Der Alltag kann kommen

Herrlich wenn man vom Arzt erfährt, dass der Krebs besiegt ist, zumindest den welchen man bekämpft hat. Was aber ist da noch am Leuchten nach dem PET-CT mit der radioaktiven Substanz?

Freude oder Sorgen? Das ist die Frage!
Gestern hatten wir die Besprechung mit dem Onkologen, welcher die Resultate vom Untersuch, den ich am letzten Montag im PET-CT über mich ergehen lassen musste.

Silvia und ich waren sehr gespannt und auch ziemlich nervös, weiss man ja nie was da kommen wird.
In meine Arbeit vertieft, arbeitete ich zügig in Davos, damit ich nicht nochmals hoch muss.
Der Termin im Kantonsspital war auf 15 Uhr festgelegt, um 13:45 Uhr war ich immer noch in Davos.
Das wird knapp, das wusste ich als ich auf die Uhr schaute. Vorteil war: ich hatte keine Zeit um nachzudenken.

So düste ich ab Richtung nach Hause. Wollte ich zumindest, doch dann verzögerte sich meine Abfahrt!
Ist doch vielfach so oder? Sobald man was vor hat was pressiert, kennen wir auch vom Geocachen her, wenn es um einen FTF geht, da sind dann plötzlich alle Ampeln auf rot, Hindernisse auf der Strasse, Umleitungen usw.

Ich wollte noch was aufräumen, dann kippte meine Werkzeugtasche so, dass sich alles Weckzeug auf dem ganzen Boden verteilte! Na bravo! Wenigstens ist die Tasche nun auch wieder aufgeräumt 🙂

Dann ging’s ab ins Auto, nun muss ich wohl nicht erwähnen, dass sich ein Autofahrer zum Hobby gemacht hat, die schöne Gegend mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h zu bestaunen.
Natürlich bestand vorerst keine Überholmöglichkeit. Aufregen? Nein das war einmal, ich wurde höchstens ein bisschen nervös, denn jede Sekunde Verzögerung geht zu Lasten der Dusche, die ich noch gerne genommen hätte!

Als ich den Autofahrer dann hinter mich gebracht hatte, fing die Tankuhr an zu leuchten! Super, auch das noch.
Ich spielte mit dem Gedanken das Lämpchen zu ignorieren und bis nach Hause durchzuziehen, doch es kam anders.
Stellte ich mir doch vor, dass der Diesel auf der Autobahn zu Ende gehen könnte und ich dann ganz sicher nicht zum Termin erscheinen könnte. So gab’s halt einen Zwischenstopp bei der Coop Tankstelle in Schiers. Soll ich den Tank füllen oder nur ein bisschen damit ich nach Hause komme? Ach was, auf die 2 Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr an, dachte ich mir! Aber genau das machte es aus, dass ich mehr als die Tankzeit verlor 😉
Mein Tanknachbar schien ein bisschen sehr gemütlich zu sein, ich hoffte vor ihm an der Kasse zu sein, doch sein Tank war vor meinem voll. Tja, er war schon eine Weile an der Kasse und wusste die Nummer seiner Säule nicht. Ich sagte zu ihm er könne meine Säule nehmen falls sie teurer wäre 🙂 Er wollte nicht 🙂 Schade, mein Chef hätte sich gefreut.

Was jetzt kommt ist wohl klar oder? Der nette Mann hatte die selbe Richtung wie ich eingeschlagen doch, genau, anstatt mit 80 km/h tuckerte er mit nicht ganz 70 Richtung Landquart.

Ich schaffte es dann um 14:41 Uhr die Haustürschwelle zu übertreten. Meine Silvia war schon ganz nervös, dachte sie doch tatsächlich, dass ich den Arzttermin versäumt hätte.
Ich schmiss meine Arbeitsklamotten in die Ecke und ab unter die Expressdusche.
Meine Liebste brachte mir saubere Klamotten und schon konnten wir nach Chur fahren.

Ja, auch auf den letzten 5 km gab es Autofahrer, die anscheinend an der Kreuzung warten wollten, bis einer von Zürich vielleicht irgendwann mal abfährt. 🙂

Zum Glück bin ich die Ruhe in Person und es machte mir dann auch nichts aus, dass der Nächste die Parkhauseinfahrt mit einem Parkplatz verwechselt hat 🙂

Als wir unser Auto abstellen konnten, ging’s fast im Laufschritt zum Termin.
Bei der Anmeldung waren wir 3 Minuten zu spät und wie soll es anders sein, der Arzt hat uns schon gesucht. Sonst ist es doch meistens so, dass man noch eine Weile im Wartezimmer warten muss (darum Wartezimmer).

Die Besprechung verlief zu unserer vollen Zufriedenheit; Günter ist tot, er leuchtet nicht mehr 🙂 und das 3cm grosse tote Gewebe bleibt drin und muss nicht operativ entfernt werden.
Was im Moment nur noch nervt sind eben die Nebenwirkungen mit den schlafenden und gefühllosen Extremitäten, vor allem die Füsse.
Wenn ich kein Pechvogel sei, meinte mein Arzt, dann geht das wieder vorbei, es kann aber Monate dauern. Da bin ich mal gespannt und hoffe natürlich, dass mich das Glück auch hier begleiten wird.
Ich versuche mal eine Vitamin B Kur zu machen, der Arzt bot diese Therapie an, jedoch weiss er nicht, ob es was nützen wird. Morgens je eine Tablette Becozym und Benerva. So unter dem Motto, nützts nüt, so schads nüt.

Eine kleine unerfreuliche Nachricht gab es zum Schluss dann doch noch, irgendetwas leuchte in der Darmgegend, um das genauer zu untersuchen, muss ich zum Hausarzt, es sei aber nichts Beunruhigendes. – Na das hoffe ich doch. Macht einem aber trotzdem nachdenklich.

Zur Feier des Tages waren wir zum Malunsessen bei unserem Freund eingeladen, er hat uns das Essen schon lange mal versprochen. Er sagte damals, sobald die Günthergeschichte erledigt sei, gebe es das feine Essen und es war sehr fein. Vielen Dank für den besten Maluns im Bünderland!

Nun hoffe ich sehr, keine Berichte mehr schreiben zu müssen, die mit dem Thema zu tun haben, auch wenn die Geschichte noch lange nicht fertig sein wird.
In den ersten zwei Jahren muss ich alle drei Monate zur Blutentnahme und alle 6 Monate ins MRI.
Dann in drei Jahren nur noch alle sechs Monate zur Blutentnahme für zwei Jahre.
In den Jahren sechs bis zehn dann nur noch einmal im Jahr.

Bis dahin bin ich ja schon fast pensioniert 😉
An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen, die mich in den letzten Monaten begleitet, unterstützt, in diesen Blog gelesen und etwas kommentiert haben 😉 , mir WhatApps oder Sms zukommen liesen, mich mit Anrufen überrascht oder einfach an mich/uns gedacht haben.

Ein Gedanke zu „Der Alltag kann kommen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.