Nach der Chemo kommen die Nebenwirkungen

Arbeiten darf ich wieder, aber nur zur Hälfte.
Dafür bekomme ich nun einige Nebenwirkungen zu spüren.
Sind die für immer?
Kann ich mit dem umgehen?
Was sagt der Arzt?
Das sind viele Fragen oder? Ups, das war schon wieder eine! 

Auf alles gibt es leider noch keine Antworten und wie schlimm sie sind, mal schauen.

Seit dem 01.02.18 darf ich wieder zu 50% arbeiten und mein Krebs mit dem Namen Günther scheint besiegt zu sein.
Definitiv erfahren, werde ich das am 12.03.18 respektiv am 14. bei der Besprechung nach dem PET-CT.
Wie gesagt, nun darf ich wieder arbeiten. Die 50% sind grad richtig, bin ich meist am Nachmittag ziemlich am Anschlag. So kann ich mich nach Bedarf einen Moment hinlegen.

Nun zu den angesprochenen Nebenwirkungen, ich will mich ja nich beklagen, mir geht es ja verhältnismässig gut:

Vor ca. sechs Wochen haben die Nebenwirkungen begonnen. Heute habe ich vom Arzt die Bestätigung erhalten, dass diese tatsächlich von der Chemo kommen.
Meine Füsse, und ab und zu auch die Hände, fühlen sich so an, als ob sie einschlafen wollen. Dazu, und das war noch eine Weile früher, schmerzte ein Zeh am rechten Fuss! Das fühlt sich so an, als ob der Socken nicht richtig sitzen würde oder zu eng ist, fast auch so, wie wenn sich bald eine Blase bilden würde; lästig und schmerzhaft zugleich.
Zudem darf ich nicht mehr nicken, denn jedes Mal wenn ich ja sage, elektrisiert es mich in beiden Füssen.

Gestern beschloss ich, nachdem ich auch in der Nacht immer wieder mit kribbligen Füsse/Beinen aufgewacht war, einen Termin bei meinem Hausarzt zu vereinbaren. Na ja, was wäre, wenn ich mal nicht geweckt würde von dem Kribbeln und am Morgen dann ein Bein abgestorben wäre!

Ich durfte, ohne dass ich gestresst hätte, heute schon beim Hausarzt vorbei gehen.
Nachdem ich ihm meine Sörgali unterbreitet hatte und er ein paar Tests gemacht hatte, diagnostizierte er mir, dass ich Polyneuropathie habe.
Das sei eine bekannte Nebenwirkung einer Chemotherapie! Na bravo, wenigstens weiss ich jetzt, dass ich keine Panik schieben muss und diese Symptome einfach akzeptieren darf.
Beim Durchlesen der unten aufgeführten Erklärung ist mir aufgefallen, dass ich mehrere Symptome respektiv Nebenwirkungen habe, wie zum Beispiel:

  • Muskelschwäche
  • Brennen auf der Haut
  • Taubheitsgefühle und eben
  • Schmerzen an Extremitäten

Nun, was ist Polyneuropathie?
Habe einen Artikel dazu gefunden und als Quelle benutzt:
ratgeber-nerven.de/nervenschaedigung/ursachen/chemotherapie/

Polyneuropathie nach Chemo: Nervenschäden durch Krebs-Therapie

Eigentlich ist es die Aufgabe der Chemo-Therapie zu heilen. Dank ihr lässt sich der Krebs in Schach halten und bekämpfen, das Leben der betroffenen Patienten meist verlängern. Um das zu erreichen, ist in der Krebs-Therapie jedoch der Einsatz starker Medikamente vonnöten – und die haben Nebenwirkungen: Einige Patienten klagen über eine Polyneuropathie nach ihrer Chemo. Doch worum handelt es sich dabei genau? Und wie können die Nervenschäden überhaupt entstehen?

Polyneuropathie und Chemo – wo liegt der Zusammenhang?

Bei einer Polyneuropathie ist es zu Schädigungen an mehreren peripheren Nerven gekommen. Das bedeutet, dass Nerven, die nicht direkt zu Gehirn oder Rückenmark gehören, in solchem Ausmaß zu Schaden gekommen sind, dass sie ihre Aufgaben – wie die Weiterleitung von Befehlen zur Bewegung an die Muskeln oder die Weitergabe von Empfindungen ans Gehirn – nicht mehr vollständig oder sogar überhaupt nicht mehr erfüllen können. Wird die Diagnose „Polyneuropathie“ früh gestellt, stehen die Chancen jedoch gut, dass sie geheilt oder zumindest gelindert werden kann.
Als Auslöser solcher Nervenschäden kommen viele Faktoren infrage. Unter anderem zählt die Polyneuropathie nach einer Chemo zu den möglichen Nebenwirkungen der Behandlung.

Chemo-Therapie – was ist das?

Um eine Krebs-Erkrankung zu bekämpfen, besteht nicht nur die Möglichkeit der Strahlentherapie oder Operation – oftmals wird auch mittels chemischer Substanzen therapiert. Diese sogenannte Chemo zielt darauf ab, die Krebszellen an der Vermehrung hindern. Allerdings ist sie für den Betroffenen oftmals auch mit starken Nebenwirkungen verbunden. Viele Patienten haben mit Haarausfall, erhöhter Infektanfälligkeit, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Erschöpfung und weiteren Begleiterscheinungen der Chemo zu kämpfen.

Weil die Chemo-Therapie in ihrer Wirkung nicht nur auf die Krebszellen beschränkt ist, sondern alle Zellen im Körper beeinträchtigt, die schnell wachsen oder sich mit hoher Geschwindigkeit regenerieren, nimmt sie auch Einfluss auf das Nervensystem. Besonders häufig leiden Betroffene nach der Chemo an einer Polyneuropathie der Nerven in Händen und Füßen.

Die Symptome einer Polyneuropathie nach der Chemo

Im Körper übernehmen die Nerven zahllose, essentielle Funktionen. Sie leiten Informationen aller Art von Gehirn und Rückenmark in jeden Bereich des Körpers und geben umgekehrt alle Reize aus der Körperperipherie ans zentrale Nervensystem weiter. Bestehen in diesem Bereich Schäden, wie es bei einer Polyneuropathie nach der Chemo der Fall sein kann, hat das weitreichende Auswirkungen. Unter anderem können folgende Symptome auftreten:

  • Störungen des Gehörs
  • Muskelschwäche
  • Muskelzucken oder Muskelkrämpfe
  • Überempfindlichkeit auf Reize
  • Brennen und/oder Kribbeln auf der Haut
  • Taubheitsgefühle
  • Empfindungsstörungen
  • Unterscheidung zwischen Kälte und Wärme kaum noch oder gar nicht mehr möglich
  • Gleichgewichtsstörungen
  • häufige Stürze
  • starke Schmerzen zu Beginn
  • im weiteren Verlauf nimmt das Schmerzempfinden in den betroffenen Bereichen ab
Sie möchten mehr zu den Symptomen einer Polyneuropathie erfahren? Informieren Sie sich in unserem Text zum Thema!

Die Schwere der Symptome ist dabei vor allem abhängig von der Dosierung der Chemo-Medikamente. Schreiten die Nervenschäden weiter voran, ist das für den Betroffenen nicht nur eine große Belastung, sondern auch zunehmend gefährlich – gerade wenn die Polyneuropathie im Bereich der Hände oder Füße auftritt. Ist das Schmerzempfinden in Mitleidenschaft gezogen, kann es unbemerkt zu Verletzungen und Blutungen kommen; die Gefahr, dass sich offene Wunden entzünden, ist deutlich erhöht.
Gerade wenn die Polyneuropathie nach der Chemo die Füße betrifft, ist im Alltag besondere Vorsicht geboten: Die Gangsicherheit ist herabgesetzt und auch die Auslotung des Gleichgewichts fällt zunehmend schwerer. Stürze sind da oftmals programmiert – und können weitere Verletzungen nach sich ziehen.

Polyneuropathie nach Chemo: Behandlung und Verlauf

Bemerken Sie als Krebspatient eine oder mehrere Beschwerden bei sich, die auf eine Polyneuropathie nach der Chemo hindeuten könnten, sollten Sie das unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Meist kann dieser die angesprochenen Symptome recht schnell den Nebenwirkungen der Chemo-Medikamente zuordnen. Um aber ganz sicher zu gehen, überprüft er den Zustand Ihrer Nerven mittels einiger spezieller Untersuchungsverfahren. Dabei kann er zum Beispiel auf

  • die Überprüfung der Reflexe,
  • Elektromyografie (EMG) zur Untersuchung der Muskelaktivität,
  • Elektroneurografie (ENG) zur Feststellung der Nervenleitgeschwindigkeit,
  • Messungen des Temperatur- und Druckgefühls sowie
  • eine Nervenbiopsie (Gewebeprobe) zurückgreifen.

Hat sich der Verdacht auf eine Polyneuropathie bestätigt, rückt die Behandlung der Beschwerden in den Vordergrund. Die eigentliche Ursache der Nervenschäden lässt sich aktuell kaum therapieren – ist die aggressive Wirkung der chemischen Substanzen bei der Chemo-Therapie doch so wichtig für die Bekämpfung der Krebszellen.
Daher richtet sich die Therapie der Polyneuropathie nach einer Chemo in der Regel nur gegen die Symptome, die sie hervorruft. Zur Verfügung stehen unter anderem:

  • spezielle Medikamente gegen bestehende Schmerzen
  • Elektrotherapie zur Stimulation der Nerven
  • Physiotherapie, um alle Funktionen so gut wie möglich zu erhalten
  • Vorbeugung von Verletzungen, zum Beispiel durch regelmäßige Hand- und Fußpflege sowie Gangschulungen
  • Massagen, um die Durchblutung der Muskeln zu erhöhen

Die gute Nachricht: In vielen Fällen bildet sich eine Polyneuropathie nach einer Chemo allmählich von selbst wieder zurück, wenn die Behandlung abgeschlossen ist. Wichtig ist dabei vor allem der rechtzeitige Beginn der Therapie.

2 Gedanken zu „Nach der Chemo kommen die Nebenwirkungen

  1. Steven

    Hi Antonio,
    hin und wieder „schnupper“ ich in deinem Blog. Ich selbst „durfte“ das Thema Hodenkrebs im Jahre 1999 mit einer OP und einer 6 monatigen Hochdosis Chemo beginnen.
    Im Jahre 2004 dann nochmals, dann allerdings „nur“ mit OP und Strahlentherapie.
    Von daher glaube ich ein klein wenig zu Wissen wie du dich im Moment fühlst.

    Kopf hoch und niemals aufgeben. Es geht immer vorwärts.
    Viele Grüsse von Steven aus Sevelen alias Steven.S (GC) . Auf irgendeinem Event rennen wir uns mal über den Weg, dann spreche ich dich an.

    Antworten
    1. Antonio Beitragsautor

      Hallo Steven 🙂
      Wer aufgibt hat verloren.
      Ist verrückt wie viele Leute es gibt welche wir kennen die auch vom Krebs betroffen sind/waren.
      Man bekommt das als „gesunder“ Mensch gar nicht so mit.
      Vielleicht liegt es aber auch daran dass wir es öffentlich gemacht haben.

      Wir sehen uns bestimmt mal, auch dir weiterhin alles gute und vielen dank für deinen Kommentar hier.
      Gruss Antonio

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.