Am Samstag zum Piz Mundin – Am Sonntag auf den Piz Beverin


Wenn man am Samstag auf eine FTF Jagd geht, weil der Cache schon drei Jahre auf einem Gipfel auf seinen Besuch wartet, man aber keinen angemessenen Zugang findet, kurz vor dem Ziel aus Vernunft abbricht und am anderen Morgen vor der nächsten Gipfeleroberung mit Schrecken feststellt, dass dies die beste Entscheidung war, sein Leben nicht zu riskieren, na dann war das ein erfolgreiches Wochenende…

Antonio wurde vor ein paar Tagen von Duri angefragt, ob er Lust hätte, einen FTF (First to Find) auf dem Piz Mundin zu versuchen.  Piz Mundin (GC6238W)
Nun ja, erst war Antonio ein bisschen skeptisch, doch er sagte zu. Eine schöne Wanderung im Engadin, das kann man sich doch nun wirklich nicht entgehen lassen.

Mit dabei war auch Stefan und so wurde Antonio von den beiden um 7:10 Uhr in Trimmis abgeholt.
Silvia war noch im Land der Träume, so früh in der Nacht. Sie hatte am Nachmittag ein Termin in Vals beim Ahni, welche morgen Sonntag ihren Geburtstag feiern darf und Silvia bei den Festvorbereitungen wie jedes Jahr behilflich sein wird.

So düsten die drei Jungs erstmal Richtung Sent zu den Eltern von Duri.
In Klosters erwischten sie gerade noch den Zug, um durch den Vereina kutschiert zu werden.

In Sent wurde die Truppe herzlich empfangen und gleich mit einem feinen Kaffee und einem reichhaltigen Frühstück verwöhnt.

Erst da schnallte Antonio, dass niemand so recht wusste, wie man auf den Piz Mundin kommt. Da gibt es keinen offiziellen Weg. Ja das kann ja heiter werden, dachte er sich.

Der Vater von Duri spielte Taxi und brachte uns auf die Alp Tea. Von dort aus beobachte er die Expedition.

Der Aufstieg war anfangs noch ganz passabel, wir haben einfach den ziemlich direkten Weg genommen.
Bald wurde es sehr steil und es war nicht ganz ohne! Geröll im unwegsamen Gelände, sodass wir nur in einem sicheren Abstand voneinander hochkraxlen konnten.

Immer wieder meldete sich der Papa von Duri und versuchte uns gute Tipps zu geben.
Nachdem sogar ein Schneefeld überquert wurde, was am besten ging, folgte eine sehr heikle Passage über ein Couloir, welches eher einem Steinbruch glich.
Da hatte Antonio schon das erste mal Zweifel, ob das gut gehen würde.
Duri hatte in dem Moment auch vergessen, was das Motto des Tages war:
„Mir händ de ganz Taag ziit“ als Antonio ihn danach fragte, kam die spontane Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Schisdräck!!!“ Das war natürlich nicht das Motto aber recht hatte er 😉

Stefan hat Instruktionen gegeben, welcher Stein noch fest sein könnte, um sich festzuhalten. So haben wir alle drei diesen engen Durchgang gemeistert und feierten das geschaffte Hindernis, als ob wir schon auf dem Gipfel wären und den FTF zusammen geschafft hätten 🙂

Nun dachten wir, das Schlimmste sei vorbei, dem war aber nicht so, der Spaziergang Richtung Geocache verlief erst mal gemütlich über den fast flachen Kamm für ca. 200 Meter, und dann!?!

Ja dann war Schluss mit lustig. Standen wir doch tatsächlich vor einem ca. 6 Meter hohen Abgrund.
Ohne Sicherung wollten Duri und Antonio den Abstieg nicht wagen. Stefan hingegen war fast nicht zu bremsen, er wollte es versuchen.
Doch nach langem Diskutieren konnten die anderen zwei sich mit der Begründung durchsetztem, dass nicht mal ein Erstfund es wert ist soviel zu riskieren.

Wir waren ja bereits auf dem Piz Mundin, einfach nicht beim Kreuz. So wurde die verdiente Mittagspause eingelegt.
Und was machte Stefan? Genau, er wollte einfach nicht aufgeben und wieder brauchte es einen Moment bis er wieder zur Vernunft kam.

So wanderten wir nach dem Essen einen etwas besseren Weg wieder Richtung Tal.
Wenn die Steine in der Geröllhalde klein waren, konnten wir über diese einigermassen locker runtergleiten.

Die Alp Tea wollte einfach nicht näher kommen, natürlich auch deshalb, weil wir nur die ungefähre Richtung hatten.

Wir haben aber nicht die Alp anvisiert, nein, einen Geocache am Weg wartete noch auf uns, diesen wollten wir nicht auch noch liegen lassen 🙂 Der Tradi  Alp Tea – Hlw 26 (GC19P05)
Als unsere Namen im Logbuch standen, ging’s zum verdienten Bierchen.

Antonio steckte erst mal seine Füsse in den kalten Brunnen und dann standen alle drei im kühlen Nass. Das hat gut getan.

 

Der Papa von Duri war froh, dass alle wieder heil zurück waren und so, eben nachdem Bierchen, welches wie Wasser runter ging, fuhren alle zusammen wieder zurück nach Sent.

Und ja, da wurden wir schon wieder verwöhnt mit Kaffee, kalten Getränken, Brot und Käse, einfach cool.

Nach der Verabschiedung wollten wir noch ein paar Büxli im Dorf suchen, gefunden haben wir zwei von drei.

Dann düsten wir definitiv zurück nach Hause, dieses Mal über den Flüela, um vielleicht dort oben noch weitere Caches zu suchen.
Allerdings machte uns ein Gewitter einen Strich durch die Rechnung.

Glücklich und zufrieden zuhause angekommen, musste Antonio schon bald ins Bett, denn morgen Sonntag steht der Piz Beverin auf dem Programm, mit der selben Mannschaft verstärkt durch Stefans Junior. Antonio wird um 8 Uhr bei Duri auftauchen, um dann Stefan samt Sohnemann abzuholen.

Das war ein toller Tag in bester Formation, der lange in Erinnerung bleiben wird.
Gute Nacht

Sonntag, 5.8.2018 8:00 Uhr

Nach einer kurzen Nacht, wegen der herrschenden Wärme, stand Antonio pünktlich um 8 Uhr vor der Tür von Duri.
Als dieser zur Tür rauskam, machte er ein komisches Gesicht. Erst dachte Antonio, dass ein neuer Geocache auf der Karte erschienen sei und sie erst mal auf die Jagd gehen dürften. Doch nein, viel schlimmer; gestern waren wir drei Jungs nicht die einzigen auf dem Piz Mundin, nein, nach drei Jahren hatten auch noch zwei andere Cacher das selbe Ziel.
Im Gegensatz zu uns dreien, haben sie es geschafft und loggten heute Morgen den FTF, weil auch sie nie und nimmer gedacht hätten, dass noch andere auf die selbe Idee kommen könnten.

Nun ja, was soll’s. Wir haben somit alles richtig gemacht gestern.
So ging’s erst mal zu zweit Richtung Bonaduz, Stefan und dessen Sohnemann abzuholen.

Geplant war von Mathon aus Richtung Beverin zu gehen, so lösten wir eine Fahr-/Parkbewilligung und düsten schon mal hinauf. So sarteten sie sich ein paar Höhenmeter.

Der letzte Parkplatz schien für uns vier reserviert zu sein und wir liessen uns nicht zweimal bitten, diesen auch zu benutzen.

Hier waren die Wanderwege, im Gegensatz zu gestern wie Autobahnen 🙂
Allesamt merkten die Anstrengung des Vortags noch ziemlich gut, so gab es immer wieder eine klitzekleine Pause.

 

Der Weg rechts wurde eingeschlagen und nach einer Weile staunten wir nicht schlecht.
Da ist ja schon die bekannte Leiter vom Piz Beverin.  Doch nicht zum Hoch kommen, nein zum runterkommen. 🙂
Natürlich war auch dort ein Cache versteckt.  Die Leiter vom Piz Beverin (GC3T694) Das war Teamarbeit.
Stefan holte die Büx, Duri kritzelte die Namen ins Logbuch und Antonio versteckte das Döschen wieder an seinem Platz.

Ganz coole Sache! Natürlich durften ein paar Fotos nicht fehlen 🙂

      

Weiter ging’s dann zum Gipfel. Nach ca. 45 Minuten waren wir alle oben angekommen.
Es hatte nicht so viele Leute wie erwartet, sodass wir uns ein Plätzchen aussuchen konnten, um das wohlverdiente Mittagessen zu geniessen.

Dann musste noch der Cache  Gipfelcache Piz Beverin (GC17WHQ) gesucht werden. Das übernahm dann mal Stefans Junior.
Als auch hier alle im Logbuch standen, widmete sich Antonio dem Gipfelbuch, wo er die Truppe mit ein paar Worten verewigte.

Schon den ganzen Tag hörte man immer wieder das Wort: Bananensplit!
Na ja, auf dem Piz Beverin gibt es sowas bestimmt nicht, so marschierten wir zurück über den Sattel, hin und wieder sehr steil, aber mit Hilfe der befestigten Seile und Ketten ging das problemlos bis runter zum Auto.
Unterwegs hielt Stefan immer wieder nach Kristallen Ausschau, der grosse Fund blieb aber aus.

Ein Hund hatte es besser als die Leute, er legte sich einfach immer wieder in einen Bach, um sich etwas abzukühlen 🙂

Beim Auto angekommen, mussten vom Auto erst mal alle Türen und Fenster geöffnet werden. Die Sonne hatte den Innenraum kräftig aufgeheizt.

Auf dem Rückweg ins Tal wurden noch zwei Caches eingesammelt und den Bananensplit oder so was Ähnliches wollten sie in Lohn zu sich nehmen, doch die einzige Beiz im kleinen Dörflein hatte nur Stängeliglace. Also machten sie rechts um kehrt und machten einen Halt im Restaurant Schamser Heilbad in Andeer.
Das war vielleicht lecker.

Zum gelungenen Abschluss dieses Wochenendes machten wir vier es uns auf dem Sitzplatz von Stefan bequem, um alles nochmals kurz Revue passieren lassen.


Wir sind doch mal gespannt, was als Nächstes angestellt wird 🙂

 

 

 

 

 

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