenthalt:
Eine heftige Bänderzerrung! Für mindestens vier Wochen muss ich nun eine Schiene tragen.
Aber hey, das ist nicht so schlimm – wir leben noch!
Da ich den ganzen Tag über keinen Bissen gegessen hatte, fuhren Emanuel, Nati und ich um 23:30 Uhr noch kurz zu einem Kebab-Stand. Das musste nach diesem Tag einfach sein.
So, das war’s. Ein riesiges Dankeschön an Emanuel und Nati für die grossartige Hilfe – und Röbi wünsche ich von Herzen eine gute und schnelle Besserung!

Hallo Antonio,
deine alte Website war übersichtlicher, finde ich.
Trotzdem tschau, Helmut
Hallo Helmut
Ist auch für mich eine Riesen Umstellung, wirst aber sehen das wenn alles fertig ist kommt es schon gut, vor allem kannst du dann Suchbegriffe oben eingeben.
Hi, ich muß sagen du hast echt Glück gehabt so wie die arme Susi aussieht! Dann klopf ich mal auf Holz, das das so bleibt!
Gruß Nick